In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben unbekannte Graffiti-Sprayer auf dem Grillplatz der Dorfgemeinschaft Storzingen (DGS) im Schmeiental zugeschlagen, um sich dort an der Schutzhütte, an der Trockentoilette, rund um den vorhandenen Grill und auch auf dem Gelände zu verewigen. Die Polizei Stetten am kalten Markt bittet um Hinweise.

Die Zahl 187 findet sich unter den Graffitis. Von der Jugend und entsprechenden Gangs wird diese Zahl gerne als Drohung benutzt. Sie deutet auf einen Mord-Paragraphen im kalifornischen Strafgesetzbuch hin.
Die Zahl 187 findet sich unter den Graffitis. Von der Jugend und entsprechenden Gangs wird diese Zahl gerne als Drohung benutzt. Sie deutet auf einen Mord-Paragraphen im kalifornischen Strafgesetzbuch hin. | Bild: Gerd Feuerstein

Die Schäden, die durch Graffitis entstehen, sind oftmals beträchtlich. So nun auch auf dem Grillplatz im Schmeiental, der von der Storzinger Dorfgemeinschaft seit vielen Jahren gepflegt und unterhalten wird und bei dem es bislang nicht zu größeren Beschädigungen oder Verschmutzungen gekommen war.

„Eigentlich kann man nur den Kopf schütteln“, sagt Reinhold Hotz angesichts der Schäden.
„Eigentlich kann man nur den Kopf schütteln“, sagt Reinhold Hotz angesichts der Schäden. | Bild: Gerd Feuerstein

Umso betroffener zeigte sich am Montagmorgen Reinhold Hotz, als der zusammen mit dem SÜDKURIER die Schäden in Augenschein nahm: „Das ist ein Schlag ins Gesicht unserer ehrenamtlichen Helfer, die hier seit Jahren für Ordnung und Sauberkeit sorgen“, sagt der Vorsitzende der DGS, der nach seiner Aussage am Sonntagabend gegen 19 Uhr von den Schmierereien erfahren hat. Sofort habe er die Informationen in den sozialen Medien sowie in der Gruppe der DGS geteilt, berichtet Hotz.

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Tatzeit vermutlich in der Nacht

Entsprechende Rückmeldungen hätten ergeben, dass am Samstagabend gegen 17 Uhr noch alles in bester Ordnung gewesen sei: „Also muss die Aktion in der Nacht von Samstag auf Sonntag oder in den frühen Morgenstunden des Sonntags gelaufen sein“, sagt Hotz, der deswegen vermutet, dass es wahrscheinlich schwierig werden wird, etwas herauszufinden. Dennoch habe er die Sache am gestrigen Morgen beim Polizeiposten Stetten a.k.M. zur Anzeige gebracht. Dies auch in der Hoffnung, dass es vielleicht Verbindungen oder Informationen zur Sprayer-Szene in der Region gibt, mit denen sich die Täter ausfindig machen ließen. „Wir sind für jeden Hinweis dankbar“, sagt Hotz.

Reinhold Hotz fischt eine leere Spraydose aus dem Abfalleimer.
Reinhold Hotz fischt eine leere Spraydose aus dem Abfalleimer. | Bild: Gerd Feuerstein

„Für uns ist das natürlich eine Katastrophe“, schüttelt er beim Betrachten der Schmierereien den Kopf. In den vergangenen acht Jahren habe alles rund um den Grillplatz „hervorragend funktioniert“. Es sei einfach schade, wenn Ehrenamtliche sich um derartige Anlagen kümmerten und diese „auf derart schädliche Weise“ beschädigt würden. Umso mehr freut sich Hotz, dass er bereits Hilfsangebote von Mitgliedern der DGS erhalten habe, „um das Ganze wieder zu reparieren“.

Frustriert stellt Reinhold Hotz fest, dass diese Bank aus der Verankerung gerissen wurde.
Frustriert stellt Reinhold Hotz fest, dass diese Bank aus der Verankerung gerissen wurde. | Bild: Gerd Feuerstein

Wie er wissen lässt, werde der Platz von zahlreichen Bürgern sehr geschätzt. Insbesondere die vor rund anderthalb Jahren installierte Trockentoilette, um deren Sauberkeit sich die DGS ebenfalls im Ehrenamt kümmert, werde von vielen Wanderern, Radlern oder Besuchern als „tolle Einrichtung“ gelobt und gerne genutzt: „Man fragt sich halt, was diese Chaoten mit solchen Aktionen bezwecken wollen“, sagt Hotz und deutet auf die Bemalungen.

Auch die Trockentoilette hatte es den Sprayern offensichtlich angetan
Auch die Trockentoilette hatte es den Sprayern offensichtlich angetan | Bild: Gerd Feuerstein

Zinkspray auf Grill gesprüht

Während einige Graffitis für ihn darauf hindeuten, dass „da keine Anfänger am Werk waren“, scheinen andere Aktionen einfach nur sinnlos. So wurde beispielsweise der große Grill mit Zinkspray besprüht und dadurch natürlich unbrauchbar gemacht.

Mit Zinkspray wurde der große Grill unbrauchbar gemacht.
Mit Zinkspray wurde der große Grill unbrauchbar gemacht. | Bild: Gerd Feuerstein

Auch große Steine und eine Bank wurden mit dem Zinkspray verunstaltet, die leere Spraydose fischte Hotz aus dem Abfalleimer. Eine andere Bank wurde sozusagen „aus den Angeln gehoben“, wie der DGS-Vorsitzende frustriert feststellt und vor Ort noch einmal mit der Polizei in Stetten telefoniert. Die hat die Schäden inzwischen aufgenommen und bittet die Bevölkerung unter der Telefonnummer 0 75 73/815 um entsprechende Zeugenhinweise.

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