Sie sind und bleiben ein Ärgernis: Hundehäufchen entlang von Spazier- und Wanderwegen. Und jetzt, wo der Schnee angesichts der wärmeren Temperaturen wieder schmilzt, kommen viele davon zum Vorschein. So auch entlang des sogenannten „Promillewegs“, der – beginnend beim Friedhof – in Richtung des Ortsteils Nusplingen verläuft, und in der Heuberggemeinde zu den beliebtesten Bummelwegen gehört.

Selbst unmittelbar neben der Hundestation finden sich die Häufchen.
Selbst unmittelbar neben der Hundestation finden sich die Häufchen. | Bild: Feuerstein, Gerd

„Wenn der Schnee schmilzt, kommt die Kacke zum Vorschein“, lautet ein alt bekanntes Zitat von Rudi Assauer. Doch während der frühere Manager von Schalke 04 damit meinte, dass alles was schief gelaufen ist und vertuscht werden soll, irgendwann eben doch zum Vorschein kommt, steht sein Zitat heutzutage auch oft dafür, dass die ungeliebten Hinterlassenschaften von unzähligen Vierbeinern zum Vorschein kommen. Darüber hat sich am vergangenen Freitagvormittag auch ein Spaziergänger geärgert, der bei strahlendem Sonnenschein einen Streifzug auf dem Stettener „Promilleweg“ unternahm. Haufenweise lagen nach der Schneeschmelze „die ekligen Dinger am Wegesrand“ – wie er sich ausdrückte – so dass er, verärgert wie er war, einen SÜDKURIER-Mitarbeiter angerufen hat: „Das musst Du Dir ansehen, das ist eine Riesensauerei“, regte sich der SÜDKURIER-Leser am Telefon auf, der seinen Namen „aber nicht in der Zeitung lesen will“.

Dabei wäre es so einfach

Till Salat zeigt wie es geht: „Es ist eigentlich ganz einfach“, sagt er und ärgert sich über die Hundehalter, die sich nicht an die Regeln halten.
Till Salat zeigt wie es geht: „Es ist eigentlich ganz einfach“, sagt er und ärgert sich über die Hundehalter, die sich nicht an die Regeln halten. | Bild: Feuerstein, Gerd

Also macht sich unser Mitarbeiter gegen 12.30 Uhr zusammen mit seiner Frau Irene auf in Richtung Promilleweg, an dessen Start beim Friedhof sowie am Ende bei Nusplingen jeweils eine Hundestation der Gemeinde steht. „Die Strecke ist ziemlich genau einen Kilometer lang, und zwischen den beiden Dog-Stationen konnten wir sage und schreibe 77 Häufchen (in Worten: Siebenundsiebzig) zählen“, ärgern sich auch unser Reporter und sein Frau. Und mit ihrem Ärger sind sie nicht allein. Auch Hundebesitzer Till Salat ist gerade mit einem seiner drei Vierbeiner auf der Strecke unterwegs, steht mitten im Gelände und packt gerade ein Häufchen seines Lieblings in ein rotes Tütchen, das er sich vorhin an der Hundestation mitgenommen hat: „Es ist eigentlich ganz einfach“, meint der Hundefreund: „Man zieht sich beim Start ein, zwei Tütchen und kann diese am Ende direkt wieder entsorgen“, deutet er auf die beiden Dog-Stationen die an beiden Seites des Weges von der Gemeinde aufgestellt wurden.

Hundesteuer verdreifachen?

Das scheint ganz offenbar unzählige Hundebesitzer nicht zu interessieren, ärgert auch Till Salat maßlos: „Das muss man einfach nicht verstehen“, schüttelt er wieder und wieder mit dem Kopf. „Wenn man spazieren geht, trifft man nur Hundebesitzer, die angeblich alles richtig machen“, hatte sich der morgendliche Anrufer gegenüber unserem Mitarbeiter echauffiert. Doch sobald diese unbeobachtet seien, sei es mit der Korrektheit offenbar vorbei, wie jeder sehen könne. Für ihn als „Nichthundebesitzer“ sei die Sauerei am Promilleweg das schlagende Argument, die Hundesteuer drastisch zu erhöhen: „Die gehört mindesten verdreifacht“, polterte er ins Telefon.

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Frustration bei den Landwirten

Mit diesen Schildern machen die Landwirte auf die Problematik aufmerksam.
Mit diesen Schildern machen die Landwirte auf die Problematik aufmerksam. | Bild: Feuerstein, Gerd

Und auch für die betroffenen Landwirte ist die Angelegenheit „mehr als ärgerlich und ziemlich unappetitlich“, wie Klaus-Dieter Halder in einem Telefonat mit unserem Mitarbeiter zum Ausdruck bringt. Schon vor Jahren habe man Schilder angebracht, auf denen darauf hingewiesen werde, dass auf den Wiesen und Felder Nahrungsmittel produziert würden, sagt der hiesige Chef des Badischen Landwirtschaftlichen Hauptverbandes: „Aber dieses Ärgernis wird uns vermutlich auf Dauer begleiten“, sieht er kaum eine andere Lösung, als an die Hundebesitzer zu appellieren, „die Hundestationen auch zu nutzen“. Ob`s hilft, wage er allerdings kaum zu glauben. Jetzt wo der Schnee etwas geschmolzen sei, sehe man die Häufchen halt, die ansonsten im Gras oder im Boden nicht zu sehen seien: „Und für morgen ist ja schon wieder Neuschnee angekündigt, dann sieht man die unappetitlichen Hinterlassenschaften sowieso nicht mehr“, meint er sarkastisch.