Das Glasfasernetz in der Gemeinde Wald soll ausgebaut werden. Das hat der Gemeinderat in seiner Sitzung am Dienstag im Sitzungssaal des Rathauses beschlossen. Die Straßenzüge Hohenzollernstraße und Von-Weckenstein-Straße in Wald sollen aktiviert werden und in das vorhandene Glasfaserleerrohr Glasfaserkabel eingeblasen werden. Die Marktanforderungen drängen, sagte Bürgermeister Werner Müller. Die Schulleitung der Heimschule Kloster Wald bitte dringend um die Realisierung dieser Maßnahme, begründete er. Die Aktivierung in Wald in diesen beiden Straßen kostet die Gemeinde rund 10 000 Euro.

Rund 12 Anwesen in Ruhestetten haben den Nachteil, an die Vermittlungsstelle in Löcherberg angeschlossen zu sein, obwohl sich in der Ortsmitte ein Kabelverzweiger befindet. Das rund 3,5 Kilometer lange Kupferkabel von der Vermittlungsstelle Löcherberg nach Ruhestetten führt zu sehr langsamer Leitungsgeschwindigkeiten im DSL-Bereich.

Kleines Netz für 12 Anwesen

Bereits mehrfach hatten die Anwohner um eine Lösung ersucht. Die Telekom sei an einem Ausbau des Leitungssystems nicht interessiert. Eine Zuschusszusage in Höhe von 14 453 Euro ging bei der Verwaltung ein. Nun könne ein eigenes kleines Breitbandnetz für die 12 Anwesen aufgebaut werden. Dazu müsse am Straßenrand und Gehweg in Ruhestetten aufgegraben werden und ein rund 150 Meter langes Glasfaserkabel an den Verteiler in Ruhestetten bis zu den Anschlussnehmern gelegt werden. "Der Wunsch kommt von den Ruhestetter Betroffenen", unterstrich der Bürgermeister auf Nachfrage von Jürgen Krall, wie viele von den zwölf Anwesen einen Anschluss wünschen.

Die Gesamtkosten für Ruhestetten betragen etwa 37 723 Euro. Ferner wird von den Anschlussnehmern eine Kostenbeteiligung erwartet. Gemeinderat Gerhard Lohr (CDU) fragte an, ob nicht ganz Ruhestetten an das Glasfasernetz angeschlossen werden könne. Er plädierte dafür, dass "Ruhestetten den großen Wurf mache". Diese Möglichkeit hatte die Verwaltung bereits nachgerechnet. "Dafür müsste die Gemeinde knapp 97 000 Euro in die Hand nehmen und bekäme keine Förderung", antwortete ihm Geschäftsführer Andreas Gräfe von der Breitbandversorgungsgesellschaft. Mit Zuschüssen könne nicht gerechnet werden, außer Gewerbetreibende in Ruhestetten würden die Notwendigkeit der Breitbandversorgung nachweisen.

Ausbau des "kleinen" Glasfasernetzes in Ruhestetten

Andreas Gräfe hatte zuvor die Gemeinderäte zuvor über den Ist-Zustand der Breitbandversorgung in der Gemeinde Wald informiert. Einstimmig entschied der Gemeinderat, den Ausbau des "kleinen" Glasfasernetzes in Ruhestetten und der beiden Straßen in Wald und einen Förderantrag für den Ausbau des Glasfasernetzes für den ganzen Ruhestetter Ortskerns zu stellen. In den Haushalt 2018 wurden von der Verwaltung für Maßnahmen im DSL-Bereich 200 000 Euro eingestellt.