Bei der Jugendbeteiligung in Wald geht es voran. Die rund 15 Jugendlichen, die sich im sogenannten 14er-Rat beteiligen, möchten in der Gemeinde etwas bewegen und Projekte umsetzen. Dabei zeigen sie Eigeninitiative, Ideen und Engagement. "Sie sind selbst kreativ und super zuverlässig. Die Ideen, die kommen, sind klasse", freut sich Martina Stecher, Sozialpädagogin und Erzieherin beim Forum Jugend, Soziales, Prävention.

Bei Martina Stecher laufen die Fäden zusammen

Sie baut für ein Jahr mit einer 25-Prozent-Stelle des Forums Jugend Soziales Prävention die Jugendbeteiligung in Wald auf, moderiert die Arbeitstreffen und bildet das Bindeglied der Jugendlichen zur Gemeinde. Bei ihr laufen alle Fäden der Arbeitsgruppen zusammen. "Die Verwaltung erlebe ich als sehr positiv, die Rathausmitarbeiter haben sich für die Gespräche mit den Jugendlichen Zeit genommen", lobt sie.

Vier große Themen angehen

Im Januar 2018 hatten Roland Schönbucher und Dietmar Unterricker dem Walder Gemeinderat die Jugendbeteiligung vorgestellt. Der Rat war diesem positiv gegenübergestanden und hatte grünes Licht für die Jugendbeteiligung in Wald gegeben. Nach der Einladung an die Jugendlichen, die alle in diesem Jahr 14 Jahre alt werden oder wurden, folgte ein Jugendhearing, bei dem sich vier große Themen herauskristallisierten.

In Arbeitsgruppen werden Projekte umgesetzt

Rund 20 Prozent der angeschriebenen Jugendlichen waren zur Auftaktveranstaltung gekommen. Das liegt im Durchschnitt, freut sich Roland Schönbucher, Leiter der Jugendbeteiligung im Landkreis Sigmaringen. "Es geht darum, dass man sich in der Gemeinde einbringen kann und sich für Dinge, die man gerne hätte, einsetzt", begründet Lena ihr Engagement im 14er-Rat. Auch der bereits 17-jährige Domenic stieß hinzu. In Arbeitsgruppen nahmen sich die Jugendlichen den Projekten an.

Von der Recherche bis zur Montage

Ein Projekt des 14er-Rats wurde bereits in die Tat umgesetzt. Für die Fußballtore auf dem roten Platz an der Zehn-Dörfer-Halle wünschten sich Niklas, Alexander und Jan neue Netze. "Die alten Netze waren kaputt", begründet Niklas. Die drei haben daraufhin die Tore ausgemessen, recherchierten im Internet und wurden mit ihrem Anschaffungswunsch beim Bürgermeister vorstellig. Und nicht nur das. Auch bei der Anbringung der Netze packten sie gemeinsam mit den Bauhofmitarbeitern an. "Es ist cool, in den Prozess eingebunden zu sein", findet Niklas.

Aufenthalte im Ausland ermöglichen

Lukas und Katharina wollen für die Gemeinde Wald eine Partnerstadt im fremdsprachigen Ausland suchen. Damit soll Jugendlichen die Möglichkeit zum Austausch, nicht nur sprachlich, sondern auch kulturell, ermöglicht werden, gibt Katharina an. Mit einer Präsentation wurde die Arbeitsgruppe bereits beim Hauptamtsleiter Michael Wenzler vorstellig und will das Projekt zeitnah im Rahmen der öffentlichen Gemeinderatssitzung vorstellen.

Wunsch nach einem Jugendtreff

Einen Jugendtreff in Wald wünschen sich Domenic, Ben, Imke, Bianca, Lena und Annika. "Damit man sich außerhalb von zu Hause ohne Eltern und mit mehr Menschen treffen und eventuell Events anbieten kann", berichten Lena und Domenic. Auch diese Arbeitsgruppe war bereits mit einer Präsentation bei der Verwaltung und wird ihr Anliegen demnächst im Gemeinderat anbringen. Ben wünscht sich für die Vorstellung in der Gemeinderatssitzung die Unterstützung von weiteren, an einem Jugendtreff interessierten Jugendlichen – als Zuhörer.

Braucht Unterstützung des Gemeinderats

Das Problem sei, dass es in Wald keine geeigneten Räume gibt, bedauern die Jugendlichen. Nun sollen andere Örtlichkeiten oder Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. "Die Unterstützung des Gemeinderats ist dafür notwendig", betont Martina Stecher. Luna und Milena setzen sich dafür ein, dass die sportlichen Aktivitäten für die internen Schülerinnen an der Heimschule Kloster Wald, wie Basketball, Handball oder Tennis, für Walder Mädchen geöffnet werden. Sie haben dafür bereits mit der Internatsleitung Dorothea Mangold Gespräche geführt. Sie sind guter Dinge und freuen sich, bereits so weit gekommen zu sein.

"Kommunen sind offen und wohlwollend"

Roland Schönbucher, Forum Jugend Soziales Prävention, Leiter der Jugendbeteiligung im Landkreis Sigmaringen:

Was spricht für den 14er-Rat?

Für den 14er-Rat spricht, dass die 14-Jährigen noch nicht zu sehr mit Schulprüfungen belastet sind. Sie sind noch nicht mobil und verbringen den Großteil ihrer Freizeit in der Heimatgemeinde. Sie haben allgemein noch einen lockereren Terminkalender als ältere Jugendliche.

Wie gehen die Kommunen damit um?

Die Kommunen stehen sehr offen und wohlwollend den Anliegen der Jugendlichen gegenüber. Sie unterstützen die Anliegen und versuchen sie umzusetzen.

Welche Kommunen im Landkreis Sigmaringen haben eine Jugendbeteiligung?

Neufra, Scheer-Heudorf, Schwenningen, Veringenstadt, Hettingen, Ostrach, Inzigkofen, Wald, Leibertingen, Illmensee, Krauchenwies (neu), Sigmaringendorf (ausgelaufen).

Was sind Ihre Aufgaben?

Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Mitarbeiter alles Notwendige haben, damit sie einen guten Job machen können, Unterstützung bei der Moderation der Jugendhearings, Vermitteln bei Konflikten, Unterstützung bei konzeptionellen Fragen und die Verwaltung und Abrechnung der Bundesgelder. Sehr wichtig sind außerdem die Vernetzungsarbeit, regelmäßige Teamsitzungen und die Teilnahme an überregionalen Fortbildungen, Veranstaltungen und Treffen.

Fragen: Sandra Häusler

Informationen über die Jugendbeteiligung im Landkreis Sigmaringen und die Projekte der 14er-Räte: http://www.jugendengagement.de