Der Gemeinderat hat in dieser Woche einige Weichen gestellt, um der enormen Nachfrage nach Wohnbauplätzen und nach Gewerbeflächen in der Gemeinde nachzukommen. Das Gremium fasste den erneuten Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans Sägeweiherwiesen. Eine weitere Fläche konnte die Gemeinde zum Baugebiet hinzuerwerben. Der Geltungsbereich des Bebauungsplans Sägeweiherwiesen wird daher um 13 Meter nach Süden, parallel zum bestehenden Geltungsbereich, verschoben. Von der neu zu erwerbenden Fläche soll später ein drei Meter breiter Grundstücksstreifen einem benachbarten Grundstück zugeschlagen und die Bauplätze nördlich und südlich der Erschließungsstraße um je fünf Meter verbreitert werden. Die Grunderwerbskosten von rund 25 000 Euro und Planänderung von 500 Euro werden über die Bauplatzverkäufe refinanziert. Für alle Bauplätze gibt es bereits Interessenten.

Auch am anderen Ende von Wald entstehen Bauplätze. Einstimmig billigten die Räte auch den Entwurf zum Bebauungsplan "Hürsten II" und die örtlichen Bauvorschriften zum Bebauungsplan. Stadtplaner Andreas Eppinger vom Büro Sieber in Lindau stellte den städtebaulichen Entwurf vor. Es sei ein "flexibler und liberaler Bebauungsplan", sagte Eppinger. Man habe versucht, so wenig Einschränkungen und Festlegung über die rechtlichen Vorgaben hinaus festzusetzen.

Das Baugebiet wird im sogenannten 13b-Verfahren aufgestellt, das erhebliche Verfahrensvereinfachung und Kostenreduzierung für die Gemeinde mit sich bringt. Das Baugebiet Hürsten II bildet den Lückenschluss zwischen Kernhölzle und dem Flurweg. 28 Bauplätze zwischen jeweils 510 und 802 Quadratmeter entstehen im allgemeinen Wohngebiet. 35 Prozent der Grundstücksfläche dürfen mit dem Wohngebäude bebaut werden. Es sind Einzelhäuser mit drei Wohneinheiten und Doppelhäuser mit zwei Wohneinheiten zugelassen, Mehrfamilienhäuser sind ausgeschlossen.

Der Gemeinde gehören derzeit lediglich 49 Prozent des Baugebietes, wandte Gemeinderat Clemens Veeser ein. Er wollte wissen, ob man der Gemeinde dadurch so viele Steine in den Weg legen könne, dass erst in zwei, drei Jahren erschlossen werden könne. Das Baugebiet werde in Abschnitten erschlossen, antwortete Bürgermeister Werner Müller. Mit der Abwägung der Stellungnahmen und Anregungen und Entwurfsberatung zum Gewerbegebiet Geißwiesen II wolle man heute "Nägel mit Köpfen" machen, ergänzte der Rathauschef, dass bereits Interessenten für das Gewerbegebiet gebe, "die loslegen wollen". Das Gewerbegebiet am Ortsrand von Wald in Richtung Meßkirch soll über einen Kreisverkehr erschlossen werden.

Entlang der Von-Weckenstein-Straße und dem gegenüberliegenden Baugebiet der Von-Falkenstein-Straße sollen die vorderen Flächen als eingeschränktes Gewerbegebiet mit niedriger Gebäudehöhe und kleinerem Gebäudecharakter ausgewiesen werden, ein 20 Meter breiter Streifen zur Straße hin soll nicht bebaut werden dürfen, erläuterte Klaus Grossmann vom Umweltplanungsbüro Grossmann, Balingen.