Durch mehrfache Einbrüche im Schützenhaus Ruhestetten sind dem Schützenverein 1960 Ruhestetten erhebliche Kosten von insgesamt rund 8000 Euro entstanden. Zum einen entstanden Schäden am Gebäude, Einrichtungsgegenstände müssen ersetzt oder repariert werden. Zudem wurde Bargeld gestohlen. Und auch die Nachrüstungsforderungen der Versicherung in die Sicherheit werden kostenintensiv: Auf der Liste stehen eine neue Sicherheitstür für den Waffenraum, Überwachungskameras und eine Alarmanlage.

Vorsitzender Werner Scholl stellte daher im Namen des Schützenvereins bei der Gemeinde Wald den Antrag auf einen Zuschuss zur Unterstützung bei diesen Kosten. Das Schützenhaus ist nicht nur ein Vereinsheim für die Schützen, sondern für die Einwohner, im Besonderen für die Ruhestetter, ein wichtiger Versammlungs-und Veranstaltungsraum. "Im Nutzen der Sache bin ich dafür, dass man den Schützenverein unterstützt", appellierte Gemeinderat Gerhard Lohr (CDU) aus Ruhestetten an die Ratskollegen und bat um deren großzügige Unterstützung.

Mit brachialer Gewalt hebelten die Einbrecher im Januar 2017 die Holztüre im Schützenhaus auf.
Mit brachialer Gewalt hebelten die Einbrecher im Januar 2017 die Holztüre im Schützenhaus auf. | Bild: Silvia Scholl

Die vier Einbrüche in zweieinhalb Jahren seien ein "starkes Stück", sagte Lohr. Durch den Mehraufwand komme der kleine Verein an seine Grenzen. Ruhestetten habe keinen Bürgersaal wie andere Ortsteile, das Schützenhaus sei ein Versammlungsraum für die Ruhestetter Bevölkerung. Lohr rief den Vergleich mit dem Abmangel der gemeindeeigenen Dorfgemeinschaftshäuser in Erinnerung, der 2016 bei insgesamt rund 80 000 Euro lag und sprach sich dafür aus, dem Verein mit 1900 Euro unter die Arme zu greifen.

Jutta Krall (FWV) mutmaßte, dass die Einbrecher wohl an die Waffen kommen wollten. Sie fand es nicht in Ordnung, einen Zuschuss zur Waffensicherung zu leisten. "An die Waffen sind sie nie gekommen. Die sind sicher verwahrt", entgegnete ihr Gerhard Lohr postwendend. Der Schaden an Gebäude und Mobiliar sei größer als der Schaden durch erbeutetes Bargeld. Dass viermal eingebrochen wurde, lag nicht an den Waffen, sondern an der Lage des Objektes, unterstrich Gemeinderat Michael Riegger (CDU) und hob auch die Eigenleistungen der Mitglieder bei der Wiederinstandsetzung der Einbruchsschäden hervor.

Gerhard Hahn (UL) sprach sich für einen einmaligen Zuschuss wie bei anderen Vereinen aus und schlug 500 bis 750 Euro vor, um es gerecht zu halten. Johannes Nipp (CDU) schlug einen Mittelweg von 1000 Euro vor und Jürgen Krall wollte 1500 Euro Unterstützung. Der Schützenverein sei noch nie an die Gemeinde herangetreten, unterstützte Ingrid Tillessen (CDU) den Antrag von Lohr. "Wir haben auch andere Vereine, die auf Unterstützung hoffen", gab Michael Riegger zu bedenken. "Jeder Verein hat bisher bei größeren Investitionen einen Zuschuss von uns erhalten", unterstrich Bürgermeister Werner Müller. Bei der anschließenden Abstimmung fand der 1000-Euro-Zuschuss die mehrheitliche Zustimmung der Räte.

 

Schützenverein

Der Schützenverein 1960 Ruhestetten wurde 1960 gegründet und hat aktuell rund 120 Mitglieder. Vorsitzender ist seit 2009 bis heute Oberschützenmeister Werner Scholl. Der Verein ist Mitglied im Südbadischen Sportschützenverband. Das Schützenhaus in Ruhestetten wurde 1996/1997 mit vielen Eigenleistungen der Vereinsmitglieder gebaut. Das Schützenhaus wird neben dem Schützenbetrieb auch für Vereins-und Familienfeste gerne genutzt und als Versammlungs-und Veranstaltungsort für die Ruhestetter Bevölkerung.