Leicht irritiert hat der Stettener Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zur Kenntnis genommen, dass im Rahmen des Neubaus der umstrittenen Südumfahrung Lautlingens im Zollernalbkreis Ausgleichsmaßnahmen auf dem Gebiet der Gemeinde Stetten am kalten Markt vorgenommen werden sollen. Auf drei im Eigentum des Bundes stehende Flurstücke, zwei davon befinden sich auf der Gemarkung Glashütte, das dritte auf der Stettener Gemarkung, sollen als Ausgleich für die als „erhebliche Eingriffe in Natur und Landschaft“ bezeichnete Baumaßnahme mit naturnaher Aufforstung und mageren Flachland-Mähwiesen versehen werden.

Planung der B 463-Umgehung

Bürgermeister Maik Lehn gab Einblick in den doch eher ungewöhnlichen Sachverhalt. So habe „das Regierungspräsidium Tübingen auf Antrag der Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Regierungspräsidium Tübingen, Straßenbauverwaltung des Landes Baden-Württemberg, für das oben genannte Vorhaben ein Planfeststellungsverfahren nach dem Bundesfernstraßengesetz durchgeführt“, so die Wortgeschwulst in der Sitzungsvorlage. Verständlich ist jedenfalls, dass vor dieser Baumaßnahme die Pflicht für den Bauherrn besteht, eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Die Planung sieht vor, die B 463 südlich von Albstadt-Lautlingen gegen den Widerstand der örtlichen Bürgerinitiative ein- und zweibahnig, im Überholabschnitt dreispurig über eine Gesamtlänge von rund 4,38 Kilometer neu zu bauen. Deshalb seien verschiedene Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen, wie beispielsweise Gehölzpflanzungen zur Lenkung von fliegenden Fledermäusen oder bauliche Vorkehrungen bei der Bahnüberführung, damit die Kreuzotter gefahrlos queren kann und anders mehr.

Gemeindeverwaltung hat keine Bedenken

Mit in die Ausgleichsmaßnahmen einbezogen werden auch die auf dem Stettener Gemeindegebiet liegenden drei Flächen. So soll das 93 241 Quadratmeter große Flurstück Nr. 5001 in der Nähe des Tennisplatzes auf der Gemarkung Stetten zur Magerwiese werden, ebenso das auf der Glashütter Gemarkung liegende Teilstück Nr. 1609 mit einer Größe von 31 606 Quadratmetern. Das ebenfalls bei Glashütte liegende Gebiet mit der Nummer 1622 soll naturnah aufgeforstet werden. „Aus Sicht der Gemeinde bestehen keine Bedenken gegen die genannten Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen auf dem Gemeindegebiet“, sagte der Bürgermeister.

Beteiligung der betroffenen Öffentlichkeit läuft

Er machte aber deutlich, dass die Planungsunterlagen und die Unterlagen zur Umweltverträglichkeitsprüfung von Montag, 21. Juni bis einschließlich Dienstag, 20. Juli bei der Gemeindeverwaltung in Stetten am kalten Markt im Bürgerbüro, Zimmer E-1, Schlosshof 1, während der Dienststunden von jedermann eingesehen werden können. Die betroffene Öffentlichkeit kann im Rahmen der Beteiligung bis einschließlich 1. Oktober bei der Gemeinde Stetten am kalten Markt oder beim Regierungspräsidium Tübingen, Referat 24, Konrad-Adenauer-Straße 20, zu den Unterlagen schriftlich oder zur Niederschrift (Äußerungsfirst) äußern.

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