Vom ersten Tag an war Fritz Reiser Zugpferd, Gesicht, Herz und Macher der Stettener Beil-Stiftung. Egal ob es um Bausachen, Pflege, Finanzen, Vermietung oder auch, wenn es um eine Vertrauensperson ging: Fritz Reiser stand in allen Angelegenheiten zur Verfügung. Doch nach mehr als zwölf Jahren musste Reiser sein Engagement aus gesundheitlichen Gründen inzwischen zurück schrauben und sein Amt in die Hände von Fritz Halder legen. Vor wenigen Tagen wurde Fritz Reiser auf seinen ausdrücklichen Wunsch „im kleinen Kreis der Stiftung“ offiziell verabschiedet.

Reiser von Anfang an beteiligt

Im Beisein der Vorstandsmitglieder Bürgermeister Maik Lehn und Daniela Bosch, dem neuen Vorstandsvorsitzenden Fritz Halder sowie dem stellvertretenden Stiftungsratsvorsitzenden Willi Rebholz war es dem Stiftungsratsvorsitzenden Karl-Arthur Unger vorbehalten, das langjährige Engagement des scheidenden Vorstandsvorsitzenden zu würdigen und dessen Verdienste hervor zu heben. Der Vorsitzende des Stiftungsrates erinnerte, dass schon einige Jahre vor der formalen Gründung der Stiftung im April 2011 inhaltlich-konzeptionelle Überlegungen anzustellen und jede Menge Vorarbeiten zu leisten waren, an denen Reiser „von der ersten Stunde weg aktiv beteiligt“ gewesen sei. Alleine das Ausräumen des alten Kaufhauses Beil mit seinen vielen kleinen und größeren Schätzen, sei einer Mammutaufgabe gleich gekommen: „Von der späteren Bauphase ganz zu schweigen“, fasste Unger das Geschehen kurz und knapp zusammen, das sich „mit vielen Höhen und Tiefen“ über einige Jahre hingezogen hatte.

Ein Bild aus früheren Tagen: Das ehemalige Kaufhaus Beil, das von der Stiftung unter der Ägide von Fritz Reiser zu einem Wohngemeinschaftshaus für Senioren um- und angebaut wurde.
Ein Bild aus früheren Tagen: Das ehemalige Kaufhaus Beil, das von der Stiftung unter der Ägide von Fritz Reiser zu einem Wohngemeinschaftshaus für Senioren um- und angebaut wurde. | Bild: Gerd Feuerstein

Anfangs eigentlich nur „einfaches Vorstandsmitglied“ sei Reiser im Grunde immer schon der „geschäftsführende“ Vorstand der Stiftung gewesen: „Du hast nie viele Worte verloren, warst ein Mann der Tat und wenn sich Lücken auftaten, hast Du sie selbstverständlich gefüllt“, sagte Unger und fragte sich, wo die Stiftung heute stünde, hätte es einen Mann wie Reiser nicht gegeben. Ganz besonders beeindruckend sei es gewesen, wie sich Reiser um die Stifterin Eugenia Beil gekümmert habe, als diese altersbedingt hinfällig und pflegebedürftig geworden sei: „Du hast Dich gekümmert wie ein Sohn“, sagte Unger und dankte auch Reisers Ehefrau Dorothea, die ihm in all den Jahren nicht nur Rücken frei gehalten, sondern stets selbst tatkräftig mit angepackt habe.

So präsentiert sich das Gebäude heute: „Ich bin stolz, dass das Angebot inzwischen so gut angenommen wird“, freut sich Fritz Reiser.
So präsentiert sich das Gebäude heute: „Ich bin stolz, dass das Angebot inzwischen so gut angenommen wird“, freut sich Fritz Reiser. | Bild: Gerd Feuerstein

Unger verglich das Engagement des scheidenden Vorstands mit einem „Omnibus“. Aus dem Lateinischen stammend könne man das Wort mit „Für Alle“ übersetzen. Und nichts sei auf Reiser zutreffender, als dass er im Auftrag der Stiftung „stets für Alle dagewesen“ sei. Allzeit zielgerichtet nach vorne blickend, sei es Reiser immer wieder gelungen, alle mitzunehmen und sicher ans Ziel zu bringen: „Dabei warst Du immer authentisch und mit Herz, Hand und Verstand bei der Sache“, sagte Unger, der es nicht unerwähnt ließ, dass Reiser als Vertreter der Stiftung auch „viel Reibereien, Unmut und menschlichen Unzulänglichkeiten“ ausgesetzt war. Dank Reisers unermüdlichem Einsatz könne sein Nachfolger Fritz Halder ein intaktes, seriöses und gut bestelltes Haus übernehmen: „Für all das gehört Dir unsere Anerkennung, unser Respekt und vor allem unser Dank“, betonte Unger unter dem Applaus.

Finanzielle Probleme beim Bau

In gemütlicher Runde erinnerte Reiser an die Gründerzeiten der Stiftung, mit der Hilde und Eugenia Beil mit ihrem Privatvermögen das in die Tat umsetzten, was der politischen Gemeinde zuvor nicht gelungen war. Nämlich eine Seniorenwohnanlage samt Begegnungsstätte im Herzen der Gemeinde zu errichten. Dabei sei die Sache in der Bauphase „nicht gerade auf Rosen gebettet gewesen“, frischte er die Erinnerung auf, dass die Baukosten um 20 Prozent überschritten worden waren, was die Verantwortlichen auch vor finanzielle Probleme gestellt hatte. „Dass die Wohnanlage heute schuldenfrei ist, und längst sehr gut angenommen wird, erfüllt mich schon mit einem gewissen Stolz“, rekapitulierte Reiser, der sich auch bei seiner Frau bedankte.