22 frischgebackene Maßschneidergesellinnen der Heimschule Kloster Wald ließen die Zuschauer mit einer glamourösen Modenschau durch die Modemetropolen der Welt reisen. Die Lossprechungsfeier und die Modenschau setzten an den Abschluss der Lehrzeit einen farbenprächtigen und glanzvollen Schlusspunkt. Die Gesellinnen zeigten ihre individuellen und selbstgeschneiderten Kleidungs-und Gesellenstücke, die während ihrer Ausbildung an der Heimschule entstanden sind. In der Klosterturnhalle war der Laufsteg aufgebaut worden, der rote Teppich lag aus. Mit ihren Gesellenstücken eröffneten die jungen Frauen die Modenschau. Jacken kombinierten sie lässig mit Jeans und Stiefeletten, ließen Florenz ganz in Rot erstrahlen, bevor sie eine Sommerparty in Mailand steigen ließen. Zum Hingucker wurde die Schmucktechnik, bevor es nach Paris, in Schwarz und Weiß nach Berlin, nach London ging. Mäntel waren im kalten Moskau dran. Mit Glanz und Glitzer ging es zur After Show Party und in eleganten Abendroben, ihren Abiturballkleidern, unter lautstarkem begeisterten Beifall zur Abi Oscar Nacht.

Unter dem Titel "Red Florenz" präsentierten die frischgebackenen Maßschneidergesellinnen bei der Modenschau hier rote Kreationen.
Unter dem Titel "Red Florenz" präsentierten die frischgebackenen Maßschneidergesellinnen bei der Modenschau hier rote Kreationen.

Zuvor feierten die Gesellinnen ihre Lossprechung. August Wannenmacher, Vizepräsident der Handwerkskammer Reutlingen und Kreishandwerksmeister Zollern-Alb, sprach die jungen Frauen von den Pflichten der Ausbildung frei und erhob sie in den Gesellenstand. Er hoffe, dass während der Ausbildung das Feuer für ihren handwerklichen Beruf entfacht wurde, und weiter brenne. Wannenmacher hob die besondere Ausbildungsform "Abitur plus Gesellenbrief" an der Heimschule hervor und betonte, dass das deutsche Handwerk vielfältige Möglichkeiten und Perspektiven biete. Gemeinsam mit Diana Kempf. Leiterin der Werkstätten an der Heimschule, überreichte er die Gesellenbriefe und Preise. Die Gesellenstücke von Mareike Schnee, Anika Heinzelmann und Riccarda Selegrad werden beim Leistungswettbewerb des Handwerks "Die gute Form – Handwerker gestalten" eingereicht. Diana Kempf stellte das Sprichwort "Kleider machen Leute" in den Mittelpunkt ihrer Ansprache. Die Zeit, in der Kleidung nur zweckmäßig war, sei vorbei. "Mode ist ein Spiegel unserer Gesellschaft", unterstrich sie. In Zeiten von Fast Fashion, Ausbeutung von billigen Arbeitskräften und Massenware im Überfluss liegen die Maßschneiderinnen mit ihren individuellen Kleidungsstücken und mit ihrer Ausbildung ganz im Trend "Slow Fashion", dem bewussten Umgang mit Mode. Mit dem Erziehungs-und Bildungskonzept der Heimschule seien die jungen Frauen sehr gut auf das Leben vorbereitet worden. Sie wünschte allen Gesellinnen viel Erfolg für ihren beruflichen Werdegang und alles Gute für ihren privaten Lebensweg. Die Lehre werde ihnen ein oder zwei Türen mehr öffnen, als das Abitur alleine, waren sich die Maßschneidergesellinnen Berenice von Montgelas und Albertine von Thüngen in ihrer Ansprache sicher. "Für uns Girls bleibt Wald immer ein großer, roter Punkt auf dem Globus", beschrieben sie ihre Schulzeit als prägende Zeit ihrer Persönlichkeitsentfaltung. Die Lossprechung umrahmten die Schülerinnen selbst musikalisch.

Mit einer Reise durch die Modemetropolen der Welt präsentierten die 22 Maßschneidergesellinnen bei der Modenschau unter dem Motto "Fashion Week" auch Kostüme und Hosenanzüge im New Yorker Business-Look.
Mit einer Reise durch die Modemetropolen der Welt präsentierten die 22 Maßschneidergesellinnen bei der Modenschau unter dem Motto "Fashion Week" auch Kostüme und Hosenanzüge im New Yorker Business-Look.

