Einstimmig hat der Gemeinderat die Änderung des Haushaltsplans und der Haushaltssatzung 2018 beschlossen. Bürgermeisterstellvertreter Gerhard Lohr leitete die Sitzung für den nach wie vor krankgeschriebenen Bürgermeister.

Gebühren werden angehoben

Bereits in der vorangegangenen Gemeinderatssitzung am 8. Mai hatten die Räte nach eingehender Abwägung und Diskussion entschieden, die Frischwassergebühr um 0,31 Euro und die Schmutzwassergebühr um 1,25 Euro anzuheben. Die Kommunalaufsicht hatte die Genehmigung der Haushaltssatzung 2018 und der Wirtschaftspläne der Eigenbetriebe Wasser und Abwasser von einem Ausgleich der Defizite abhängig gemacht. Die Rechtsaufsichtsbehörde hatte jedoch die Genehmigung in Aussicht gestellt, sofern die eingeplanten Umsatzerlöse durch eine entsprechende Gebührenerhöhung erzielt werden. Da die Erhöhung der Gebühren noch nicht ausreicht, die Defizite aus den Eigenbetrieben nicht ganz decken, auch aus den vorangegangenen Jahren, entschieden die Gemeinderäte, die restliche Summe durch Einsparungen im Kernhaushalt zu finanzieren. Dadurch ist es erforderlich, den Haushalt 2018 erneut aufzustellen und zu beschließen.

"Überall ein bisschen"

Eingespart wurde "überall ein bisschen", sagte Kämmerer Joachim Grüner und nannte dabei die Positionen: Verfügungsmittel des Bürgermeisters, Kindergarten, Grundschule, Unterhalt der Park- und Grünanlagen. Grüner ging auf die Änderungen im Haushaltsplan 2018 ein. Im Gesamtplan sind nun rund 9,82 Millionen statt bisher 9,94 Millionen Euro veranschlagt. Der Verwaltungshaushalt bleibt unverändert, der Vermögenshaushalt wird von bisher 3,67 Millionen Euro auf 3,55 Millionen Euro festgesetzt.

Kreditaufname wird gesenkt

Die geplante Kreditaufnahme wird von bisher 995.000 Euro auf 535.500 Euro gesenkt. Der Jahresabschluss 2017 wird mit einer höheren Rücklagenzuführung abschließen. Die Rücklage beträgt voraussichtlich knapp 1,4 Millionen Euro. Nach Bestimmungen der Gemeindeordnung sind vor der Kreditaufnahme andere Einnahmebeschaffungsmöglichkeiten auszuschöpfen, erklärte Grüner. Daher können für das Jahr 2018 nun knapp 1,3 Millionen Euro bei der Rücklage entnommen werden. Deshalb sinkt die Kreditaufnahme. Ein weiterer Grund dafür sei eine absehbare "wirklich sensationell hohe" Gewerbesteuereinnahme von 950.000 Euro, so Grüner.

Zuschüsse aus Kernhaushalt

Der Eigenbetrieb Wasser wird 2018 mit 21.000 Euro und der Eigenbetrieb Abwasser mit 64.000 Euro aus dem Kernhaushalt bezuschusst. Die Zuführungsrate vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt verringert sich von rund 579 000 Euro auf rund 494.000 Euro. Da sich die Erschließung "Hürsten II" zeitlich verzögert, reduziert die Verwaltung die Kosten von 285.000 Euro auf 200.000 Euro. 2019 sind diese Kosten dann zusätzlich eingeplant. In den Finanzplänen 2019 bis 2021 werden ebenfalls Zuschüsse an die Eigenbetriebe geplant. Diese werden durch Einsparungen am Budget 2019 bis 2021 vorgenommen. In diesem Zug änderten die Räte auch die Wirtschaftspläne für die Eigenbetriebe.

Im Wirtschaftsplan Wasserversorgung wurden neben der Erhöhung des Wasserzinses um 0,31 Euro die Kosten für die Erschließung Hürsten II von 109.000 Euro auf 50.000 Euro gesenkt. 59.000 Euro müssen daher weniger an Kredit aufgenommen werden. Die 59.000 Euro sind dann 2019 zusätzlich eingeplant. Im Wirtschaftsplan Eigenbetrieb Abwasser wurde die Abwassergebühr um 1,25 Euro ab 1. Juli 2018 angehoben. Die Kosten für die Erschließung Hürsten II reduzieren sich von 315.000 Euro auf 150.000 Euro. Dadurch müssen 165.000 Euro weniger an Kredit aufgenommen werden. Die Summe ist dann im Jahr 2019 zusätzlich eingeplant.

Zuschüsse an Eigenbetriebe

2018: 21.000 Euro Wasser, 64.000 Abwasser. In den Finanzplänen 2019 bis 2021 werden die Zuschüsse an die Eigenbetriebe Wasser und Abwasser eingeplant.

2019: 52.354 Wasser, 119.545 Abwasser

2020: 53.884 Euro Wasser, 124.400 Abwasser

2021: 54.494 Euro Wasser, 127.005 Euro Abwasser. Sie werden durch Einsparungen am Budget 2019 bis 2021 vorgenommen.