Die Landjugend (BDKJ) in Sentenhart stellt sich vom 23. bis 26. Mai ihrer Aufgabe bei der 72 Stunden-Aktion 2019, die sie hervorragend meisterte. Bilder: Christl Ebelerlein
Die Landjugend (BDKJ) in Sentenhart stellt sich vom 23. bis 26. Mai ihrer Aufgabe bei der 72 Stunden-Aktion 2019, die sie hervorragend meisterte. | Bild: Christl Eberlein

Absolute Geheimhaltung

Noch drei, zwei, eins, los: Am vergangenen Donnerstag um 17.07 Uhr fiel der Startschuss für die 72 Stunden-Aktion der Diözesenverbände. Mit dabei unter dem Motto „Uns schickt der Himmel“ war auch die Katholische Landjugend (KLJB) von Sentenhart. Pate der Aktion, die in diesem Jahr zum dritten Mal in Sentenhart läuft, war Sascha Schweikart vom Ortschaftsrat. Er wusste genau, wie das Ergebnis der Arbeiten in den 72 Stunden aussehen sollte. Doch er und die anderen eingeweihten Mitglieder des Ortschaftsrates schwiegen eisern, bis Ramon Wildmann und Steffen Stengele mit dem verschlossenen Umschlag zum Dorfgemeinschaftshaus kamen. Bürgermeister Werner Müller verlas den Anwesenden und vor allem den 31 Mitgliedern der Landjugend den Arbeitsauftrag vor.

72 Stunden, drei Aufgaben

Hauptaufgabe der 72 Stunden-Aktion für die Sentenharter Landjugend bis zum Sonntagnachmittag war die Anbringung eines Defibrillators (Gerät zur Wiederbelebung bei Herzstillstand). Problem an der Sache: Der „Defi“ musste erst noch beschafft werden und das war teuer. „3600 Euro kostet ein Gerät mit Zubehör“, erklärte Sascha Schweikart. Wie das Geld für die Anschaffung zusammen kam, war den Jugendlichen überlassen. Zunächst mussten also Ideen für die Vorgehensweise gesammelt werden. Als zweite Aufgabe stand die Gestaltung des Hanges hinter dem Dorfgemeinschaftshaus auf dem Plan. Der Bereich mit Wiese und Büschen sollte ansprechend hergerichtet und trotzdem naturnah und insektenfreundlich belassen werden. Kreativität und Muskelkraft waren hierbei gefragt. Zum krönenden Abschluss der 72 Stunden-Aktion sollte für Sonntagnachmittag ein Einführungskurs für die Einwohner von Sentenhart organisiert werden, in dem die Bedienung des Defibrillators gezeigt wurde.

Die Zeit drängt

„Dass wir das nicht schaffen, gibt es in Sentenhart nicht“, stellte Lea Matheis im Namen der ganzen Gruppe fest. Und schon ging es tatkräftig an die Arbeit, denn die Zeit drängte. 72 Stunden können wie im Flug vergehen, wenn sie mit Arbeit gefüllt sind. Doch davon ließen sich die jungen Frauen und Männer nicht aus der Ruhe bringen. Sie freuten sich auf das gemeinsame Projekt, das Schaffen in der Gruppe und präsentierten schließlich am Sonntag das erzielte Ergebnis.

Madonna bemalen

Leo Hegner und Luna Hensel halfen bei der Reinigung und dem Neuanstrich der Madonna aus der Lourdes-Grotte.
Leo Hegner und Luna Hensel halfen bei der Reinigung und dem Neuanstrich der Madonna aus der Lourdes-Grotte. | Bild: Christl Eberlein

Mit Tatkraft wurde nicht nur in Sentenhart, sondern auch in Wald die 72 Stunden-Aktion vorangetrieben. 50 Kinder und Jugendliche der Ministranten und der Landjugend Wald arbeiteten gemeinsam an der Lourdes-Grotte. Zuvor war die Madonnenfigur ins Pfarrheim gebracht worden. Dort wurde die Terracottastatue vorsichtig vom Schmutz der vergangenen Jahre befreit und danach eine neue Schicht Farbe aufgetragen. Auch das Gitter, hinter der die Madonna sonst geschützt in der Grotte steht, bekam einen neuen Anstrich. Gefeiert wurde der Erfolg der Aktion am Sonntag sowohl in Sentenhart als auch in Wald mit den Einwohnern der Gemeinde an den jeweiligen Einsatzorten.

„Wir sind ein großer Freundeskreis“

  • Die 24-jährige Jutta Störk packte in Sentenhart mit an, um am Dorfgemeinschaftshaus einen Defibrillator anzubringen und den Hang hinter dem DGH neu zu gestalten. Seit zehn Jahren ist die Bürokauffrau Mitglied bei der Sentenharter Landjugend. Sie war bereits bei drei 72 Stunden-Aktionen mit dabei und es macht ihr jedes Mal sehr viel Spaß. „Wir sind ein großer Freundeskreis und das macht die Zeit, die wir miteinander verbringen, so schön“, sagt sie.
  • Seit fünf Jahren gehört Ralf Steinmann zur Gemeinschaft der Katholischen Landjugend. Und natürlich war auch er bei der 72 Stunden-Aktion dabei. „Es macht Spaß zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen etwas zusammen zu machen und dabei etwas Gutes für den Ort zu tun“, erklärt der 20-jährige Zerspanungsmechaniker. Die diesjährige 72 Stunden-Aktion ist bereits die zweite, bei der er kräftig mit angepackt hat.
  • „Man will der Landjugend in Sentenhart gar nicht entgehen. Alle zwischen 15 und 30 Jahren sind dabei und wir werden vom ganzen Ort unterstützt“, das schätzt Nadine Wildmann sehr an der Landjugend und an der 72 Stunden-Aktion. Sie ist 22 Jahre alt, Studentin und seit acht Jahren Mitglied der Landjugend. Sie machte gerne mit bei der gemeinnützigen Aktion, weil sie ihrem Heimatort und der Gemeinschaft etwas zurückgeben möchte.