Wald (sah) Das Regierungspräsidium Tübingen möchte das Naturschutzgebiet Ruhestetter Ried als FFH-Gebit (Fauna-Flora-Habitat) ausweisen. Es soll dem FFH-Gebiet "Riede und Gewässer bei Mengen und Pfullendorf" zugeordnet werden. Der Gemeinderat legte in seiner Stellungnahme zur geplanten FFH-Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen drei wesentliche Punkte fest. Die Bewirtschaftung der Flächen muss in bisherigem Umfang, Art und Weise möglich sein. Es dürfe keine Verschlechterung für die Bewirtschafter geben. Die Gemeinde soll zudem für das Gebiet Ökopunkte erhalten.

"Mir stößt das ziemlich sauer auf"

Gerhard Lohr (CDU), Gemeinderat aus Ruhestetten, gab mit Zustimmung des Gemeinderats als "sachkundigster Gemeinderat zum Ried" eine Stellungnahme ab. "Mir stößt das eigentlich ziemlich sauer auf", sagte Lohr. Die Bewirtschafter der Flächen halten sich an die Nutzungsvereinbarungen durch die Naturschutzverordnung 1995, unterstrich Lohr. Die FFH-Richtlinien und Managementrichtlinien würden über den Nutzungsrichtlinien gestülpt, erläuterte er. Die wildlebenden Tiere und Pflanzenarten seien von gemeinschaftlichem Interesse, es gelte, sie zu bewahren oder wiederherzustellen. "Das sind Bewirtschaftungseinschränkungen", beklagte er.

Gerhard Lohr ist gegen eine Ausweisung des Rieds als FFH-Gebiet. Die FFH-Richtlinien und Managementrichtlinien würden über den Nutzungsrichtlinien gestülpt, erläuterte er.
Gerhard Lohr ist gegen eine Ausweisung des Rieds als FFH-Gebiet. Die FFH-Richtlinien und Managementrichtlinien würden über den Nutzungsrichtlinien gestülpt, erläuterte er.

Hektar dreimal weniger wert

CDU-Mann Gerhard Lohr ging weiter auf den geringen Bodenrichtwert der Flächen im Riedgebiet ein. Auf der Gemarkung Ruhestetten sei der Hektar dreimal weniger wert als beispielsweise in Wald. Er befürchtet durch die FFH-Richtlinien weiteren Wertverlust. "Wir haben einen Schutz durch die Naturschutzverordnung. Dann brauchen wir die FFH-Richtlinien nicht", sprach er sich für eine Ablehnung aus. Ferner dürfen nach den FFH-Richtlinien keine Nährstoffe und Kalk eingetragen werden. "Es ist für uns Bewirtschafter eine wesentliche Beeinträchtigung", monierte Lohr, setzte sich nach der Stellungnahme in die Zuhörerreihen und nahm an der nachfolgenden Abstimmung nicht teil.