Gesellinnen

Natascha Reddemann, Herdwangen-Schönach; Eva Handl, Anika Heinzelmann (2,1), Chiara Meier-Wichmann, Frickingen; Sarah Lehmann, Hohenfels; Maren Müller, Ostrach; Olga Ferenschild, Mareike Schnee (2,1), Owingen; Stefanie Rösch, Sophia Schütz, Sigmaringen; Emily Metzner, Anna Michalsen (2,2), Überlingen; RiccardaSelegrad (2,1), Uhldingen-Mühlhofen; Julia Laubenberger, Meersburg; Tina Löser (2,0), Mengen; Maria-Leopoldina von Waldburg-Zeil, Bad Wurzach; Clara Göler, Berlin; Albertine Freiin von Thüngen, Zeitlofs; Berenice von Montgelas, Gerzen; Pauline von Pezold, Niederfüllbach; Theresa Engelhardt (2,3), Rodersdorf (CH), Julia Egloff, Tägerwilen (CH).


"Ich nehme die kreative Arbeit mit"

Maren Müller, Ostrach-Burgweiler, 19 Jahre."Ich beginne im September eine Ausbildung zur Erzieherin. Aus der Lehre nehme ich das kreative Arbeiten mit, dass man sich immer wieder tolle Ideen einfallen lassen kann und geduldig bleibt. Unsere selbst gestalteten Kleidungsstücke sind direkt für uns auf Maß gefertigt. Man kann Stoff, Farbe, Muster und Knöpfe nach seinen Vorstellungen auswählen, anders als im Geschäft. Ich habe die Heimschule wegen der Lehre ausgewählt, habe zuhause schon viel genäht und hier das nötige Fachwissen erworben. Am meisten Spaß macht, wenn man sich mit Ideen im Kopf mit der Meisterin zusammensetzt und mir ihr überlegt, wie diese Idee umgesetzt werden kann. Schön und spannend ist, wenn man erstmals in das Kleidungsstück schlüpft und es so ist, wie man es sich vorgestellt hat." .
Maren Müller aus Ostrach-Burgweiler, 19 Jahre.

Maren Müller: Die 19-Jährige aus Ostrach-Burgweiler beginnt im September eine Ausbildung zur Erzieherin: "Aus der Lehre nehme ich das kreative Arbeiten mit, dass man sich immer wieder tolle Ideen einfallen lassen kann. Unsere Kleidungsstücke sind direkt für uns auf Maß gefertigt. Man kann Stoff, Farbe, Muster und Knöpfe nach seinen Vorstellungen auswählen, anders als im Geschäft. Ich habe die Heimschule wegen der Lehre ausgewählt, habe zuhause schon viel genäht und hier das nötige Fachwissen erworben. Am meisten Spaß macht, wenn man sich mit Ideen im Kopf mit der Meisterin zusammensetzt und mit ihr überlegt, wie diese Idee umgesetzt werden kann. Schön ist, wenn man erstmals in das Kleidungsstück schlüpft und es so ist, wie man es sich vorgestellt hat."

"Disziplin und Geduld gelernt"

Stefanie Rösch, Sigmaringen, 19 Jahre."Meine Eltern haben die Heimschule aufgrund der Lehre ausgewählt. Die Probetage haben mich im Wunsch nach der Maßschneiderlehre bestärkt, weil ich sah, was man in kurzer Zeit mit den Händen herstellen kann. Ich bin im Laufe der Ausbildung geduldiger und disziplinierter geworden. Im letzten halben Jahr haben wir soziale Kompetenzen, wie Teamfähigkeit und gegenseitige Hilfe ausgebaut. Wir durften außergewöhnliche Stücke und Details gestalten, viel ausprobieren. Ich habe richtigen Spaß am Nähen und kreativen Arbeiten entwickelt und überlege, ob ich in diese Richtung weitergehe." .
Stefanie Rösch aus Sigmaringen, 19 Jahre.

Stefanie Rösch: Bei der 19-Jährigen aus Sigmaringen haben die Eltern die Heimschule aufgrund der Lehre ausgewählt: "Die Probetage haben mich im Wunsch nach der Maßschneiderlehre bestärkt, weil ich sah, was man in kurzer Zeit mit den Händen herstellen kann. Ich bin im Laufe der Ausbildung geduldiger und disziplinierter geworden. Im letzten halben Jahr haben wir soziale Kompetenzen, wie Teamfähigkeit und gegenseitige Hilfe ausgebaut. Wir durften außergewöhnliche Stücke und Details gestalten, viel ausprobieren. Ich habe richtigen Spaß am Nähen und kreativen Arbeiten entwickelt und überlege, ob ich in diese Richtung weitergehe."

