Basteln und musizieren gehören zu ihrem Leben, wie Essen, Trinken oder Schlafen. Seit ihrer Jugend musiziert und bastelt Brigitte Straub aus Stetten am kalten Markt für ihr Leben gern. Und in Corona-Zeiten gehört das Basteln noch mehr zu ihrem Tagesablauf. Jetzt, wo es im Normalfall in der Fasnet „dagega goht“, stehen bei ihr natürlich die Figuren der Stettener Bockzunft ganz im Mittelpunkt.

Viel Fleiß und Mühe stecken in den Figuren

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Im Gründungsjahr der Stettener Bockzunft erblickte Brigitte Straub am Fasnets-Samstag anno 1950 das Licht der Welt, womit ihr die Narretei quasi „in die Wiege gelegt wurde“, wie sie beim Besuch des SÜDKURIER schmunzelnd erzählt. Und als aktives Mitglied der hiesigen Feuerwehrkapelle, die in der Fasnet bekanntlich zur Zunftkapelle wird, ist sie schon seit ihrer Jugend bei allen Umzügen, Bällen, Ausfahrten und Narren-Veranstaltungen aktiv dabei. Was lag da für die passionierte Bastlerin näher, als sich eines Tages an die Herstellung der Figuren der Bockzunft zu machen. Und als Perfektionistin hat das selbst die versierte Handarbeiterin viel Fleiß und Mühe gekostet.

Socken mit Zahnstochern gestrickt

Die Arbeit steckt im Detail, wie die Brigitte Straub hier am Beispiel der Stettener Marktfrau erklärt.
Die Arbeit steckt im Detail, wie die Brigitte Straub hier am Beispiel der Stettener Marktfrau erklärt. | Bild: Feuerstein, Gerd

Denn von A, wie Anzug, bis Z, wie Zubehör, ist es für die Tüftlerin im Laufe der Jahre zur Selbstverständlichkeit geworden, „alles eigenhändig und natürlich so originalgetreu wie möglich“ zu fertigen: „Es stecken also eine Menge Arbeit und unzählige Stunden in so einer Figur“, deutet sie auf jedes Detail, das dem neutralen Betrachter freilich nicht sofort ins Auge springt. Um die Sache perfekt zu machen, holt sich Brigitte Straub „wenn es irgendwie geht“ das Originalkostüm ins Haus, nennt sie als Beispiel den Rock der Stettener Markfrauen, der von den Marktweibern von Hand bemalt wird, und den sie in Miniaturausfertigung natürlich genauso originalgetreu nachgemalt hat, wie sie deren Weidenkorb nachbastelt. „Die Socken der Narrenräte habe ich mit Zahnstochern gestrickt“, erzählt Brigitte Straub und muss angesichts „dieser Friemlerei“ selber lachen.

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Als aktive Musikerin blutet ihr das Herz

Aber es mache ihr unheimlich Spaß und so konnte sie sich in der Corona-Zeit auch die Zeit vertreiben: „Musizieren ist ja leider derzeit nicht“, zuckt sie mit den Schultern, weswegen sie sich im vergangenen Jahr noch mehr auf ihre zweite Leidenschaft konzentriert habe: „Es ist einfach ein toller Zeitvertreib, bei dem ich wunderbar abschalten kann“. Als aktive Musikerin habe sie die Figur der Zunftkapelle „natürlich zu aller erst“ nachgebastelt. Und im Laufe der Jahre seien dann immer mehr dazu gekommen: „Je mehr Figuren ich hatte, umso größer war die Freude“, strahlt sie über alle Backen, zumal ihr beim Basteln immer wieder neue Idee kämen. Und wer sich in Brigitte Straubs Wohnzimmer umschaut, der kann das nur bestätigen. Denn überall steht tolle Deko, die sie je nach Jahreszeit anpasst. Derzeit ist natürlich die Fasnet im Mittelpunkt: „Als aktive Musikerin blutet mir das Herz, dass die aktive Fasnet heuer der Pandemie zum Opfer fällt“, sagt sie melancholisch. Also hole sie sich so wenigstens ein bisschen Narretei ins Haus: „Und falls es anderen Leuten auch gefällt, würde mich das doppelt freuen“.

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