Wald – Die Dankbarkeit ist groß, die Wertschätzung hoch: Das wurde bei der Verabschiedung von Anita Haas als Schulleiterin der Heimschule Kloster Wald deutlich. Es war ein fröhlicher, musikalisch umrahmter, zweistündiger Festakt mit der Schul- und Hausgemeinschaft, vielen Gästen und Ehrengästen, mit dem Anita Haas nach 14,5 Jahren als Schulleiterin in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Erstmals in der 72-jährigen Geschichte der Schule gibt es ab dem Schuljahr 2018/2019 einen männlichen Schulleiter. Haas' Nachfolger Hartwig Hils, bislang Schulleiter der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule, einer Gewerblichen Schule in Tuttlingen, wurde ins Amt eingeführt. Viele gute Wünsche wurden ihr für den neuen Lebensabschnitt mitgegeben.

Mit dem Logo der Heimschule halten sie "Wald in ihren Händen". Anita Haas (vorne) links wurde als Schulleiterin der Heimschule Kloster Wald verabschiedet. Künftig trägt ihr Nachfolger Hartwig Hils (vorne Mitte) die Verantwortung. Internatsleiterin Dorothea Mangold (vorne rechts) überreichte die Logos beim Festakt. Im Hintergrund ist der Mitarbeiterchor zu sehen.
Mit dem Logo der Heimschule halten sie "Wald in ihren Händen". Anita Haas (vorne) links wurde als Schulleiterin der Heimschule Kloster Wald verabschiedet. Künftig trägt ihr Nachfolger Hartwig Hils (vorne Mitte) die Verantwortung. Internatsleiterin Dorothea Mangold (vorne rechts) überreichte die Logos beim Festakt. Im Hintergrund ist der Mitarbeiterchor zu sehen. | Bild: Sandra Häusler

Nachfolger Hartwig Hils stellt sich vor

Lehrer Jürgen Huber sagte über Anita Haas: "Das Beste, das ihr täglich zur Verfügung stand, haben wir empfangen." An Hartwig Hils gerichtet sagte er: "Wir begrüßen Sie mit offenen Armen und gespannter Erwartung." Hils selbst stellte sich als "der Neue" vor. Einiges habe ihn nach Wald gezogen. Er möchte an diesem beeindruckenden Konzept mitarbeiten, bekundete er. Ziel sei es, dass die Absolventinnen der Heimschule, die er als starke junge Frauen erlebt habe, Verantwortung für sich und die Gesellschaft übernehmen.

Ihre eigenen Worte reduzierte Anita Haas aufgrund der großen Zahl der Vorredner und konzentrierte sich vor allem auf den Dank. Sie werde das Lachen und Kichern auf den Gängen vermissen, unterstrich sie und lobte die Schülerinnen als "liebe, brave und wohlerzogene Mädchen". Die Abiturientinnen hätten sie zur "Urwälderin" gemacht. "Die Abiturientinnen brauchen acht Jahre, ich habe 35 Jahre gebraucht", sagte sie lachend. Da es ein wunderbarer Tag sei, wünschte sie sich vom Chor unter der Leitung von Guido Haas und Begleitung von Martin Herr "Oh happy day".

Thomas Reichenmiller, Leitender Regierungsdirektor des Regierungspräsidiums Tübingen, überreichte Anita Haas die Ruhestandsurkunde.
Thomas Reichenmiller, Leitender Regierungsdirektor des Regierungspräsidiums Tübingen, überreichte Anita Haas die Ruhestandsurkunde. | Bild: Sandra Häusler

Freiräume für Neues

Anita Haas liebt Musik – und so umrahmten die Waldlerchen und das Orchester ebenso die Feier. Haas sei "keine technokratische Schulleiterin gewesen, sondern habe sich um jede einzelne Schülerin gekümmert", hob Dietfried Scherer, Direktor der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg, hervor. Eine hohe Qualität sei stets ihr Anliegen gewesen, doch habe sie auch Freiräume für Neues eingeräumt, wie das Biberacher Modell und die Doppelstunden. "Sie haben sich in Wald verdient gemacht", wünschte Scherer ihr für den neuen Lebensabschnitt Freude, Gesundheit und Gottes Segen und überreichte Anita Haas die Dankurkunde und einen Bildband.

Thomas Reichmiller, Leitender Regierungsdirektor des Regierungspräsidiums Tübingen, händigte Anita Haas die offizielle Ruhestandurkunde aus und dankte ihr als Vertreter der staatlichen Seite für ihre langjährigen Verdienste und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Anita Haas habe das Schulwesen des Landes bereichert und mit dem Profil der Schule deutliche Akzente gesetzt. Es stelle eine wertvolle Ergänzung des Schulwesens dar. Bereits zwei Jahre vor G8 wurde an der Heimschule nach dem Biberacher Modell unterrichtet. Bei der Fremdevaluation habe die Schule in der Exzellenzstufe abgeschnitten. "Ihr geht es um die Bildung der Schüler mit Kopf, Herz und Hand und das in einem strukturierten Rahmen", sagte Reichenmiller.

Mit stehendem Applaus würdigten die Gäste bei der Verabschiedung der Schulleiterin Anita Haas ihre großen Verdienste.
Mit stehendem Applaus würdigten die Gäste bei der Verabschiedung der Schulleiterin Anita Haas ihre großen Verdienste.

"Rente is a wonderful place"

Der Mitarbeiterchor verpackte gute Wünsche in Lieder, "wünschte der Chefin Freude und Glück, Urlaub am Stück" und versprach "Rente is a wonderful place". Internatsleiterin Dorothea Mangold brachte ebenfalls den großen Dank und die große Wertschätzung für das Lebenswerk der "Direktorin mit Leib und Seele" zum Ausdruck. Als erste Nichtordensschwester habe die die Leitung der christlichen Mädchenschule mit hohem intellektuellem Anspruch und hervorragender Reputation weit über die regionalen Grenzen hinaus übernommen. Sie habe die Schülerinnen mit ihren Möglichkeiten, Talenten und Potenzialen gesehen, Wert auf ganzheitliche Förderung aller Begabungen gelegt. Haas habe die drei Standbeine der Heimschule – Schule mit Hort, Werkstattausbildung und Internat – gleichermaßen gefördert. Die Heimschule sei ferner ein mittelständisches Unternehmen, das in einer strukturschwachen Region vielen Menschen einen Arbeitsplatz bietet.

"Oh happy day", dieses Lied wünschte sich Anita Haas zu ihrer Verabschiedung vom Chor der Heimschule zu diesem "wunderbaren Tag".
"Oh happy day", dieses Lied wünschte sich Anita Haas zu ihrer Verabschiedung vom Chor der Heimschule zu diesem "wunderbaren Tag". | Bild: Sandra Häusler