Walder Jugendliche wünschen sich eine Partnergemeinde im fremdsprachigen Ausland. Das brachten Katharina Hettich und Lukas Engel von der Arbeitsgruppe "Partnergemeinde" des 14er Rates in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates im Sitzungssaal des Rathauses vor. Die Jugendlichen sehen darin die Möglichkeit, Kontakte im Ausland zu knüpfen, ein Land und eine Kultur wirklich kennen zu lernen und Frieden und Verständnis zwischen den Völkern und Gesellschaften zu fördern. Dies brachte Katharina Hettich vor. Auch Vereine können durch Austausch mit der Partnergemeinde und Ausflüge dorthin profitieren.

"Im Land lernt man mehr als in der Schule", brachte Lukas Engel an. Es könnten neben dem sprachlichen und kulturellen Austausch Briefkontakte für Schüler entstehen oder ein Austausch zur Berufserkundung. Favorisierte Regionen sind Frankreich, Großbritannien, Skandinavien und Spanien, die Jugendlichen aufgrund der Sprache und Reiselogistik ausgewählt hatten.

Kontakte über Internet oder Privatleute

Die Jugendlichen haben bereits eine Vorstellung, wie die Gemeinde Wald zu einer Partnergemeinde kommen könne: entweder über spezielle Internetvermittlungsplattformen oder private Kontakte. "Es gibt eine Plattform kleinerer Städte mit ähnlicher Einwohnerzahl", brachte sich Sozialpädagogin Martina Stecher vom Forum "Jugend Soziales Prävention" ein. Sie begleitet die Jugendbeteiligung in Wald. Welche Partnergemeinde für Wald gut passen würde, könne ein Ausschuss erörterten. Der Ausschuss könne aus dem Bürgermeister, einem Gemeinderatsmitglied, Judith Hermann, Französischlehrerin an der Heimschule Kloster Wald, Walter Beyer, Leiter der Grundschule Wald, Ralf Burth für die Vereinsgemeinschaft Wald, eine Privatperson und der Arbeitsgruppe selbst bestehen.

Afrika scheidet für Jugendliche aus

Der Vorschlag von Gerhard Lohr (CDU) aufgrund der aktuellen Gesellschaftsproblematik eine Partnergemeinde in Afrika zu suchen, dort ein Projekt aufzubauen und Entwicklungshilfe zu leisten, verwarfen die Jugendlichen aufgrund der Sprache und enormen Reiselogistik. Clemens Veeser (UL) wollte er wissen, wie die Walder Bürger abgeholt werden und dafür begeistert werden können, dass eine Partnergemeinde gesucht werden soll. Jürgen Krall (CDU) wandte ein, dass die Gemeinde bereits zwei Partnergemeinden, Wald in der Schweiz und Wald in der Oberpfalz, habe. Diese Partnerschaft schlafe ein bisschen ein. Vielleicht könne der Austausch über die Jugendlichen wieder intensiviert werden, schlug er vor.

Ausschuss wird Thema vertiefen

Bürgermeister Werner Müller brachte ein Schreiben der Landtagsabgeordneten Andrea Bogner-Unden (Bündnis 90/Die Grünen) ein. Die Politikerin habe kürzlich die Gemeinde angeschrieben, dass aufgrund der wachsenden Entfremdung Städtepartnerschaften initiiert werden sollen. Sie sei erfreut über das Engagement der Walder Jugendlichen, zitierte der Bürgermeister die Grünen-Abgeordnete. Einstimmig fasste das Gremium den Grundsatzbeschluss, sich diesem Thema über den Ausschuss nähern zu wollen. Clemens Veeser (UL) erklärte sich zur Mitwirkung im Ausschuss bereit.