Samuel Schelle ist nun auch offiziell in Stetten a.k.M. angekommen. Am Sonntag wurde der neue evangelische Pfarrer von Dekanin Regine Klusmann im Rahmen eines fröhlichen Freiluft-Gottesdienstes vor der blauen Kirche in sein Amt eingeführt. Der Geistliche ist in der Garnisonsgemeinde kein Unbekannter mehr. Er hat bereits während der pfarrerlosen Zeit in den vergangenen Monaten kirchliche Termine und Gottesdienste wahrgenommen. Sowohl der neue Pfarrer als auch die Grußwortredner betonten ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit.

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„Liebe Stettener, ihr habt einen neuen Pfarrer, prüft seine Worte an der Schrift“, mit dieser Mahnung wandte sich Regine Klusmann an die Mitglieder der großen protestantischen Gemeinde, deren Zuständigkeitsbereich weit über die Stettener Markungsgrenzen hinaus reicht. Der Theologe, dessen Lebensgeschichte durch die körperliche und psychische Wandlung von der Frau zum Mann geprägt ist, hat aus Sicht der Dekanin auf seinem Lebensweg „Widerstände überwunden“, sei aber „unbeirrt den richtigen Weg gegangen“.

Klusmann: ein „wunderbarer Pfarrer“

Klusmann bezeichnete den neuen Stettener Amtsträger als „wunderbaren Pfarrer“ und meinte: „Schelle ist mit ganzem Herzen Pfarrer für Mensch und Tier.“ Dass der Bezug auf das Tier nicht nur eine rhetorische Floskel war, unterstrich Pfarrershund Lotte. Die Hündin verfolgte die Zeremonie in der ersten Reihe von einer Decke aus. Als es ihr zu langweilig wurde, begrüßte sie schnüffelnd die Chormitglieder und ließ sich danach im Schatten bei den Jungen und Mädchen der Kinderkirche nieder. Bevor nun in der Kinderecke allgemeines Spielen und Knuddeln angesagt war, musste auch Lotte wieder an die Leine genommen werden.

Weitverstreute Kirchengemeinde zu betreuen

Der aus dem Rheinland stammende, frischgebackene Ortsgeistliche stellte seine Antrittsrede unter das biblische Motto aus dem Psalmbuch „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“. Schelle bezog diesen Vers konkret auf die weit verstreute Gemeinde. Humorvoll schilderte er seinen Weg vom bisherigen Wirkungsort am Bodensee „über die Donau bis hoch über die Schneegrenze“. Dabei durchquerte er das Gebiet der Württembergischen Landeskirche „am Mittelalter vorbei“. Ob Schelle damit die vielen Burgen und Schlösser im Donautal meinte, oder ob es ein bewusst gesetzter Seitenhieb auf die im Vergleich zur Badischen Landeskirche eher konservative Stuttgarter Kirche war, blieb offen.

Kirchengemeinderatsvorsitzender Stephan Spillecke überreichte Schelle zur Begrüßung eine Kerze.
Kirchengemeinderatsvorsitzender Stephan Spillecke überreichte Schelle zur Begrüßung eine Kerze. | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Gutes ökumenisches Verhältnis

Wie gut das ökumenische Verhältnis ist, zeigten die Grußworte des katholischen Pfarrers Markus Manter. Der Katholik erklärte an die Adresse Schelles: „Alle freuen sich, dass Sie da sind.“ Ähnlich positiv äußerte sich auch Bürgermeister Maik Lehn. Das Ortsoberhaupt erklärte: „Sie übernehmen heute eine Kirchengemeinde, die von engagierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern getragen und von vielen weiteren aktiv unterstützt wird.“

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