„Wasser marsch!“ hieß es am Samstagnachmittag an der Alemannenhalle in Stetten. Dort fand die Schauübung der Kreisjugendfeuerwehren im Landkreis Sigmaringen statt. Die Jugendwehren aus Stetten a.k.M, Beuron, Leibertingen, Meßkirch und Schwenningen stellten sich der geforderten Aufgabe: ein Löschangriff von außen auf das Mehrzweckgebäude im Schulzentrum.

Von der Theorie in die Praxis umgesetzt

Was die Kinder und Jugendlichen sonst bei ihren Treffen theoretisch lernen und im Kleinen üben, zeigten sie am Wochenende bei der Schauübung den anwesenden Feuerwehrmitgliedern und Bürgern, die zum Zuschauen gekommen waren.

Fast 60 Jungen und Mädchen aus dem gesamten Landkreis nahmen an der Übung in Stetten teil.
Fast 60 Jungen und Mädchen aus dem gesamten Landkreis nahmen an der Übung in Stetten teil. | Bild: Christl Eberlein

Das Wetter machte der Übung allerdings mit Regen und Kälte einen Strich durch die Rechnung. Sicher wären mehr Interessierte an die Alemannenhalle gekommen, wenn sich die Sonne am Himmel hätte blicken lassen. Aber da es ja im Ernstfall auch keine Rolle spielt, wie sich das Wetter zeigt, ließen sich die Jungen und Mädchen der teilnehmenden Kinder- und Jugendgruppen nicht von dem schlechten Wetter beeindrucken.

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Wie genau die Aufgabe aussah, erklärte der Jugendfeuerwehrwart von Beuron, Joachim Wolf. Er begleitete die sechs Jungen und ein Mädchen der Beuroner Jugendwehr mit Gruppenführer David Schreiyäck und Maschinist am Löschzug, Bruder Longinus.

Übungskritik gab es auch in kleinen Gruppen. Der Nachwuchs war motiviert.
Übungskritik gab es auch in kleinen Gruppen. Der Nachwuchs war motiviert. | Bild: Christl Eberlein

Die Übungen des Feuerwehrnachwuchses würden sich in einigen Bereichen von denen der Erwachsenen unterscheiden, so Wolf. Schwere Aufgaben könnten die Kinder und Jugendlichen noch nicht erfüllen. Dazu gehörten Übungen mit der Drehleiter, mit Atemschutzausrüstung und mit Schere und Spreizer. Der Löschangriff von außen unterscheide sich aber im Wesentlichen nicht von dem der erwachsenen Feuerwehrleute, sagte der Jugendfeuerwehrwart aus Beuron.

Aufgaben für mehrere Trupps

Nach der Anfahrt des Löschfahrzeuges trete die gesamte Gruppe zunächst hinter dem Fahrzeug an und erhalte den Einsatzbefehl. Dann werde festgestellt, woher das Wasser komme und wo der Verteiler gesetzt werde. Der erste Trupp gehe zunächst mit dem Strahlrohr vor. Der zweite Trupp sei für das Anschließen der Schläuche verantwortlich. Aufgabe des dritten Trupps, des Wassertrupps, sei die Versorgung mit Wasser vom Hydranten zum Fahrzeug und weiter zum Verteiler, führte der Jugendfeuerwehrwart aus. „Ist der Befehl zum Löschangriff erteilt, wird mit zwei Löschrohren gelöscht.“

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Nach rund 20 Minuten war die Übung vorbei und alle Materialien waren wieder aufgeräumt. Joachim Wolf und die Jugendfeuerwehrwarte der anderen Wehren waren sehr zufrieden mit den Leistungen ihrer knapp 60 Schützlinge. Diese waren schließlich alle gut auf die Aufgabe vorbereitet und wussten genau, was zu tun war. „Aufgeregt waren sie heute aber trotzdem ein bisschen“, sagte Joachim Wolf.

Jugendwehren können sich präsentieren

Verständlich, schließlich schauten bei der Übung viele Augenpaare erfahrener Feuerwehrmänner und -frauen genau hin, was der Nachwuchs machte. „Die jährliche Schauübung ist eine Möglichkeit für die Jugendwehren sich zu präsentieren und sich zu bewähren“, sagte die stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwartin Bianca Krugger. Sie freute sich über das Engagement der Jugend und den Einsatz, den die Jungen und Mädchen gezeigt hatten.

600er-Marke ist geknackt

Bianca Krugger und Matthias Sauer sind die stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwarte des Landkreises Sigmaringen. Sie beobachteten die Übung des Feuerwehrnachwuchses in Stetten a.k.M. am Samstagnachmittag genau und waren sehr zufrieden mit den gezeigten Leistungen. Doch wie sieht es mit den Jugendwehren im gesamten Landkreis aus? Gibt es genug Nachwuchs für die freiwilligen Feuerwehren?

Bianca Krugger und Matthias Sauer sind die stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwarte des Landkreises Sigmaringen.
Bianca Krugger und Matthias Sauer sind die stellvertretenden Kreisjugendfeuerwehrwarte des Landkreises Sigmaringen. | Bild: Christl Eberlein

„In den letzten Jahren sind es immer mehr Kinder und Jugendliche geworden, die bei den Wehren mitmachen“, berichteten Krugger und Sauer. „Wir haben die 600er-Marke geknackt“, freuen sich die Beiden. Über Nachwuchsmangel können sie also nicht klagen. Die Jugendwehren im Landkreis sind gut aufgestellt.

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Und wie verteilen sich die Mitgliederzahlen auf Jungen und Mädchen? „Es sind schon lange nicht mehr nur Jungen in der Feuerwehr. Die Mädchen sind auf dem Vormarsch. Von den insgesamt 685 Mitgliedern der 34 Jugendgruppen im Landkreis sind 152 Mädchen am Start“, berichten die Kreisjugendfeuerwehrwarte.