Seit 1. Januar 2016 wird die Abwasserbeseitigung Wald als Eigenbetrieb geführt. Im Jahresabschluss 2016 ist ein Jahresfehlbetrag von rund 132.000 Euro ausgewiesen. Im Erfolgsplan von 2017 wird mit einem Minus von rund 139.000 Euro kalkuliert. Weniger dramatisch ist die Bilanz des Eigenbetriebes Wasserversorgung Wald. Im Erfolgsplan 2016 wurde insgesamt ein Verlust von knapp 24.000 Euro erzielt, der auf die nächste Rechnung vorgetragen wird. Der Erfolgsplan 2017 wird vermutlich mit einem Minus von etwa 30 000 Euro abschließen.

Ausgleich für Defizite bei Eigenbetrieben

Da bis Juli 2018 bereits die erste Jahreshälfte verstrichen ist, hätten die Gebühren, um die Defizite auszugleichen, beim Abwasser von 4 Euro je Kubikmeter um 2,50 Euro und die Wasserbezugsgebühr von 1,40 Euro pro Kubikmeter um 0,62 Euro angehoben werden müssen.

Weil die Kommunalaufsicht die Genehmigung der Haushaltssatzung 2018 und die der Wirtschaftspläne von einem Ausgleich der Defizite abhängig macht, hatte der Verwaltungsausschuss in seiner Sitzung am 2. Mai bereits darüber beraten. Die Rechtsaufsichtsbehörde stellte jedoch die Genehmigung in Aussicht, sofern die eingeplanten Umsatzerlöse durch eine entsprechende Gebührenerhöhung erzielt werden.

Gemeinderat Hipp: Nächstes Mal früher nachdenken

"Da gibt es nichts zu rütteln, der Ausgleich muss auf jeden Fall stattfinden", begründete Kämmerer Joachim Grüner nun. "Man kann die Bürger nicht nachträglich mit 2,50 Euro belasten", wandte Gemeinderat Ralf-Peter Hipp (UL) ein. Nächstes Mal müsse früher über eine Gebührenerhöhung nachgedacht werden, mahnte Hipp an. Hipp schlug vor, die Verluste durch eine Gebührenerhöhung der Wasserbezugsgebühr um 0,31 Euro und der Abwassergebühr um 1,25 Euro pro Kubikmeter zu erhöhen und das Restdefizit von rund 300 000 Euro durch Einsparungen im Kernhaushalt und die bereits erwähnten Defizite in den Finanzplänen 2019 bis 2021 des Kernhaushaltes auszugleichen.

Keine Einsparungen im Haushalt

Die Einsparung im Haushalt und den Finanzplänen habe Auswirkungen auf die Investitionen, gab Bürgermeisterstellvertreter Clemens Veeser (UL), zu bedenken. Er leitete die Sitzung für den erkrankten Bürgermeister Werner Müller. Da das höhere Defizit im Eigenbetrieb Abwasser liege, brachte Gemeinderat Gerhard Hahn (UL) vor, die Frischwassergebühr beizubehalten, jedoch die Abwassergebühr um 1,80 Euro zu erhöhen. Er äußerte die Befürchtung, dass Landwirte durch eine Erhöhung des Wasserpreises dazu verleitet werden könnten, eigene Brunnen zu bauen und sich dies dann wiederum negativ auf den Bezug der Frischwassermenge auswirke. Seinem Vorschlag schloss sich auch Gemeinderätin Ingrid Tillessen (CDU) an.