Fast auf den Tag genau sieben Jahre hatte der Verein bestanden, auf dessen Liquididatoren Walter Sambil (zuletzt amtierender Vorsitzender), Fritz Halder (Vereinssekretär) und Alexander Hersam (Kassenverwalter) im vergangenen Jahr die unangenehme Aufgabe zugekommen war, den Verein formal abzuwickeln. Dem Förderverein war es trotz mehrfacher Anläufe nicht gelungen, sich eine neue Satzung zu geben, die den Club zukunftsfähig gemacht hätte. Dass damit die zivile Unterstützung der Militärgeschichtlichen Sammlung „wohl bald der Vergangenheit angehört“ hatte seinerzeit nicht nur Bürgermeister Maik Lehn bedauert, welcher sich in einem Brief an die damals amtierende Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen gewandt und um Unterstützung gebeten hatte. Auch die Ministerin bedauerte in ihrem Antwortschreiben eine mögliche Auflösung des Vereins und stellte heraus, dass die Stettener Sammlung als „eine didaktisch besonders ansprechende Ausstellung“ gelte, die sich zudem durch hohe Besucherzahlen auszeichne, wie die Ministerin es formuliert hatte.

Gleichfalls hatte von der Leyen zugesichert, dass man sich um den Fortbestand der Militärgeschichtlichen Sammlung und der Darstellung der über 100-jähringen Militärgeschichte in Stetten keine Sorgen machen müsse. „Im Rahmen der Museums- und Sammlungsgeschichte der Bundeswehr wird diese auch zukünftig weiter geführt und im Rahmen der historischen Bildung genutzt.“ Gleichzeitig bedankte sich von der Leyen für das „große, vorbildliche ehrenamtliche Engagement“, das ein schönes Beispiel für die feste Verankerung der Bundeswehr in der Gesellschaft sei. Dem konnten sich Bürgermeister Maik Lehn und der letzte amtierende Vorsitzende des Fördervereins, Walter Sambil, bei der Übergabe des Vereinsvermögens im Stettener Rathaus nur anschließen.

Sambil nutze die Gelegenheit, seinen Mitstreitern für die gute Zusammenarbeit und deren „unermüdliches Engagement“ in den vergangenen sieben Jahren zu danken. In vielen, vielen Sonntagsdiensten seien „unzählige ehrenamtliche Stunden geleistet“ worden, um den Besuch der Sammlung durch die Öffentlichkeit zu gewährleisten, nannte Sambil nur ein Beispiel. Dass der Verein dabei auch wirtschaftlich gute Arbeit geleistet hat, kam in der stolzen Summe von rund 17 500 Euro zum Ausdruck, die Kassier Alexander Hersam an die Gemeinde überweisen wird. Zwar enthalte die Satzung keine feste Regelung wie die Gemeinde das Geld zu verwenden habe, doch war es der ausdrückliche Wunsch der Liquidatoren, das Geld für gemeinnützige Zwecke einzusetzen.

„Wir könnten uns vorstellen, dass das Vermögen zu ähnlichen Anteilen für die Unterhaltung der Küche (inklusive Neuanschaffungen) im Erdgeschoss des ehemaligen Goreth-Hauses sowie für Beschaffungen des Schulträgers für das Stettener Schulzentrum verwendet wird“, waren sich Walter Sambil, Fritz Halder und Alexander Hersam bei der letzten Amtshandlung des Fördervereins einig. Bürgermeister Maik Lehn zeigte sich dankbar, dass der Verein sich diesbezüglich festgelegt hatte: „Es liegt nicht in unserem Interesse, Gelder von aufgelösten Vereinen zu horten“, meinte er und sicherte den bisher Verantwortlichen zu, die Dinge „in ihrem Sinne in die Hand zu nehmen“.