Der Gemeinderat hat sowohl die Wassergebühren als auch die Abwassergebühren für Regenwasser rückwirkend zum ersten Januar angehoben. „Wir müssen die Ergebnisse der letzten fünf Jahre zwingend ausgleichen“, sagte Ewald Gessler, der für Stetten, Daisendorf und Hagnau zuständige Kämmerer des Gemeindeverwaltungsverbandes, angesichts von sowohl Kostenunterdeckungen als auch Überdeckungen (bei der Schmutzwasserbeseitigung) in den vergangenen Jahren. Diese sollen nun ausgeglichen werden. Kämmerer Gessler betonte in der Ratssitzung weiter, das Landratsamt habe im Prüfungsbericht „eindringlich“ auf die Notwendigkeit kostendeckender Gebühren in der Wasserversorgung wie auch einer aktuellen Gebührenkalkulation in der Abwasserbeseitigung hingewiesen.

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Letzte Erhöhung liege neun Jahre zurück

Unterdeckungen in den Vorjahren wie auch einen gestiegenen Aufwand nannte Gessler als Gründe für eine deutlich höhere Wasserjahresgebühr. Zum letzten Mal sei die Wasserverbrauchsgebühr vor neun Jahren angepasst worden. Nach dem aktuellen Ratsbeschluss erhöht sich die jährliche Grundgebühr nun von 12 Euro um 54 Euro auf 66 Euro. Der Kubikmeter Wasser kostet neu 2,51 Euro statt bisher 1,45 Euro. Der Preis für das Niederschlagswasser steigt von aktuell zu zahlenden 0,25 Euro auf 0,46 Euro je Quadratmeter versiegelter Fläche.

Schmutzwasser wird wesentlich günstiger

Weil in der Schmutzwasserbeseitigung in den letzten Jahren Überschüsse erwirtschaftet wurden, sinkt die Schmutzwassergebühr. Bisher betrug sie 2,24 Euro pro Kubikmeter. Nach der neuen Kalkulation müssen bis zum 1. Januar 2022 nur noch 0,93 Euro bezahlt werden. Danach steigt die Gebühr auf 1,04 Euro.

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Zweitwohnungsbesitzer werden zu Kasse gebeten

Bürgermeister Daniel Hess betonte, auch Ferien -und Zweitwohnungsbesitzer sollten von jetzt an als geringe Wasserabnehmer „angemessen an den Fixkosten der Wasserversorgung beteiligt werden.“ Deshalb sei neben der Verbrauchsgebühr auch die Grundgebühr neu kalkuliert worden.

Räte entschieden sich für Grundgebühren-Erhöhung

Zwei Optionen waren zur Wahl gestanden. Der Gemeinderat entschied sich gegen ein Beibehalten der Wassergrundgebühr von 12 Euro bei einem gleichzeitigen Anhebung der Frischwassergebühr auf 2,92 je Kubikmeter. Stattdessen sprachen sich die Räte für die massive Erhöhung der Grundgebühr um 54 Euro pro Jahr und eine Verbrauchsgebühr für Trinkwasser auf 2,51 Euro aus. Die Grundgebühr wird gemäß der neu gefassten Satzung, gestaffelt nach Zählergröße erhoben. Jürgen Kammerer (FWV) sprach sich wie Fraktionskollege Klaus Horn ausdrücklich für das Anheben der Grundgebühr auf 66 Euro aus. Die Ferienwohnungsbesitzer sollten an den Betriebskosten Wasser beteiligt werden. Allerdings merkte Kammerer an, der Gemeinderat hätte schon früher reagieren können. „Der Bürgermeister gab ihm Recht.