Der Walder Gemeinderat hat beschlossen, im Kindergarten "Abenteuerland" in Wald die Öffnungszeiten auf 7 bis 13.30 Uhr zu erweitert. Eltern, die das in Anspruch nehmen möchten, zahlen für Kinder über drei Jahren 20 Euro mehr pro Monat. Von einer Schließung des Kindergartens "Abenteuerland" an einzelnen Nachmittagen wird abgesehen, weil sich dadurch die Zuweisung um rund 12 000 Euro verringern würde.

Auch die "Villa Kunterbunt" hat länger geöffnet

Auch die Betreuungszeiten im Kindergarten "Villa Kunterbunt" in Ruhestetten sollen zum nächstmöglichen Zeitpunkt um 3,75 Wochenstunden erhöht werden, erklärte Hauptamtsleiter Michael Wenzler. Dadurch stiegen die Zuweisungen für die Einrichtung um rund 10 500 Euro. Die Verwaltung wird die Kindergartenordnung entsprechend anpassen.

45 Eltern hatten Bedarf längerer Betreuung angemeldet

In der Sitzung vom 19. Juni hatte der Gemeinderat beschlossen, die Öffnungszeiten im Kindergarten "Abenteuerland" auszuweiten. Die Verwaltung war beauftragt worden, eine Gebührenkalkulation mit Ausgleich der Mehrkosten vorzulegen. 45 Eltern hatten Bedarf an erweiterten Öffnungszeiten angemeldet. Durch die Verlängerung der Öffnungszeiten erhält die Gemeinde knapp 11 000 Euro weniger Zuweisungen, für die Krippengruppe steigt die Jahreszuweisung um rund 8000 Euro.

Keine Auswirkungen auf Personalbedarf

Die Einführung von verlängerten Öffnungszeiten habe nach dem Rechenmodell des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg keine Auswirkungen auf den Personalbedarf im Kindergarten Abenteuerland, erklärte Michael Wenzler. Die Schichten für die Mitarbeiter würden sich jedoch ändern.

Im Mehrgenerationenhaus vor 2020 keine Kinderbetreuung

Der Mehrbedarf an Personal im Kindergarten "Villa Kunterbunt" durch eine Verlängerung der Öffnungszeit um 3,75 Stunden liegt bei 0,35 Stellen. "Es wird dieses Jahr knapp, die verfügbaren Plätze werden vermutlich nicht mehr ausreichen", sagte Wenzler. Die benötigten Kindergartenplätze im Kindergartenjahr 2019/2020 könnten nicht durch das geplante Mehrgenerationenhaus aufgefangen werden. Wenzler unterstrich: "Vor 2020 brauchen wir nicht daran denken, im Mehrgenerationenhaus eine Kinderbetreuung anbieten zu können."

Kindergärten kosten Gemeinde rund 1 Million Euro pro Jahr

Die Kosten für die beiden gemeindlichen Kindergärten liegen bei rund 1 Million Euro pro Jahr, das sei enorm für eine Gemeinde in dieser Größenordnung, sagte der Bürgermeister. Die Verwaltung könne den Eltern keine guten Taten zukommen lassen, wies der Hauptamtleiter darauf hin, dass die Verwaltung mit einem Deckungsgrad der Kindergartenkosten durch die Elternbeiträge mit 12 bis 13 Prozent deutlich unter den anvisierten 20 Prozent liege. Ralf-Peter Hipp bedauerte: "Schade, dass die Kindergartenleitung heute nicht da ist, wenn es um solche Sachen geht." Da das Thema bereits abgestimmt sei, habe er keine Notwendigkeit gesehen, die Leitung zur Sitzung zu bitten, antwortete Bürgermeister Werner Müller. Die Verwaltung habe sich mit der Kindergartenleitung zusammengesetzt und das Thema erörtert. Eine Anwesenheit der Kindergartenleitung bei der Sitzung hätte vier Arbeitsstunden gekostet, machte Werner Müller deutlich.