Wichtige Unterstützung

"Es war sehr dringend, weil die Betreuung von jetzt auf gleich weg war. Aber innerhalb einer Stunde bekamen wir die Zusage." Siegbert Blum aus Walbertsweiler erinnert sich genau an den ersten Kontakt zur Nachbarschaftshilfe des caritativen Fördervereins der Seelsorgeeinheit Wald. Das war im Juli vergangenen Jahres. Seitdem kommt täglich eine Helferin für etwa eine Stunde zu seiner hilfebedürftigen Mutter ins Haus. Die 79-jährige Gertrud Blum kann sich seit drei Jahren nicht mehr selbst versorgen. Der Sohn kümmerte sich um die Betreuung.

Viele Angebote

Die Nachbarschaftshilfe des caritativen Fördervereins der Seelsorgeeinheit Wald wurde am 1. Juni 2017 gegründet. Die Leistungen können von allen Hilfesuchenden in Anspruch genommen werden. Helferinnen und Helfer übernehmen unter anderem leichte Arbeiten im Haushalt und Garten, begleiten Arztbesuche oder Einkäufe, gehen spazieren, übernehmen stundenweise Betreuung und Alltagsbegleitung und stehen für Fahrdienste mit dem Auto zur Verfügung.

Helferinnen werden gebraucht

Loni Jerg und Heidi Stark sind zwei von momentan 23 Helferinnen und Helfern, die sich in der Nachbarschaftshilfe des caritativen Fördervereins der Seelsorgeeinheit Wald engagieren. Das Büro befindet sich im Pfarrhaus von Aach-Linz. Dort ist der Verein zu erreichen und von dort aus werden die Einsätze koordiniert. "Die Helferinnen und Helfer besuchen die Hilfebedürftigen zu Hause. Sie erledigen leichte Haus- und Gartenarbeiten, begleiten zum Einkaufen oder zum Arzt, übernehmen Fahrertätigkeiten und gehen mit den Menschen, von denen sie gebraucht werden, spazieren", erklärt Vorsitzender Adalbert Schmid. Viele ältere Leute fühlten sich alleine, vor allem dann, wenn der Partner schon verstorben sei und die Kinder nicht in der Nähe wohnten, so Schmid. Und die Nachfrage steige stetig an.

30 Menschen werden betreut

561 Einsätze mit 861 Stunden haben die Helfer in 2018 geleistet. Derzeit werden über 30 Menschen von der Nachbarschaftshilfe betreut, auch in den umliegenden Orten. Manche Helfer sind mehrfach in der Woche im Einsatz, nehmen auch weitere Strecken mit dem eigenen Auto auf sich, um zu helfen und investieren deutlich mehr Zeit als zwei oder drei Stunden in der Woche. Helfende Hände werden dringend gebraucht und gesucht. "Der Verein freut sich über jeden, der sich als Mitwirkender zur Verfügung stellt und im Durchschnitt zwei Stunden in der Woche aufbringen kann", sagt Schmid.

Zwei Stunden pro Woche im Einsatz

Die Entscheidung mitzuhelfen ist Loni Jerg 2017 nicht schwer gefallen. Über 20 Jahre hat sie bereits im Hospiz Pfullendorf kranke und sterbende Menschen begleitet. "Eine schöne Arbeit", wie sie selbst findet. Und so motiviert, wie in den vergangenen zwei Jahrzehnten, hilft sie noch immer. Sie freut sich auf die abendliche Stunde, die sie mit Gertrud Blum verbringt. Im Wechsel mit Heidi Stark bereitet sie der alten Dame das Abendbrot, erzählt von den Neuigkeiten im Ort und räumt die Küche wieder auf. Der tägliche Besuch der Helferinnen bedeutet für Gertrud Blum eine willkommene Abwechslung und trägt entscheidend dazu bei, dass sie noch immer in den eigenen vier Wänden wohnen kann.