Trotz schwieriger Situation am Holzmarkt hatte die Gemeinde dieses Jahr Glück mit den Erlösen aus dem Gemeindewald. In der sogenannten Waldsitzung, die kürzlich der Gemeinderat zusammen mit Forstleuten im Feuerwehrsaal abhielt, informierte Revierförster Jürgen Kuhl, dass die Kommune dieses Jahr mit einem Überschuss von rund 15 000 Euro rechnen könne.

„Wir sind 2020 noch gut davongekommen, weil wir bereits Anfang des Jahres Glück hatten mit unseren Verkäufen“, sagte er. Vor einem Jahr hatte man bei der Aufstellung des Planes noch mit einem negativen Betrag von 9500 Euro gerechnet.

Borkenkäferbefall zurückgegangen

Der Leiter des Fachbereichs Forst beim Landratsamt Sigmaringen, Stefan Kopp, informierte, man habe den Borkenkäfer landkreisweit derzeit gut im Griff. „Der Käferbefall ist bei uns gegenüber den Vorjahren deutlich zurückgegangen“, sagte Kopp im Gemeinderat. Aber es gebe trotzdem Auswirkungen auf dem Holzmarkt, weil der Käferholzpreis europaweit deutlich gefallen sei.

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Der Gemeinderat verabschiedete den Jahresplan 2021, wobei gegenüber 2020 deutliche Rückgänge im Nadelholzeinschlag der aktuellen Lage am Holzmarkt Rechnung tragen sollen. Beim Nadelholz sind nur noch 1140 Festmeter Holzeinschlag geplant, 2020 waren es noch 1950. Dagegen plant der Forst in Abstimmung mit der Gemeinde den Laubholzeinschlag von 450 auf 710 Festmeter im kommenden Jahr zu steigern. Zusammengerechnet sollen also nur noch 1850 Festmeter eingeschlagen werden, 2020 waren es 2400. Der jährliche Hiebsatz der neuen Forsteinrichtung für die Jahre 2021 bis 2030 beträgt 2180 Festmeter.

Schwarze Null für 2021 im Blick

Ein Gewinn aus der Waldbewirtschaftung kann 2021 kaum erwartet werden. Den 94 400 Euro an Ausgaben stehen geplante Einnahmen von 94 500 Euro gegenüber. In diesen Einnahmen enthalten ist auch ein Betrag von 6000 Euro für die Jagdpacht sowie von 5000 Euro für die Erhaltung von Altbäumen und Holzbaumgruppen aus Buchenalthölzern.

Neue Förderung für Erhalt von Altbäumen

Dabei handelt es sich um eine neu eingeführte Förderung, wie Stefan Kopp mitteilte. Die Gemeinde verpflichte sich, diese Bäume jahrelang nicht zu ernten. „Wer beispielsweise eine Eiche 20 Jahre länger stehen lässt, erhält 550 Euro für den Baum“, erklärte Kopp. Daneben gibt es im Schwenninger Gemeindewald bereits seit drei Jahren sechs stillgelegte Holzbaumgruppen, die der Gemeinde 260 000 Ökopunkte einbrachten.

Brennholzpreis bleibt gleich

Die Ausgaben für die Holzernte liegen bei 45 000 Euro, für Kulturen bei 6500 Euro, für Waldschutz bei 4300 Euro, für Ästung und Bestandspflege bei 2700 Euro, für Schutzfunktion bei 200 Euro, für Erschließung und Wegeunterhaltung bei 5500 Euro. Hinzu kommen Steuern, Beiträge und Versicherungen von 4800 Euro, Verwaltungsausgaben von 17 900 Euro für den Revierdienst und Holzverkauf sowie 7500 Euro für Steuerbüro, Geschäftsausgaben und innere Verrechnungen.

Der Gemeinderat fasste außerdem den Beschluss, die Brennholzpreise nicht zu verändern. Demnach kostet der Festmeter Brennholz auch in diesem Winter 64 Euro.

Neue Förderungen für Waldbesitzer

Über neue Förderungsmaßnahmen des Landes Baden-Württemberg informierte Stefan Kopp. Diese sollen helfen, die Folgen von Extremwetterereignissen abzumildern. So gebe es beispielsweise eine Aufarbeitungshilfe für Schadholz in Höhe von 6 Euro je Festmeter. „Für Schwenningen haben wir im ersten Antrag für 2020 eine Aufarbeitungshilfe in Höhe von 14 000 Euro beantragt“, erzählte der Leiter des Fachbereichs Forst. Auch künftig anfallendes Sturm- und Käferholz sei förderfähig.

Des Weiteren gebe es eine Förderung für Naturschutzmaßnahmen im Wald. Gefördert würden sowohl private als auch kommunale Waldbesitzer für Maßnahmen wie beispielsweise den Erhalt von Altbäumen und sogenannten Habitatbaumgruppen. Dabei müssten mindestens sieben und höchstens 15 Bäume pro Hektar mit 20-jähriger Zweckbindung zur Verfügung gestellt werden. Gezahlt würden dann Zuwendungen für sieben Bäume zwischen 2500 Euro (Nadelholz-Typ) und 2650 Euro (Buchen-Typ). Für den Eichen-Typ gebe es sogar 3700 Euro.

Auch für die Pflege von Waldrändern gebe es Gelder. Weitere Fördermöglichkeiten bestehen laut Kopp etwa für die Entrindung oder das Hacken von Schadholz sowie die Wiederbewaldung nach Extremwettereignissen.

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