Unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand am vergangenen Mittwoch auf dem großen Parkplatz vor der Stettener Albkaserne ein feierliches Gelöbnis des Artilleriebataillons 295 statt. Insgesamt 78 Rekruten der Ausbildungsbatterie gelobten dabei, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.

Sie gelobten der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.
Sie gelobten der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. | Bild: Feuerstein, Gerd

Wegen der Corona-Pandemie keine Öffentlichkeit

„Die Bundeswehr gehört in die Mitte der Städte und Gemeinden“, hatte Annegret Kramp-Karrenbauer in ihrer ersten Rede als Verteidigungsministerin betont. Doch was damals nicht zuletzt bei feierlichen Gelöbnissen gerne praktiziert wurde, gehört in Zeiten der Corona-Pandemie der Vergangenheit an: Keine geladenen Gäste, keine Eltern, Angehörige, Bekannte und Freunde konnten der feierlichen Zeremonie beiwohnen. Ein besonderes Ereignis, das den Rekruten noch lange in Erinnerung bleiben wird, war das feierliche Gelöbnis aber dennoch. Dafür sorgten schon allein die Redner, die in ihren Ansprachen die Bedeutung und Besonderheiten des Soldatenberufes hervorhoben.

Die Fahne wird zum Gelöbnis nach vorne gebracht.
Die Fahne wird zum Gelöbnis nach vorne gebracht. | Bild: Feuerstein, Gerd

Bürgermeister sieht massive Veränderungen in der Gesellschaft

So attestierte Bürgermeister Maik Lehn den Rekruten, dass sie sich mit Ablegen des Gelöbnisses „persönlich in die Pflicht nehmen“ ließen, um dem Land und seinen Bürgern zu dienen, wozu eine gehörige Portion Mut gehöre: „Mit dieser Bereitschaft, unser Land, seine Werte und Interessen zu schützen, sind Sie ein entscheidender Garant für unser freiheitliches Gemeinwesen“, sagte Lehn und erinnerte an die weltpolitischen Unsicherheiten sowie die massiven Veränderungen in unserer Gesellschaft, die „wahrlich beunruhigend“ seien. Umso bedeutender sei der Einsatz der angetretenen Rekrutinnen und Rekruten für unser freiheitliches und demokratisches Grundverständnis.

Stellvertretend für ihre Kameraden traten sechs Rekrutinnen und Rekruten nach vorne und legten an der Fahne ihr Gelöbnis ab.
Stellvertretend für ihre Kameraden traten sechs Rekrutinnen und Rekruten nach vorne und legten an der Fahne ihr Gelöbnis ab. | Bild: Feuerstein, Gerd

Auch Brigadegeneral Peter Mirow ging in seiner Ansprache auf den Kern des Soldatenberufes ein: „Sie haben sich für den Waffendienst entschieden, für einen Dienst, der am Ende von Ihnen verlangen kann, das eigene Leben für die Verteidigung von Recht und Freiheit des deutschen Volkes einzusetzen“, sagte der Kommandeur der Deutsch-Französischen Brigade im Beisein seines Stellvertreters Colonel Philippe Kirscher sowie dem General der Artillerietruppen, Oberst Dietmar Felber.

„Ich bin stolz darauf, Soldat zu sein!“

Als Vertreter der Rekrutinnen und Rekruten hielt der Obergefreiten Christoph Kaltenbrunner eine viel beachtete Rede.
Als Vertreter der Rekrutinnen und Rekruten hielt der Obergefreiten Christoph Kaltenbrunner eine viel beachtete Rede. | Bild: Feuerstein, Gerd

Vor dem offiziellen Akt des Gelöbnisses ergriff mit dem Obergefreiten Christoph Kaltenbrunner auch ein Vertreter der Rekruten das Wort. Dabei ging er vorwiegend auf die besonderen Umstände ein, die Covid-19 für die jungen Soldaten mit sich brachte. Statt eines Einberufungsbescheides zum 1. Juli mit Dienstantritt in Stetten a.k.M. sei für die angehenden Soldaten zunächst eine einmonatige Fernlernphase angestanden. Erst Anfang August habe dann die praktische Grundausbildung begonnen, die den Rekruten – aufgrund der Kürze der Zeit und unter den Bedingungen der Pandemie – einiges abverlangt habe. Dennoch sei es gerade den Ausbildern prima gelungen, die Moral der Truppe stets hochzuhalten, sodass am Ende jeder das Ausbildungsziel erreicht habe: „Ich bin stolz darauf, mit Euch allen diesen ersten Schritt gegangen zu sein. Und ich bin stolz darauf, Soldat zu sein!“, endete er.

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Was folgte, war die stets beeindruckende Zeremonie, die von einem Ensemble des Heeresmusikkorps aus Ulm begleitet wurde, bei der stellvertretend für alle Rekruten eine Abordnung aus sechs Soldatinnen und Soldaten den Eid an der Fahne ablegten. Nach dem Abspielen der Nationalhymne dankten General Peter Mirow, Bürgermeister Maik Lehn sowie der Kommandeur des Artilleriebataillons 295, Oberstleutnant Thomas Kopsch, den Rekruten persönlich für ihren Einsatz und wünschten für die Zukunft alles Gute.

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