Herr Müller, Sie hatten sich im März 2017 für eine vierte Amtszeit als Bürgermeister in der Gemeinde Wald beworben. Bei der Bürgermeisterwahl am 26. März erhielten Sie 785 der 903 gültigen Stimmen. Konnten Sie bereits einige Ihrer Visionen umsetzen?

Wir arbeiten daran. Viele Projekte sind natürlich langfristig angelegt und benötigen deshalb eine entsprechende Planungs- und Vorlaufzeit. Aber gerade beim Bau des Mehrgenerationenhauses, bei der Verwirklichung des Gewerbegebiets und bei den vorgesehenen Baugebieten sind wir im gerade abgelaufenen Jahr doch um Einiges vorangekommen.

Die Neugestaltung und Sanierung der Von-Weckenstein-Straße wurde 2017 als größtes Projekt der Jahre 2016 und 2017 abgeschlossen. Wie sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden?

Ich glaube, das ist ganz gut geworden. Wir haben viel Zuspruch für die Gestaltung der Randbereiche und besonders auch des Rathausvorplatzes bekommen. Besonders freut mich, dass es gelungen ist, auch den Kirchenvorplatz und den Klostereingang in die Maßnahme mit einzubeziehen.

Lagen die Kosten im gesteckten Kostenrahmen?

Die Schlussabrechnungen fehlen noch. Da wir die Maßnahme aus mehreren verschiedenen Töpfen bezuschusst bekommen, erweist sich die Abrechnung als sehr kompliziert. Es sieht aber nach einer finanziellen Punktlandung aus.

Die Verwaltung der Gemeinde Wald rechnet für 2017 mit über 800 000 Euro Gewerbesteuereinnahmen. Woraus resultieren diese? Siedelten sich neue Betriebe an?

Eigentlich ist es hauptsächlich die sehr gute allgemeine konjunkturelle Lage und die gute Auslastung der Unternehmen. Hinzu kamen Nachzahlungen aus vergangenen Jahren. Ansiedlungen beziehungsweise ein paar Betriebsgründungen hatte es aber auch gegeben.

Drei Betriebe hegen ernsthafte Ansiedlungsabsichten für die Erweiterung des Gewerbegebietes Geißwiesen II. Bis wann können die Unternehmen mit der Ansiedlung beginnen?

Die Erschließungsarbeiten sollen im Frühjahr starten. Ein Fragezeichen gibt es allerdings noch hinsichtlich des Kreisverkehrs – aus meiner Sicht ist er für eine vernünftige Anbindung des Gewerbegebiets alternativlos. Das muss aber der Gemeinderat noch entscheiden. Das heißt, dass idealerweise im Herbst mit den ersten Hochbauarbeiten begonnen werden könnte. Neue Betriebe bringen dann – zumindest mittelfristig – auch neue Arbeitsplätze.

Mit den geplanten Baugebieten "Sägeweiherwiesen" und "Hürsten II" kommt die Gemeinde der enormen Nachfrage nach Bauplätzen nach. Wie viele Bauplätze sollen 2018 entstehen?

Wenn es nach uns geht, 20 – sechs in den Sägeweiherweisen und 14 im ersten Bauabschnitt Hürsten. Es gibt aber noch Einsprüche gegen die Realisierung des Baugebiets, was sehr schade ist, da wir eine enorme Nachfrage von Bauinteressenten verspüren.

Die Ausgaben für die Freiwillige Feuerwehr steigen jährlich und sind im Haushalt 2018 mit 258 000 Euro eingeplant. Was sind die Gründe dafür?

Hauptsächlich liegt es an den immer höheren Kosten für die Ausrüstung der Feuerwehrangehörigen, sowohl bei der Einsatzkleidung, wie auch bei den Aufwendungen für die technische Ausrüstung, für die Alarmierung und für den Unterhalt der Fahrzeuge oder den Atemschutz.

Das geplante Mehrgenerationenhaus soll die dringend benötigten Krippenplätze und Kindergartenplätze bringen. Bis wann soll dieses fertiggestellt werden?

Realistisch ist ein Baubeginn noch im Jahre 2018 und dann eine mindestens einjährige Bauzeit.

Welches Ereignis in der Gemeinde Wald hat Sie im vergangenen Jahr am meisten bewegt?

Dass mich die Bürger mit einer guten Wahlbeteiligung im März bereits zum vierten Mal zu ihrem Bürgermeister gewählt haben. Das ist heutzutage überhaupt nicht mehr selbstverständlich und erfüllt mich mit großer Dankbarkeit.

Fragen: Sandra Häusler

Zur Person

Werner Müller ist seit 1993 Bürgermeister der Gemeinde Wald mit aktuell 2637 Einwohnern. Der 57-Jährige wurde in Sigmaringen geboren, verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter. Im Kreistag sitzt er im Verwaltungs-und Sozialausschuss und im Ausschuss für Umwelt, Kultur und Schulen. Zudem ist er Vorsitzender im Zweckverband Wasserversorgungsgruppe Wald. (sah)