Bürgermeister Werner Müller ließ sich nicht überrumpeln und fing das Walder Narrenvolk am Schmotzigen Dunnschtig bereits vor der Rathaustür ab. Entschlossen trat er den Narren entgegen: "Hier wird's nix mit Narrenhaus, die Entmachtung fällt aus!" Narren ließe er ausschließlich dienstags ein, wenn Gemeinderatssitzung sei. Ministerpräsident Kretschmann habe gesagt, dass er ihn im Amt möge, sagte Müller und rief: "Schultes ist und bleibt der Müller!"

Waldgoischter-Chef Robin Fox entgegnete siegesgewiss: "Wir läuten nun ein die Narrenzeit, hier im Rathaus fangen wir an!" Motiv und Anreiz der Narren sei die Kontrolle über den Ort. Nach einem kurzen Gerangel hielt Fox den großen Rathausschlüssel in den Händen. Der entmachtete Bürgermeister lud das Narrenvolk in die "Heiligen Hallen", den Sitzungssaal des Rathauses, zum Frühstück ein, wo sonst die Gemeinderäte über Vorlagen schwitzen, wo geplant und gebaut wird.

Im vergangenen Jahr habe sich Narrenmutter Christa Theml bei der Suche nach einem Narrenvater vom Adelstitel locken lassen, dieses Jahr habe die den Besten beim Narrenvater-Casting ausgewählt, sagte Müller bei der Trauung. Karl-Josef Hübschle sei ein Urgestein der Fasnetsmusik in Wald. Der Bürgermeister vermählte die Narreneltern und legte ihnen den "güldenen" Traureif um das Handgelenk, den er extra dafür aus dem Bangkok mitgebracht habe. Sie freue sich, mit dem Narrenvater auf den Putz zu hauen, strahlte Christa Theml.

Nur Luft sei in den Walder Glasfaser-Leerrohren, monierte Hauptamtsleiter Michael Wenzler. Er schlug vor, an den Kabelverzweigern Bier in die Rohre einzuspeisen als Ersatz fürs schnelle Internet.

Angeführt von der Guggenmusik "Let's Fetz" zog die närrische Schar zur Schüler- und Kindergartenbefreiung durch die Walder Straßen. In der Turnhalle der Heimschule Kloster Wald wurde die Narrenschar zurück in die bunten 80er Jahre katapultiert. "Endlich seid ihr Narren da, wir tanzed und singed mit euch", erwartete Schulleiter Walter Beyer, alias Donald Trump, in der Grundschule das Narrenvolk schon sehnlichst. "'Wald first' ist das neue Motto und 'We make Wald great again'", versprach der Schul-Präsident euphorisch. Die Grundschüler ließen sich von der närrischen Stimmung anstecken, tanzten und sangen ausgelassen. Eine närrische Rede brachte Kindergartenleiter Andreas Pfau im Kindergarten Abenteuerland vor. Mit zwei Liedern dankten die Kindergartenkinder für ihre Befreiung. Nach den Abstechern in die Banken war das Seniorenzentrum St. Bernhard die letzte Station. Nach einer Polonaise wurden die Narren mit Gulaschsuppe verköstigt, um genug Energie für den weiteren Tag zu haben.