Clemens Veeser aus Wald, als leidenschaftlicher Sammler und Restaurator von Oldtimerfahrzeugen und Oldtimerfahrrädern bekannt, hegte bereits seit Längerem den Traum von einer Radtour auf historischen Fahrrädern. Ursprünglich sollte es von Passau nach Wien gehen. Dies erwies sich jedoch logistisch als schwierig. So fiel der Entschluss, dass es zunächst von der Heimat ins Donaustädtchen Ulm gehen sollte.

Fünf Kameraden machen sich auf den Weg

Veeser sammelte vier Kameraden für dieses Unterfangen um sich. Franz Wildmann aus Sentenhart war der Älteste, dazu kamen Daniel Maier aus Wald und Alexander Droxner aus Meßkirch-Ringgenbach. Bernd Hahnke aus Walbertsweiler lenkte das Begleitfahrzeug, einen alten 15 PS starken Fendt-Traktor mit Anhänger. Auf den Anhänger wurden Zelte, Grill, Biertischgarnitur und ein Ersatzfahrrad geladen.

In historischer Kleidung und auf Oldtimerfahrrädern radelten (von links) Alexander Droxner, Daniel Maier, Clemens Veeser und Bernd Hahnke von Wald nach Ulm und zurück.
In historischer Kleidung und auf Oldtimerfahrrädern radelten (von links) Alexander Droxner, Daniel Maier, Clemens Veeser und Bernd Hahnke von Wald nach Ulm und zurück. | Bild: Franz Wildmann

Historischer Räder sind Hingucker

Schon die historischen Fahrräder waren einen zweiten Blick wert. Es waren zwei NSU-Fahrräder aus den Jahren 1932 und 1950, ein Gritzner-Fahrrad (Baujahr 1930) und ein Triumph-Rad (Baujahr 1950). Die Radfahrer hatten sich für ihre Tour extra historische Kleidung besorgt. Jeder ließ als gemeinsames Erkennungszeichen ein rotes Stofftaschentuch aus der linken Hosentasche hängen und trug einen Strohhut. Zur Verabschiedung der Radler in Wald hatten sich einige Familienmitglieder versammelt.

Die Radler benutzten bei ihrer Tour nach Ulm ausschließlich Radwege und kleine Wege.
Die Radler benutzten bei ihrer Tour nach Ulm ausschließlich Radwege und kleine Wege. | Bild: Alexander Droxner

Segen für die Reise

Andachtsvolle Stille trat ein, als Marianne Veeser, Mutter von Clemens Veeser, den Radkameraden den Reisesegen gab und ihnen mit Weihwasser ein Kreuz auf die Stirn zeichnete. Sie wünschte allen eine gesunde Rückkehr und schöne Tage. Am ersten Tag ging es für die historischen Radler von Wald nach Bechingen, kurz hinter Riedlingen, eine rund 55-Kilometer-Etappe.

Marianne Veeser gab den Radfahrern für ihre Radtour auf historischen Fahrrädern den Reisesegen. Von links: Alexander Droxner, Daniel Maier, Franz Wildmann, Marianne Veeser, Clemens Veeser und Bernd Hahnke.
Marianne Veeser gab den Radfahrern für ihre Radtour auf historischen Fahrrädern den Reisesegen. Von links: Alexander Droxner, Daniel Maier, Franz Wildmann, Marianne Veeser, Clemens Veeser und Bernd Hahnke. | Bild: Elke Veeser

Nur auf kleinen Wegen unterwegs

Die Radler benutzten ausschließlich Radwege und kleine Wege. "Wir sind ohne Plan zugefahren. Wir wussten nur, wir wollen nach Ulm", so Clemens Veeser. "Es war schön, mit allen Oldtimerfahrrädern und in Begleitung eines Oldtimer Traktors zu fahren", unterstreicht Alexander Droxner. Oft mussten die Radler ihr Gefährt am Berg schieben." Wir hatten eben nur einen Gang", sagen Alexander Droxner und Franz Wildmann schmunzelnd. "Die Geschwindigkeit von Traktor und Rädern war ideal", fand Bernd Hahnke. Er fand die Kombination "einmalig".

Übernachten in einer Scheune

Die Radfahrer landeten in Bechingen zufällig in einer Gastwirtschaft, die am darauffolgenden Tag ihre Pforten schloss. Deshalb war "Leertrinken" des Lagers angesagt und die Radler durften dort in der Scheune übernachten. Ein Glück, denn jeden Abend gab es Regen, Gewitter und einmal sogar Hagel. Am Abend des zweiten Tages überließen ihnen Ehinger eine Unterkunft in einem unbewohnten Haus, das sie auch auf der Rückreise wieder nutzten.

Glück mit dem Wetter

"Der Wettergott war immer bei uns. Wir sind nicht einmal nass geworden und haben immer eine Bleibe gefunden", berichtet Clemens Veeser. Am dritten Tag ging es ohne Traktor nach Ulm, Hahnke schwang sich nun aufs Ersatzfahrrad. Mit einem Besuch des Münsters und des idyllischen Fischerviertels belohnten sich die Radler. Auch dort sorgten die historischen Radfahrer, wie überall auf ihrer Tour, für Aufsehen und waren ein beliebtes Fotomotiv. Dadurch kamen die Männer mit vielen Menschen ins Gespräch.

Die Radler können starten.
Die Radler können starten. | Bild: privat

Gegend anders kennengelernt

Zurück ging es über Bad Buchau, den Federsee und die Schwarzachtalseen. Dort erfrischten sich die Radler mit einem Bad im See. "Wir haben die Gegend auf dem Rad ganz anders kennengelernt, Obermarchtal von einer anderen Seite, waren im Blautopf bei Blaubeuren", ist Veeser beeindruckt. "Ein tolles Ding", lautet Franz Wildmans Resümee, "wir waren eine lustige Truppe, haben von morgens bis abends gelacht. Immer war ein Witz dabei."

Bleibt in Erinnerung

Eines bleibt den Radlern von ihrer besonderen Fahrradtour eindrücklich in Erinnerung. "Wir haben auf der ganzen Tour nur Positives erlebt. Wir haben nur freundliche, hilfsbereite Menschen kennengelernt", sagt Clemens Veeser zufrieden.