Wald-Ruhestetten – Die Suche nach einem Atelierplatz und Lebensort hat die Künstler Cornelius Hackenbracht und Zazo (Susanne Hackenbracht) 1996 zu einem ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Gehöft an den Ruhestetter Ortsrand geführt, nahe des Naturschutzgebiets Ruhestetter Ried. Der Hof bot ausreichend Platz und Nebengebäude, die zu Werkstätten umgebaut wurden. 1998 eröffneten die Künstler hier den Werkpark Neue Kunst am Ried unter dem Thema "Landschaft, Kunst und Architektur".

Steinbildhauer Cornelius Hackenbracht arbeitet an einer neuen Skulptur im Werkpark.
Steinbildhauer Cornelius Hackenbracht arbeitet an einer neuen Skulptur im Werkpark. | Bild: Sandra Häusler

Im Laufe der Jahre entwickelten die Künstler den Werkpark durch ihre Ideen und Projekte weiter. Der mehrere Hektar große Skulpturenpark bietet Skulpturen den Raum, den sie durch ihre Ausdruckskraft beanspruchen. Das Gelände wurde moduliert, Baubotanik in Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Universität Stuttgart sichtbar gemacht. Die Heuböden wurden zum Ausstellungsraum umgestaltet. Dort finden alljährlich von Mai bis Oktober zwei bis drei wechselnde Ausstellungen statt. 130 Tonnen Gesteinsgeschichte sind auf dem 2016 eröffneten Findlingspfad erlebbar. 24 Moräne-Findlinge aus hiesigen Fundstätten, von Steißlingen bis Ostrach, erzählen ihre Geschichte.

2012 wurde auf dem Gelände des Werkparks eine Außenküche installiert.
2012 wurde auf dem Gelände des Werkparks eine Außenküche installiert. | Bild: Sandra Häusler

Die aktuelle Frühjahrsausstellung trägt den Titel Aufbruch. Sie wird am Sonntag, 13. Mai um 11 Uhr eröffnet. Es werden Werke von Zazo, Cornelius Hackenbracht, Björn Gebhard und Jürgen Schulz-Lorch gezeigt, Fotografien von Siegfried Endres, außerdem Arbeiten des Filmemachers und Fotografen Stefan Fischer, des Steinbildhauers Hansjörg Kuss sowie kinetische Stahlskulpturen aus Eisen von Hansjörg Beck.

Zazo gestaltete die gelben Flossen, die eine unterirdische Bewegung mit der Landschaft suggerieren.
Zazo gestaltete die gelben Flossen, die eine unterirdische Bewegung mit der Landschaft suggerieren. | Bild: Sandra Häusler

Steinbildhauer Cornelius Hackenbracht setzt Werkreihen und Themen um. Dazu zählen Turmsteine, die ihn seit vielen Jahren faszinieren. "Zum Anderen interessiert mich die Bearbeitung einer konkreten Aufgabe, wie Wasser im Garten oder Brunnenanlagen, oder auch eine historische Thematik", beschreibt der Künstler. Ein Brunnen von ihm steht in Wald, an der Einmündung Hohenzollernstraße in die Sankertsweiler Straße, ein Klosterweiherstein wurde vergangenes Jahr als Kunstwerk nahe des Klosterweihers im Zuge der Neugestaltung der Von-Weckenstein-Straße installiert.

Der Werkpark Neue Kunst am Ried im Jahr 1999, "ein Ort für Tiere".
Der Werkpark Neue Kunst am Ried im Jahr 1999, "ein Ort für Tiere". | Bild: Bild: privat

Die Stahlbildhauerin, Malerin und Kunstkonzeptionistin Zazo widmet sich seit 20 Jahren vorwiegend der Malerei, besonders großformatiger Bilder, etwa 2,50 auf drei Meter groß. Die Malerin erläutert: "Ich kann in der großformatigen Malerei die plastischen Strukturen für den Betrachter besser erlebbar machen und ihm ein viel größeres Erlebnis bieten." Zazo setzt auf die Arbeitsdevise "Kunst macht schön". Die 50-Jährige gestaltet auch geschmiedete Kleinplastiken, die sie mit flüssigem Glas ergänzt.

Auch Baubotanik ist im Werkpark Neue Kunst am Ried zu sehen.
Auch Baubotanik ist im Werkpark Neue Kunst am Ried zu sehen. | Bild: Sandra Häusler

Vom 7. bis 17. Juni arbeitet Rudi Domidian Hundefänger im Werkpark an einem neuen Werk. Während seines Aufenthalts ist ein Künstlergespräch geplant. Der Werkpark Neue Kunst am Ried ist auch einer der Ausstellungsorte der länderübergreifenden Kunstausstellung Experimentelle. Sie wird am 13. Juli um 20 Uhr im Werkpark eröffnet. Acht Maler und Bildhauer stellen aus.

Neue Kunst am Ried

1998 riefen die Künstler Zazo und Cornelius Hackenbracht in Wald-Ruhestetten das Projekt "Neue Kunst am Ried" mit Landschaft, Kunst und Kultur ins Leben. Auf dem Gelände gibt es ein Malatelier und eine Schmiede. Zwei bis drei wechselnde Ausstellungen sind alljährlich in der Scheune zu sehen.

Weitere Informationen zum Projekt: http://www.neue-kunst-am-ried.com