Die Planungen für das Mehrgenerationenhaus in Wald sind langwierig. Zwei Stunden beschäftigte sich der Gemeinderat am Dienstag erneut in seiner Sitzung mit diesem Thema. Der Gemeinderat beschloss nach langen Beratungen einstimmig, bei den Entwurfsplanungen, so wie sie vorgelegt wurden, weiter vorzugehen. Der Rat gab dem Architekten auf den Weg, dass man über jede 5000 Euro Einsparung "mehr als glücklich wäre und hoffe, dass es sich umsetzen lässt".

Gesamtkosten von rund 2,2 Millionen Euro

Bei den Ausschreibungen solle – wo möglich – Wert auf Varianten gelegt werden. Es sind vor allem die Kosten, die den Gemeinderäten schwer im Magen liegen. Philipp Sohn von Roterpunkt Architekten stellte die Kostenberechnung vor. Die Gesamtkosten belaufen sich mittlerweile auf rund 2,2 Millionen Euro, davon betragen die Baukosten knapp 1,6 Millionen Euro. Lange war von 1,9 Millionen Euro ausgegangen worden. Die Entwurfsplanungen seien mit den entsprechenden Fachplanern weiterentwickelt worden, gab der Architekt an. Am Grundriss wurde nichts geändert. Die technischen Anlagen sind mehr und teurer geworden und auch die Küchenausstattung war bislang nicht enthalten gewesen, so Sohn.

Möglichkeiten bei technischen Anlagen

Auf Wunsch des künftigen Pächters, der Vinzenz von Paul gGmbH, kam eine Kühlzelle für Lebensmittel hinzu. "Man hat schon viele Runden gedreht, um die Kosten runterzubringen", antwortete Sohn. "Bei der Ausschreibung kann es bis zu 20 Prozent Mehr- oder Minderkosten geben", warnte er zudem. Eine Einsparmöglichkeit von rund 19 000 Euro stellte Christoph Beck vom Ingenieurbüro Knaus und Zentner aus Pfullendorf bei den Ausführungen zu den technischen Anlagen vor. Statt einer zentralen Warmwasserbereitung mit Pufferspeicher können Durchlauferhitzer integriert werden. Diese sind aufgrund des geringen Wasserverbrauchs auch in anderen Kindergärten üblich. Der Stromverbrauch sei jedoch höher und der elektrische Hausanschluss müsse größer werden. Dem stimmte der Rat mehrheitlich zu.

Bürgermeister Werner Müller: "Nicht auf Kosten der Zeit"

Gerne hätten die Räte bei der Lüftungsanlage statt einer Grundbelüftung eine Komfortbelüftung. Vielfältige Vorschläge brachte das Gremium vor, von einer Dreifach-statt Zweifachverglasung der Fenster, eine Installationsebene auf den Wänden Holzständerbauweise, sie stellten auch die Dachbegrünung in Frage. Man baue nicht für zehn Jahre, sondern für die nächsten 50 Jahre, argumentierte Gerhard Lohr (CDU). Die Baumaßnahme muss komplett finanziert werden. 300 000 Euro müsse die Gemeinde laut Zuschussauflage bis Jahresende verbaut haben, betonte Bürgermeister Werner Müller. "Ich bin bei Ihnen, was die Einsparungen betrifft, aber nicht auf Kosten der Zeit", so der Verwaltungschef.

Dringend benötigte Krippen- und Kindergartenplätze schaffen

Walder Eltern seien bereits beim Landratsamt mit der Betreuungsfrage vorstellig geworden, drängte der Bürgermeister. Um die Vertragsunterzeichnung mit Vinzenz von Paul werde sich der Bürgermeister in der kommenden Woche kümmern. Zu den von Landschaftsarchitekt Klaus Saur vorgelegten Planungen der Außenanlagen gab es nur wenige Fragen zur Parkplatzanordnung und zur Bring- und Abholsituation.

Bereits seit 2016 beschäftigt sich der Rat mit dem Bau, um die dringend benötigten Krippen- und Kindergartenplätze zu schaffen. Unter einem Dach sollen Kindertageseinrichtung und eine Tagespflege der Vinzenz von Paul gGmbH Platz finden.