Heute vor genau 60 Jahren gab sich das Ehepaar Erich und Cäcilie Sieber vor dem Standesbeamten in Stetten a.k.M. das Ja-Wort. Tags darauf fand in der St. Mauritiuskirche die kirchliche Trauung statt. Sechs Jahrzehnte später darf das Ehepaar heute im Kreise der Familie seine diamantene Hochzeit feiern.

Noch immer auf dem Hof im Einsatz

Und auch wenn das Jubelpaar inzwischen das Alter von 83 und 82 Jahren erreicht hat, so haben sie sich immer noch nicht ganz aufs Altenteil zurückgezogen, sondern sind auf dem Mühlgassenhof von Tochter Susanne und Schwiegersohn Harald Deufel noch immer im Einsatz. Kein Tag vergeht bis heute, an dem Cäcilie Sieber nicht abends beim Melken im Einsatz ist. Zwar muss ihr Ehemann Erich einer schweren Erkrankung im vergangenen Jahr inzwischen auch Tribut zollen, doch sieht man ihn trotzdem noch oft auf dem Traktor sitzen. Seit beinahe drei Jahrzehnten ist der große Aussiedlerhof zur zweiten Heimat für die Siebers geworden. War er doch damals eine der letzten großen Investitionen, die das Jubelpaar in der eigenen Landwirtschaft tätigte.

Landwirtschaft immer weiter ausgebaut

Zwar galten sie für Heuberger Verhältnisse seinerzeit schon als Großbauern, doch waren die Anfänge ihrer bäuerlichen Verrichtungen noch wesentlich bescheidener: „Ganze fünf Stückle Vieh“ – wie sich das Paar heute erinnert – gehörten zur elterlichen Landwirtschaft der Braut, die das frisch vermählte Paar nach der Hochzeit übernahm und in den Folgejahren kontinuierlich ausbaute. Dabei kam dem jungen Paar jene Beharrlichkeit und Selbständigkeit gelegen, die Erich Sieber schon in jungen Jahren auszeichnete. Gegen den Willen des Vaters erlernte er im Raum Bodensee den Beruf eines Landwirts und arbeitete danach bei Singen/Hilzingen auf einem großen Bauernhof, bevor er 1957 zum Wehrdienst eingezogen wurde. Aus Murnau in der Heimat zurück, arbeitete er lange Jahre als Lkw-Fahrer beim Stettener Sägewerk Braun, bis 1977 dann die Entscheidung fiel, voll und ganz auf die Landwirtschaft zu setzen. Gemeinsam erweiterten Erich und Cäcilie Sieber in vier Jahrzehnten immer wieder ihren Hof, passten die Strukturen den Anforderungen der Zeit an, bis es schließlich 1993 zum Bau des großen Aussiedlerhofes kam.

Vielzahl von Ehrungen und Auszeichnungen

Während Ehefrau Cäcilie zunächst noch in der Fabrik arbeitete und sich erst ab der Geburt der dritten Tochter ganz der Familie, dem großen Haushalt und natürlich der Landwirtschaft widmete, beackerte Erich Sieber noch ganz andere Felder. Jahrzehntelang drehte er als Gemeinderat und stellvertretender Bürgermeister ebenso an den Stellschrauben seiner Heimatgemeinde, wie er sich in der CDU oder innerhalb des Bauernverbandes auf Landes- wie auf Bundesebene Gehör verschaffte. Beharrlichkeit bewies Sieber auch in Sachen Flurbereinigung, setzte sich als Vorsitzender der Teilnehmergemeinschaft beinahe zwei Jahrzehnte für Strukturverbesserungen der Agrarwirtschaft ein. So ist es nicht verwunderlich, dass ihm im Laufe der Zeit eine Vielzahl an Ehrungen und Auszeichnungen zuteil wurden. Lange Jahre fand er auch Zeit dafür, aktiv in der Stettener Feuerwehrkapelle und der früheren Bauernkapelle mitzuwirken.

Feier im Kreise der Kinder, Enkel und Urenkel

Die drei Töchter, acht Enkel und sechs Urenkel feiern das Fest der diamanten Hochzeit heute mit. „Wir hoffen, dass uns noch ein paar gemeinsame Jährchen gegönnt sind“, sagen Erich und Cäcilie.

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