Die Heinz-Sielmann-Stiftung plant, ein Stillgewässer im Naturschutzgebiet Ruhestetter Ried anzulegen. Das Maßnahmengrundstück ist ein 1,35 Hektar großes Gelände unmittelbar an der Riedstraße gelegen. Die Fläche befindet sich nach einem Flächentausch im Eigentum der Stiftung. Der dort angesiedelte Fichtenwald war bei einem Sturm stark beschädigt worden, die Bäume wurden geerntet.

Das Gelände hat einen sehr hohen Grundwasserstand, das heißt, das Grundwasser steht, wie Messungen ergaben, sehr dicht unter der Geländeoberfläche. "Das sind ideale Voraussetzungen, um ein Stillgewässer anzulegen", erläutert Sindy Bublitz von der Heinz-Sielmann-Stiftung auf Nachfrage des SÜDKURIER. Es gebe im Naturschutzgebiet zu wenige offene Wasserflächen.

Neue Lebensräume für Tiere

Ein Stillgewässer ist ein Gewässer mit Schilfzone und ein bis zwei geschützten Brutinseln, ähnlich dem Heinz-Sielmann-Weiher in Owingen-Billafingen. Vor allem Vögel, Amphibien und Libellen finden dadurch neue Lebensräume zur Fortpflanzung, Nahrungssuche und Rast. Nach derzeitiger Planung soll das Stillgewässer laut Bublitz im Zeitraum von Dezember 2018 bis März 2019 angelegt werden. Dazu soll der Pionierwald auf der Fläche gerodet und das Gelände ausgebaggert und modelliert werden. Die Biotopanlage werde weder die landwirtschaftliche Nutzung in dem Gebiet noch die Planungen zur Ausweisung als Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebiet des Regierungspräsidiums Tübingen beeinflussen, unterstrich Sindy Bublitz.

Gemeinderat Gerhard Hahn (UL) hatte in der vergangenen Gemeinderatssitzung nach diesen Vorhaben gefragt. Die Verwaltung wisse von diesem Vorhaben, antwortete Bürgermeister Werner Müller, könne dazu keine weiteren Angaben machen. Zu gegebener Zeit werde die Gemeinde dazu angehört. Eine geplante Renaturierung der historischen Klosterweiher war 2015 gescheitert. Werner Müller hatte das damit begründet, dass es der Verwaltung nicht gelungen sei, den nötigen Grunderwerb dafür zu tätigen.