Dabei war die Zusammenkunft im Stettener Soldatenheim eigentlich sehr gut besucht. Doch liegt die Latte der erforderlichen Majorität zur Änderung der Satzung derart hoch, dass sie "auch im vierten Anlauf wieder zu reißen ist", wie der amtierende Vorsitzende Walter Sambil schon bei der Begrüßung bedauerte. Denn dafür müsste die Hälfte der Mitglieder anwesend sein. Und genau darin liegt die Krux, wie der Vorsitzende zum wiederholten Male betonte. Mehr als ein Drittel der Mitglieder wohnten weit von der Garnisonsgemeinde entfernt und seien daher kaum zu motivieren, zur Hauptversammlung zu kommen. Trotzdem hatten immerhin 28 Mitglieder, darunter auch Bürgermeister Maik Lehn, den Weg ins Soldatenheim gefunden.

Es findet sich kein Vorsitzender

Dass die notwendige Stimmenzahl erneut nicht zusammen zu bringen war, wirkte sich dann zwangsläufig auch auf den weiteren Verlauf der Versammlung aus. Nach zwei kurzen Berichten des Vorsitzenden und des Kassierers fiel es Bürgermeister Maik Lehn leicht, die Entlastung des Vorstandes herbei zu führen. Das Gemeindeoberhaupt ließ es sich nicht nehmen, dem bislang amtierenden Vorstand für sein Engagement zu danken und anschließend als Wahlleiter für die anstehenden Neuwahlen zu fungieren.

Allerdings war diese Aufgabe nicht die leichteste, nachdem sich von den amtierenden Amtsinhabern niemand mehr für eine erneute Wahl zur Verfügung stellte. Trotz mehrfacher Aufforderung des Bürgermeisters, konnte allerdings kein neuer Vorsitzender gefunden werden. Es schloss sich eine ausführliche Debatte an, an deren Ende über die Zukunft des Vereins abgestimmt wurde. Zwar konnte die Mitgliederversammlung die Auflösung des Vereins nicht verbindlich beschließen, weil auch dafür zu wenige Mitstreiter anwesend waren. Doch votierten von 28 stimmberechtigten Mitgliedern bei nur einer Enthaltung und einer Gegenstimme am Ende 26 Mitstreiter für die Auflösung des Vereins.

Bereits davor hatte der frühere Präsident des Verwaltungsgerichts Sigmaringen, Franz-Christian Mattes, die Teilnehmer im Verlauf der Debatte über das weitere Prozedere aufgeklärt. Verbunden mit der Tatsache, dass kein neuer Vorstand gefunden werden konnte, wird das vorstehende Abstimmungsergebnis nun dem zuständigen Amtsgericht vorgelegt, das dann die weitergehenden Entscheidungen treffen werde. Abschließend brachte Bürgermeister Maik Lehn nicht nur sein Bedauern zum Ausdruck, dass die Gemeinde Stetten a.k.M. mit dieser Entscheidung einen weiteren Verein verlieren werde. Auch die zivile Unterstützung der Militärgeschichtlichen Sammlung des Standortes gehöre damit "wohl bald der Vergangenheit an", bedauerte er ausdrücklich.

Wie geht's weiter?

  • Die Militärgeschichtlichen Sammlung des Standorts Stetten a.k.M. ist eine dienstliche Einrichtung der Bundeswehr, in der die über 100-jährige Militärgeschichte der Garnison, von der Kaiserzeit bis zur Bundeswehr, auf mehr als 900 Quadratmetern eindrucksvoll dargestellt wird.
  • Aufgrund von Umbaumaßnahmen in dem historischen Gebäude, zu denen das Denkmalamt jeweils seine Zustimmung erteilen muss, können derzeit noch keine Öffnungszeiten an Sonntagen in 2018 bekannt gegeben werden.
  • Führungen von Gruppen können weiterhin unter folgender Mail-Adresse angemeldet werden: MarcusKlotz@Bundeswehr.org (gfe)