Eine der wichtigen Fragen für Jugendliche gegen Ende ihrer Schulzeit ist die nach einem geeigneten Beruf. Die Gemeinschaftsschule Stetten hat zusammen mit dem örtlichen Wirtschaftsverbund einen eigenen Weg gefunden, um den jungen Leuten die Entscheidung für Ausbildung oder Studium zu erleichtern. Am Donnerstag waren die Schüler der Jahrgangsstufen acht und neun zum fünften Mal zur Jobbörse eingeladen.

Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbilder werden vorgestellt

Dabei hatten die Schüler die Möglichkeit, sich direkt bei Mitarbeitern, Inhabern oder Auszubildenden verschiedener Firmen und Einrichtungen über die dortigen Ausbildungsmöglichkeiten sowie die angebotenen Berufsbilder zu informieren.

Interessiert, gespannt und teilweise etwas aufgeregt verfolgten die Mädchen und Jungen den kleinen Eröffnungsakt im Pausenhof des Schulzentrums
Interessiert, gespannt und teilweise etwas aufgeregt verfolgten die Mädchen und Jungen den kleinen Eröffnungsakt im Pausenhof des Schulzentrums | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Wie Konrektor Jürgen Lebherz im Gespräch mit dieser Zeitung betonte, ist die jährliche Jobbörse nur eines der Mosaiksteinchen, mit denen die Schule auf den Start in die Berufswelt vorbereiten möchte.

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Für viele Jugendliche ist die grobe Richtung klar

Eine kleine Umfrage unter den Schülern, die an diesem Nachmittag in die Alemannenhalle kamen, zeigt deutlich: Viele der Jugendlichen haben zumindest eine ungefähre Vorstellung davon, was sie später werden möchten. Von einer Veranstaltung wie der Jobbörse erwarten sie Detailinformationen. Wie wichtig das ist, macht auch der stellvertretende Schulleiter deutlich. Er findet: „Viele Berufe haben heute Bezeichnungen, mit denen ein branchenunkundiger Hörer nicht auf Anhieb etwas anfangen kann.“

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Verwandte prägen Vorstellungen der Schüler

Diana Flegler aus der Klassenstufe neun gehört zu der erwähnten Schülergruppe. Die 15-Jährige ist sich sicher: „Ich will etwas mit Kindern machen, weil mir das Spaß macht.“ Sie habe auch ein entsprechendes Vorbild in der Familie: ihre Cousine. Allerdings ist sich die Jugendliche noch nicht klar, für welchen Beruf sie sich genau entscheiden soll. Diana Flegler möchte zunächst die Mittlere Reife machen und danach in einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) ausloten, was für sie infrage kommt. Trotz dieser festen Vorstellungen hält die Schülerin die Jobbörse für eine gute Idee. Sie schätzt den Aktionstag, weil es viele nützliche Informationen über Berufe gebe.

„Ich will wie meine Cousine beruflich irgendetwas mit Kindern machen.“ – Diana Flegler (Klassenstufe 9)
„Ich will wie meine Cousine beruflich irgendetwas mit Kindern machen.“ – Diana Flegler (Klassenstufe 9) | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Ein Bürojob kommt für manche nicht infrage

David Sielicki hat als Schüler der Jahrgangsstufe acht noch einige Schulstunden vor sich, bevor er mit einem Abschlusszeugnis in die Berufswelt starten kann. Der 14-Jährige interessiert sich für die Baubranche. Die kennt er unter anderem durch seinen Vater, der in einem Kieswerk arbeitet. „Ich will entweder Maurer oder Architekt werden.“ Für ihn ist es wichtig, später nicht acht Stunden pro Tag vor einem Computermonitor sitzen zu müssen. Ein solcher Arbeitsalltag rangiert bei David Sielicki unter der Rubrik „langweilig“.

„Ich suche einen praktischen Beruf in der Baubranche, vielleicht als Maurer.“ – David Sielicki (Jahrgangsstufe 8)
„Ich suche einen praktischen Beruf in der Baubranche, vielleicht als Maurer.“ – David Sielicki (Jahrgangsstufe 8) | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Von Pharmazie bis Medienbereich

Dorotea Ficarra will sich für einen Beruf im medizinischen Bereich entscheiden. Die 16 Jahre alte Schülerin hat ihr Interesse an Chemie entdeckt. „Ich will entweder als pharmazeutisch-technische Assistentin in einer Apotheke arbeiten oder gleich Pharmazie studieren.“

Clara Wolf ist 14 und hat sich nach einem Praktikum bei einem Fotografen schon fest für eine berufliche Laufbahn im Medienbereich entschieden. Das Fotografieren komme ihrer Vorliebe für die Arbeit mit Menschen entgegen, ist die Schülerin überzeugt.

Elia Ruf und Sarah Krieger sind beide dreizehn Jahre alt. Trotzdem ist für sie das Thema berufliche Zukunft aktuell. Sarah hat bei ihrer Mutter im Landratsamt schon ein Praktikum gemacht. Die Arbeit in der Bußgeldstelle würde ihr Freude machen, sagt sie. Jedenfalls käme für sie ein Job bei der Kreisverwaltung infrage.

„Am liebsten würde ich wie meine Mama im Landratsamt arbeiten.“ – Sarah Krieger (Jahrgangsstufe 8)
„Am liebsten würde ich wie meine Mama im Landratsamt arbeiten.“ – Sarah Krieger (Jahrgangsstufe 8) | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Anders Elia: Der Dreizehnjährige hat seine Fähigkeiten im Umgang mit Holz entdeckt. Dennoch kann er sich vorstellen, auch mit Metall zu arbeiten. Deswegen überlegt sich Elia Ruf, entweder eine Ausbildung als Schreiner oder als Industriemechaniker anzufangen.

„Ich überlege mir, ob ich Schreiner oder Industriemechaniker werden soll.“ – Elia Ruf (Jahrgangsstufe 8)
„Ich überlege mir, ob ich Schreiner oder Industriemechaniker werden soll.“ – Elia Ruf (Jahrgangsstufe 8) | Bild: Steinmüller, Hermann-Peter

Börse deckt breites Spektrum ab

Diesen unterschiedlichen Berufswünschen der Schüler wurde die Auswahl der 16 teilnehmenden Aussteller gerecht. Von der Polizei über die Mariaberger Heime bis hin zu Handwerks- und Industriebetrieben reichte die Spanne.