Die Autofahrer haben es in der Hand, ob das Nordtor des Friedhofs zur Sonnenstraße hin in Zukunft generell geschlossen bleibt. Für diese Lösung entschied sich der Ortschaftsrat einstimmig. Hintergrund dafür ist das aus Sicht der Ortsverwaltung undisziplinierte Parken der Trauergäste während der Beerdigungen. Gegen die Schließungspläne argumentierten zwei Zuhörerinnen. Ein ebenfalls als Zuhörer anwesender Anlieger unterstützte aber die Pläne der Verwaltung.

Um was geht es genau? Die Gemeinde Stetten a.k.M. will in den nächsten Monaten die Parkplatzsituation am Frohnstettener Friedhof durch einen neuen Parkplatz entschärfen. Dazu erläutert Markus Spende vom Bauamt: "An der Friedhofskapelle werden für 73 000 Euro sieben Parkplätze neu angelegt". Damit besteht aus Sicht der Planer auch kein Grund mehr, die Einfahrt zum Nordtor zuzuparken. Ortsvorsteher Johann Seßler schildert die Situation so: "Die vor dem Nordtor regelwidrig abgestellten Autos blockieren die gegenüber liegende Einfahrt in die Baumgärten-Straße." Deshalb sei es in der Vergangenheit immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen, weil den Verkehrsteilnehmern durch die abgestellten Autos die freie Sicht genommen werde.

Vor dem Ortschaftsrat erklärte Seßler, dass bereits seit Jahren immer wieder vergebens an die Parkdisziplin der Autofahrer appelliert werde. Eine optische Lösung durch Parkverbotsschilder sei nach Rücksprache mit dem Landratsamt nicht möglich, weil die Sonnenstraße zur Tempo-30-Zone gehöre. Als Lösung sieht der Ortsvorsteher nur noch die Schließung des Nordtores. Nach der Fertigstellung der neuen Parkplätze werde noch drei Monate gewartet. Sollte sich in dieser Zeit die Parkdisziplin nicht deutlich ändern, werde das Tor generell geschlossen.

Diese Haltung wurde von den Frohnstettener Ortschaftsräten einhellig unterstützt. Besonders engagiert setzte sich unter Verweis auf die Verkehrssicherheit Heike Glattes für diese Lösung ein. Sie sieht ebenso wie ihre Ratskollegen in der Schließung des Tors auch keine Härte gegenüber älteren Friedhofsbesuchern. Johann Seßler: "Bis zum Tor bei der Friedhofskapelle sind es kaum 50 Meter." Hier werde im Zusammenhang mit dem neuen Parkplatz ein 1,80 Meter breiter Gehweg gebaut. Damit bestehe auch für ältere Mitbürger mit Rollator eine bequem begehbare Zugangsmöglichkeit zum Friedhof. Handwerker und Bestattungsunternehmer sollen nach den Planungen der Verwaltung einen Schlüssel für das Nordtor erhalten.

Ansichten der Zuhörer

Die Absicht der Ortsverwaltung von Frohnstetten, das Nordtor des Friedhofs dauerhaft zu schließen, stieß bei den Zuhörern der öffentlichen Sitzung auf ein geteiltes Echo. Kein Verständnis für die beabsichtigte Maßnahme zeigten die frühere Ortsvorsteherin Margarete Bantle sowie Rosalinde Hotz. Sie befürchten vor allem Nachteile für ältere Besucher, die nun einen längeren Weg zurücklegen müssten. Bantle bedauerte, dass wegen der Tempo-30-Zone kein absolutes Halteverbot möglich sei. Das Tor könnte dann aus ihrer Sicht geöffnet bleiben. Dazu sagte der Ortsvorsteher: "Dieses Halteverbot müsste dann auch überwacht werden. Dafür bräuchte das Rathaus einen Hilfssheriff." Eine völlig andere Sicht hat Robert Stehle. Er ist Anlieger in der Sonnenstraße und bestätigte: "Beim Parken vor dem Nordtor kommt es oft zu gefährlichen Situationen." Stehle beschrieb die Situation als "wirklich unerträglich". (hps)