Die Einstimmung in die Adventszeit mit dem Jungchor Regenbogen in der Pfarrkirche St. Bernhard wurde für eine große Zahl von Zuhörern ein schönes Hörerlebnis. Als Adventsmeditation hatte Marvin Fangauer, Dirigent des 50 Mitglieder zählenden Chors, das Thema "Und meine Seele singt" ausgesucht. In ihrer Begrüßung erläuterte Christine Muffler die Programmvielfalt. In dieser wohne eine Vielzahl von Kräften, ohne greifbar zu sein. Über das Singen gebe es einen Zugang zum Verstehen der Seele.

Spürbar wurde dies in einer von Erwartungsstille erfüllten Auftaktminute. Mit "Magnificat" bot der doppelt vierstimmig aufgestellte Chor von der Empore mit Johanna Fangauer an der Aichgasserorgel Musik von betörender Schönheit. In der Süße, die wie von der Höhe kam, schienen die Zuhörer den Atem anzuhalten. Daraufhin zog die Singgemeinschaft Jungchor im meditativen Gesang mit den Instrumentalisten durch das Kirchenschiff zum Altarraum ein.

Von hier aus führte der Dirigent seinen Chor durch 15 Musikstücke, eines schöner gesungen als das andere. Im Titellied "Und meine Seele singt" zeigte der Chor die Stärke des Herzens, auch mit stimmungsvollen wie beschwingten Spirituals und mit dem "Irischen Segenslied", bei dem Georg Fangauer Saxofon spielte.

Was der Chor an hoher Singkraft mit Soli auch nachfolgen ließ: Das Publikum war und blieb hingerissen. Das änderte sich schlagartig im Schlusslied, als die Zuhörer einen rhythmisch befreienden Klatschmarathon gaben, was der Chor, sich vor den den Zuhörern verbeugend, mit Zugaben erwiderte.

Passend zu den Gesangsstücken wurden Bilder zum Thema "Und meine Seele singt" eingeblendet, wobei Chormitglieder Einblicke in ihre Gesangsstücke gaben. Mit dem Auftakt zu "Lobe den Herrn meine Seele" forderte Fangauer die Zuhörer zum Mitsingen auf. Im Lied "Take My Life" brillierten Andrea Berwarth, Jonas Häuptle und Edwin Matheis mit feinen Stimmen als Solisten im Chor. Das sollte sich im "Abschiedslied der Zugvögel" ebenso glanzvoll wiederholen, diesmal mit den Solistinnen Johanna Fangauer und Sybille Sauder-Stark. Im Schlusswort bat die Vorsitzende Andrea Berwarth um eine Spende. Diese gehe an das Frauen- und Kinderschutzhaus des Landkreises Sigmaringen, eine Einrichtung für Frauen und Kinder, die vor häuslicher Gewalt fliehen müssen.