"Die eigenen Ideen umsetzen"

Natascha Reddemann, 19 Jahre, Herdwangen-Alberweiler."Als wir vor fünf Jahren hergezogen sind, wählten meine Familie und ich die Heimschule Kloster Wald aufgrund der Doppelqualifikation 'Abitur plus Gesellenbrief'. Ich wollte mich beruflich Richtung Design orientieren. Die Ausbildung hilft mir im Alltag, beim Ändern von Kleidern, dem Annähen von Knöpfen, beim Einkauf und auch bei meinem geplanten Studium Medien und Kommunikationsmanagement. Während der Ausbildung haben wir Disziplin gelernt, den Arbeitsalltag kennengelernt und eine Menge Durchhaltevermögen aufgebracht. Am meisten Spaß gemacht hat, dass wir unsere Kleidungsstücke selbst entwerfen konnten und dass wir eigene Entwürfe und Ideen auch außerhalb der Lehrzeit umsetzen durften."...
Natascha Reddemann, 19 Jahre, aus Herdwangen-Alberweiler.

Natascha Reddemann: Die 19-Jährige aus Herdwangen-Alberweiler zog mit ihrer Familie vor fünf Jahren in die Region: "Meine Familie und ich wählten die Heimschule Kloster Wald aufgrund der Doppelqualifikation Abitur plus Gesellenbrief aus. Ich wollte mich beruflich Richtung Design orientieren. Die Ausbildung hilft mir im Alltag, beim Ändern von Kleidern, dem Annähen von Knöpfen, beim Einkauf und auch bei meinem geplanten Studium Medien und Kommunikationsmanagement. Während der Ausbildung haben wir Disziplin gelernt, den Arbeitsalltag kennengelernt und eine Menge Durchhaltevermögen aufgebracht. Am meisten Spaß gemacht hat, dass wir unsere Kleidungsstücke selbst entwerfen konnten und dass wir eigene Entwürfe und Ideen, auch außerhalb der Lehrzeit, umsetzen durften."

"Erfahrung bringt mir später etwas"

Olga Ferenschild, Owingen, 18 Jahre."Durch meine große Schwester bin ich in der fünften Klasse an die Heimschule gekommen. Die Lehre war der wichtigste Punkt bei der Auswahl. Bei den Probetagen hat mir die Schneiderei am besten gefallen. Die Lehre hat mir immer mehr Spaß gemacht, vor allem der Kontrast zum Unterricht etwas Praktisches mit den Händen zu gestalten. Das letzte halbe Jahr der ganztägigen Lehre war die intensivste Zeit. Wir haben uns gegenseitig ermutigt, der Gruppenzusammenhalt war stark. Unserer Meisterin gelang die Balance zwischen Wissensvermittlung und Humor. Als Maßschneiderin achtet man beim Kleiderkauf viel mehr auf Qualität, Verarbeitung und Details. Ich kann sehr leicht Kleider ändern. Ich denke, dass ich mit meinem Beruf später nicht direkt etwas mit Mode zu tun haben werde, aber dennoch glaube ich, dass die Erfahrung aus der Lehrzeit mir später etwas bringen wird." .
Olga Ferenschild aus Owingen, 18 Jahre.

Olga Ferenschild: Die 18-Jährige aus Owingen ist durch ihre große Schwester in der fünften Klasse an die Heimschule gekommen: "Die Lehre war der wichtigste Punkt bei der Auswahl. Bei den Probetagen hat mir die Schneiderei am besten gefallen. Die Lehre hat mir immer mehr Spaß gemacht, vor allem der Kontrast zum Unterricht etwas Praktisches mit den Händen zu gestalten. Das letzte halbe Jahr der ganztägigen Lehre war die intensivste Zeit. Unserer Meisterin gelang die Balance zwischen Wissensvermittlung und Humor. Als Maßschneiderin achtet man beim Kleiderkauf viel mehr auf Qualität, Verarbeitung und Details. Ich denke, dass ich mit meinem Beruf später nicht direkt etwas mit Mode zu tun haben werde. Aber dennoch glaube ich, dass die Erfahrung aus der Lehrzeit mir später etwas bringen wird."