Beim traditionellen Mosten der Dorfgemeinschaft Storzingen (DGS) hatten die zahlreichen Helferinnen und Helfer heuer wieder alle Hände voll zu tun. Tonnenweise galt es Obst zu verarbeiten, so dass die mobile Mostpresse von Rainer Broch von der gleichnamigen Manufaktur in Starzach-Wachendorf zwei Tage lang von 8 bis 17 Uhr jeweils durchgehend lief.

Beim traditionellen Mosten der DGS Storzingen hatten die Helferinnen und Helfer am vergangenen Wochenende allerhand zu tun.
Beim traditionellen Mosten der DGS Storzingen hatten die Helferinnen und Helfer am vergangenen Wochenende allerhand zu tun. | Bild: Feuerstein, Gerhard

Gemütliches Beisammensein ausgefallen

Trotz der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie hatten sich die Verantwortlichen der Dorfgemeinschaft dazu entschlossen, das traditionelle Mosten auch heuer wieder anzubieten. Der Grund: „Obst gab es nahezu überall in der Region in Hülle und Fülle„, erzählt Reinhold Hotz im Gespräch mit dem SÜDKURIER, dass man auch „einer sinnvollen Verwendung“ zuführen wollte. Also wurde in Storzingen auch heuer wieder gemostet, allerdings ohne das sonst übliche Schlachtplattenessen und das gemütliche Beisammensein der Dorfgemeinschaft, die den Auflagen wegen der Corona-Pandemie „leider zum Opfer fallen mussten“, wie Hotz bedauert. Dennoch sorgte die Dorfgemeinschaft während beiden Tagen für das leibliche Wohl der Gäste, versorgte diese unter anderem mit selbst gebackenen Zwiebelkuchen und frisch gepressten Obstsaft.

Gut 300 Zentner frisches Obst wurden verarbeitet.
Gut 300 Zentner frisches Obst wurden verarbeitet. | Bild: Feuerstein, Gerhard

Am Ende stehen 8400 Liter

Dass der Bedarf weit über die Grenzen von Stetten und Storzingen hinaus vorhanden war, zeigten für Reinhold Hotz schon die Anmeldungen, die bei ihm aus der gesamten Region eingegangen waren: „Knapp über 7000 Liter wurden im Vorfeld von den Interessenten angezeigt“, erzählt er. Und so sei die mobile Saftpresse an beiden Tagen permanent auf vollen Touren gelaufen: „Am Samstagabend waren es dann sogar 8400 Liter“, berichtet Hotz. Davon seien 2270 Liter in Fässer abgefüllt worden, während 6130 Liter zu frischem, lange haltbaren Apfelsaft verarbeitet wurden. Der frisch gepresste Saft wird vor Ort auf rund 83 Grad erhitzt und sofort in die sogenannten „Bag in Box“ (Beutel- in Schachtel-Verpackung) abgefüllt, die sich prima für die Abfüllung von Fruchtsaft eignen.

Schriftsteller Manfred Mai und besonders sein Enkel Joshua hatten ihre helle Freude an dem vielen Obstsaft, der am Ende kaum in den Kofferraum passte.
Schriftsteller Manfred Mai und besonders sein Enkel Joshua hatten ihre helle Freude an dem vielen Obstsaft, der am Ende kaum in den Kofferraum passte. | Bild: Feuerstein, Gerhard

Kofferraum reicht kaum aus

Sage und schreibe 300 Zentner Obst wurde so am vergangenen Wochenende in Storzingen verarbeitet. Zu den „Kunden“ gehörte auch der bekannte Schriftsteller und Kinderbuchautor Manfred Mai aus Winterlingen, der mit seiner Familie und den Enkeln nach Storzingen gekommen war. Sie hatten am Vortag jede Menge Obst aufgesammelt, das zu frischem Apfelsaft gepresst wurde: „Dass es so viel wird, hätten wir allerdings nicht gedacht“, schmunzelte Mai, als der Kofferraum seines Fahrzeugs am Ende kaum ausreichte, um die unzähligen Bags in Boxes zu transportieren. Mais kleiner Enkel Joshua hatte besonderen Spaß, seinem Opa die Kartons zum Beladen des Fahrzeugs zu reichen.

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Stolz auf das 33-köpfige Helferteam

Und auch Most- und Saftliebhaber, die nicht über einen eigenen Garten und selbstgepflücktes Obst verfügten, aber dennoch in den Genuss von heimischen Apfelsaft kommen wollten, griff die Dorfgemeinschaft unter die Arme: „Wir haben gut 45 Zentner Äpfel und Birnen selber aufgelesen und diesen Kunden zur Verfügung gestellt“, erzählt Hotz. Besonders erfreut zeigt sich der Chef der DGS, dass heuer „fast ausnahmslos absolut gutes Obst angeliefert“ worden sei, so dass die Qualität des Mostes und des Saftes „sicher sehr gut“ sei. Dank war er seinem 33-köpfigen Helferteam, auf das – trotz des nicht gerade idealen Wetters am Samstag – „zu jeder Zeit Verlass“ gewesen sei. Und wer am Wochenende nicht zum Zuge kam, sich aber dennoch mit dem leckeren Saft eindecken wolle, für den habe die DGS noch einige Kartons mit jeweils fünf Litern in der Hinterhand: „Solange der Vorrat reicht kann man unter Telefon 0 75 73/17 10 noch etwas bestellen“, so Hotz.

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