Auch wenn auf öffentliche Gedenkfeiern am diesjährigen Volkstrauertag weitgehend verzichtet wurde, haben es sich die Verantwortlichen des SPD-Ortsvereins Stetten a.k.M. nicht nehmen lassen, am Mahnmal des Konzentrationslagers Heuberg einen Kranz nieder zu legen und in stiller Erinnerung der Opfer von Krieg und Gewalt und insbesondere der Geschundenen und Gequälten der NS-Diktatur zu gedenken.

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Gedenkstätte besteht seit 1983

Seit dem Jahre 1983 gibt es am Rande des Truppenübungsplatzes Heuberg in unmittelbarer Nähe zur Dreitrittenkapelle eine Gedenkstätte, die an die Opfer des Konzentrationslagers Heuberg erinnert. Auf Initiative des SPD-Landesverbandes Baden-Württemberg wurde diese im Jahre 1983, genau 50 Jahre nach der Eröffnung des KZ Heuberg, eingeweiht. Seitdem legen die hiesigen Sozialdemokraten am Volkstrauertag – oft gemeinsam mit Vertretern der Kreis- und Landespartei – an dieser Gedenkstätte einen Kranz oder ein Blumengebinde nieder.

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Zwischen 3500 und 4000 Gefangene

Der Truppenübungsplatz und das Lager Heuberg bei Stetten a.k.M. waren seit ihrer Errichtung im Kaiserreich stets ein Spiegelbild der deutschen Geschichte. Am 20. März 1933 wurde mit der Eröffnung des Konzentrationslagers Heuberg für „Schutzhäftlinge“ aus Württemberg und Hohenzollern das düsterste Kapitel in der Geschichte des Truppenübungsplatzes aufgeschlagen. Der „Heuberg“ war eines von zahlreichen Konzentrationslagern in der Anfangsphase des Dritten Reiches, in denen die Nationalsozialisten ihre politischen und weltanschaulichen Gegner einsperrten und drangsalierten. Im KZ Heuberg wurden zwischen dem 20. März 1933 und November 1933 zeitweise weit mehr als 2000 vorwiegend württembergische Kommunisten und Sozialdemokraten fest gehalten. Bis zu seiner Schließung nach zehn Monaten wurden im KZ Heuberg zwischen 3500 und 4000 Männer gedemütigt und gequält. Der prominenteste Häftling war der spätere SPD-Vorsitzende Dr. Kurt Schumacher. Aber auch Willi Bleicher, der in den 60-er Jahren zu den prominenten Gewerkschaftsführern gehörte, oder der spätere Oberbürgermeister von Reutlingen, Oskar Kalbfell, gehörten zu den Inhaftierten. Nachdem sowohl das Lager wie der Truppenübungsplatz für militärische Zwecke benötigt wurden, erfolgte im November 1933 die Verlegung der Häftlinge in das „Württembergische Schutzhaftlager Oberer Kuhberg“ bei Ulm, das in dieser Form bis 1935 bestand.

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