Der erste Blutspendetermin der DRK-Bereitschaft Walbertsweiler war am 14. November 1967 in der Walder Hauptschule. Die Bereitschaft hatte damals noch keinerlei Erfahrung und war über die Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes aus Sigmaringen froh. Sechs Betten waren aufgestellt worden. Da 140 Spendenwillige zum ersten Blutspendetermin in Wald gekommen waren, hatten die Helfer alle Hände voll zu tun.

Doch wie lief eine solche Blutspende vor 50 Jahren ab? Diese Frage beantworten das Gründungsmitglied der DRK-Bereitschaft Walbertsweiler, August Jerg aus Walbertsweiler, und Eberhard Weck vom DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg-Hessen dem SÜDKURIER.

Damals: Eine Rotkreuzschwester verschließt die gerade entnommenen Blutspenden in einer Glasflasche.
Damals: Eine Rotkreuzschwester verschließt die gerade entnommenen Blutspenden in einer Glasflasche. | Bild: Privat

Der Fragebogen war sehr einfach gehalten und beinhaltete nur wenige Fragen. Die Schwestern trugen "Tracht". Das Blut wurde in Glasflaschen abgenommen. Die Glasflaschen, die unter Unterdruck standen, waren mit einem Gummistopfen verschlossen. In diesen Gummistopfen wurde der Schlauch mit einer Nadel eingestochen und am anderen Ende des Schlauches eine Nadel in den Spenderarm gestochen, beschreibt Weck. Auch August Jerg erinnert sich noch gut daran. Die Schwester musste das Reduzierventil am Schlauch vorsichtig öffnen, weil sich sonst die Venenwand zusammengezogen hätte. Die Glasflaschen wurden von Hand gewippt, um ein Verklumpen zu verhindern, erläutert August Jerg.

Heute: Entnahmeschwester Nicole Kleiser versorgt die Blutkonserve.
Heute: Entnahmeschwester Nicole Kleiser versorgt die Blutkonserve. | Bild: Sandra Häusler

Die wenigen Utensilien, die zur Entnahme benötigt wurden, wurden auf der Sitzfläche eines Stuhls am Spendebett abgestellt. Wenn eine Schwester aus Versehen eine Flasche fallen ließ, gab es ein Blutbad, sagt Weck schmunzelnd. Es gab auch weniger Untersuchungen des Spenderbluts nach der Abnahme. Zum Beispiel sei die Erkrankung Aids damals noch nicht bekannt gewesen. "Der Inhalt, ob Glasflasche oder Beutel, ist immer noch derselbe: 1A-Spenderblut", unterstreicht Weck.

Am vergangenen Montag erschienen insgesamt 288 Spendenwillige, darunter 16 Erstspender. Nach Abzug von 14 Rückstellungen verzeichnete das Blutspendeteam 274 gefüllte Konserven. Für 100 Blutspenden überreichte Bereitschaftsleiterin Annette König Michael Keller ein Geschenk. Seine 75. Blutspende gab Klaus Braun aus Wald ab. Stefan Strobel aus Sigmaringen und Frank Krall aus Sentenhart verzeichneten bei der 50. Blutspende in Wald auch ihre persönliche 50. Blutspende. Für Frank Krall ist Blutspenden selbstverständlich. Er sagt: "Mit einem geringen Zeitaufwand kann man maximale Hilfe leisten." "Wir freuen uns über jeden Blutspender, der kommt. Wir sind dankbar, weil die Blutspenden so notwendig sind und die Blutspenderzahlen zurückgehen", unterstreicht Annette König. "Das ist unsere Zukunft", freuen sie und ihre Stellvertreterin Gerlinde Schweikart sich beim Blick in die Tischreihen, in denen einige Eltern mit ihren Kindern sitzen. Das Einbeziehen der Kinder und eine Kinderbetreuung bei den Blutspendeterminen sind Erfolgssäulen und die Philosophie der Walbertsweiler Bereitschaft. Ebenso wie die Mitglieder sind die fünf Mitglieder der Altersabteilung bei der Blutspende immer motiviert dabei, lobt Schriftführerin Andrea Specker.

Damals: Ein Spender direkt nach der Blutentnahme. Die Ausstattung war noch sehr "bescheiden".
Damals: Ein Spender direkt nach der Blutentnahme. Die Ausstattung war noch sehr "bescheiden". | Bild: Privat

Eine Anekdote vor rund 50 Jahren hat Eberhard Weck noch: Elvis Presley habe nur einmal in seinem Leben Blut gespendet – und zwar am 16. Januar 1959, als junger Soldat während seiner Stationierung in der US-Kaserne bei einem DRK-Blutspendetermin in Friedberg. Die Ärztin habe noch überlegt, ob sie den blassen jungen Mann überhaupt zur Blutspende zulassen solle. Dass es sich um das amerikanische Rock'n-Roll-Idol handelte, bemerkte die Ärztin erst, als ein Blitzlichtgewitter einsetzte, als der junge Mann die Halle verließ. Daraufhin schaute sie nochmals genauer auf den Namen des Blutspenders.

Heute: Elmar Restle aus Walbertsweiler geht regelmäßig zur Blutspende und verzeichnete seine 62. Blutspende.
Heute: Elmar Restle aus Walbertsweiler geht regelmäßig zur Blutspende und verzeichnete seine 62. Blutspende. | Bild: Sandra Häusler

Rotes Kreuz

Die DRK-Bereitschaft Walbertsweiler hat 37 aktive Mitglieder und eine rege Jugendrotkreuzgruppe. Die Bereitschaft Walbertsweiler veranstaltet jährlich vier Blutspendetermine in der Walder Zehn-Dörfer-Halle. Weiter bietet die Bereitschaft Ausbildungen und Kurse in Erster Hilfe an, leistet Sanitätsdienste, führt Altkleidersammlungen durch und veranstaltet Seniorennachmittage.