Die in der Heuberggemeinde Schwenningen wohnhafte Autorin Notburg Geibel stellte ihr neuestes Buch „Schwenningen – das Herz im Hardt“ vor. Bürgermeisterin Roswitha Beck hatte zu dazu die Öffentlichkeit zum Aussichtspunkt beim Schwenninger Wasserreservoir, neben der Horenhütte gelegen, eingeladen. Kinder des katholischen Kindergartens St. Raphael umrahmten die Freiluft-Veranstaltung, an der rund 50 Menschen teilnahmen, musikalisch.

Kinder des katholischen Kindergartens St. Raphael aus Schwenningen sangen passend zur Buchpräsentation das Lied „Welch ein Glück“.
Kinder des katholischen Kindergartens St. Raphael aus Schwenningen sangen passend zur Buchpräsentation das Lied „Welch ein Glück“. | Bild: Wilfried Koch

Der Veranstaltungsort neben dem Wasserreservoir biete eine gute Sicht auf Schwenningen und die ganze Gegend und setze den Bezug zum neuen Buch, so Schwenningens Bürgermeisterin. „Die Autorin hat kein 08-15-Büchlein geschrieben, sondern etwas Besonderes“, sagte Beck. Schwenningen sei es wert, ins entsprechende Licht gerückt zu werden, betonte die Bürgermeisterin der höchst gelegenen Gemeinde im Kreis Sigmaringen. Sie selbst habe die Autorin über einen längeren Zeitraum auf dem Weg bis zur Veröffentlichung des Buches immer wieder begleiten dürfen.

In ihren Wald- und Wiesengeschichten vom Dach der Alb führt Notburg Geibel durch das Hardt als eine der schönsten und artenreichsten Kultur- und Naturlandschaften im Südwesten Baden-Württembergs. Schwenningen liegt mitten im Herzen dieses wertvollen Naturraumes. Kundige Führer begleiteten die Autorin auf ihren Entdeckungsreisen zu historisch wie naturkundlich und auch spirituell bedeutsamen Zielen.

Rosamunde Pilcher vom Heuberg

Mit Leidenschaft stellte die in Schwenningen lebende Autorin Notburg Geibel ihr neues Buch „Schwenningen – das Herz im Hardt“ vor.
Mit Leidenschaft stellte die in Schwenningen lebende Autorin Notburg Geibel ihr neues Buch „Schwenningen – das Herz im Hardt“ vor. | Bild: Wilfried Koch

Die von ihrer Enkeltochter als „Rosamunde Pilcher der Region“ bezeichnete Autorin Notburg Geibel wies eingangs darauf hin, dass sich Begriffe wie Randlage, Abgelegenheit und ländliches Abseits im Kontext zu Ballungsräumen oft unvermutet als Synonyme für Lebensqualität entpuppen würden. Hier gebe es „Inseln der Seligen“ und Entschleunigung würde hier zum gelebten Alltag. Auf einmal sei die Sehnsucht nach Freiraum und Frischluft auf dem Land keine romantische Allüre mehr. „Ich bin mir sicher, dass unser Büchle genau zur richtigen Zeit kommt“, sagte eine strahlende Autorin vor der Albvereinshütte.

Der Titel „Schwenningen – das Herz im Hardt“ dürfe durchaus programmatisch verstanden werden. „Je tiefer ich eintauchte in Schwenninger Geschichte, Schwenninger Gefilde, Schwenninger Gene, desto überzeugender entfaltete sich das Hardt-Dörfle auf dem östlichen Heuberg als Taktgeber eines Landschaftsraumes, der seinesgleichen sucht“, stellte Geibel fest. Sie teile außerdem mit dem Autor des Welt-Bestseller „Der kleine Prinz“, Antoine de Saint-Exupéry, die feste Überzeugung: „Nur mit dem Herzen sieht man gut“. Ohne Emotion und innere Zuwendung, ohne Begeisterung für die Sache lasse es sich dem Kern nicht näherkommen. Drei herausragende Merkmale von Schwenningen seien ihr aufgefallen: 1. Der unvergleichliche Landschafts-, Natur- und Kulturraum; 2. Die bewegte Dorf-Geschichte und 3. der herausragende Zusammenhalt und Gemeinsinn der Dorfbewohner.

Besonderes Naturbiotop

Der damals zwölfjährige Wilhelm Stier aus dem Ortsteil Schönfeld sagte einst: „Der Heuberg ist vielfach verschrien als öde Gegend. Wer aber die Heimat kennt, der weiß, dass sie reich ist an mannigfaltigen Schönheiten und freundlichen Anblicken“. Das könne man auch heute noch unterschreiben, sagte die Autorin. Und so stellte Geibel auch die Frage: „Wer hat schon eines der wertvollsten Naturbiotope des Landes wie das Donautal oder das Irndorfer Hardt unmittelbar vor der Haustür“? Nicht erst seit der Exkursion mit Ute Raddatz vom Naturschutzzentrum des Naturparks Obere Donau oder der Felsen-Burgen-Schlösser-Tour mit Hubert Stehle vom wilden Neidinger Fall bis zum mystischen Weiblesteich unterm Knopfmacher Trauf ist der Autorin bewusst geworden, dass „Waldbaden“, „Wolkengucken“ und „Tagträumen“ bei uns keine bloßen Modewörter sind und wie Himmelschlüssel-Pflücken oder Butterknollen-Staunen ja sogar frei Haus geboten werden. Die Schwenninger Waldhüter Jürgen Kuhl und Franz Glückler hätten ihr die Filetstücke des Schwenninger Waldgürtels vor Augen geführt.

Großes Lob auf den Gemeinsinn

Nachdem die Autorin auch die umfangreiche Dorf-Geschichte beleuchtet hatte, kam sie zum Fazit: „In Schwenningen geht man mit der Dorf-Geschichte genauso pfleglich um wie mit der Verbundenheit zur Natur und den Gesetzmäßigkeiten der bäuerlichen Kultur. Man weiß, wo man herkommt, schätzt das Beständige, vertraut und verlässt sich auf die Dorfgemeinschaft“. Den überlebensnotwendigen Fleiß, die daraus erwachsene Geschicklichkeit und das Selbstbewusstsein habe man von Generation zu Generation weitergegeben und bis heute in wirtschaftliche Prosperität umgemünzt. Aber auch die heute noch feste Einbindung in das christliche Wertegerüst gehöre als dauerhaftes und im Wortsinn herausragendes Merkmal dazu. Der mächtige „Schwenninger Dom“ (so bezeichnete Geibel die Schwenninger St. Kolumban-Kirche), allein mehr als 30 Feldkreuze und Martel auf der Markung und vor allem herausragender dörflicher Gemeinsinn zeugten davon.

„Zusammenhalten, wenn‘s Spitz auf Knopf steht“ ist aus Sicht der Autorin eine gute Losung, die alle weiterbringe. Als Beispiele nannte sie die Schwenninger Adventsfenster oder den Strohpark.

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