Gut 800 Unterschriften hat der Stettener Ortsverband des VdK im vergangenen Jahr zum Thema „Pflege macht arm“ gesammelt und sich so mit großem Erfolg an der gleichnamigen Kampagne des VdK-Landesverbandes Baden-Württemberg beteiligt.

Aktion war „dringend notwendig“

Wie Vorsitzender Joachim Löffler bei der jüngsten Hauptversammlung des Ortsverbandes im Soldatenheim wissen ließ, habe sich dabei insbesondere Gottfried Hagg hervorgetan, der teilweise von Haus zu Haus gegangen sei, um entsprechende Unterschriften zu sammeln. Dass die Aktion dringend notwendig gewesen sei, darin waren sich Vorstand und Mitglieder „absolut einig“, wie der Vorsitzende betonte. Denn Pflegebedürftigkeit werde im ganzen Lande zunehmend zum Armutsrisiko.

Heimbewohner in die Sozialhilfe gedrängt

Wer pflegebedürftig sei und im Heim lebe, müsse einen großen Anteil der Kosten selbst bezahlen. Somit würden viele Heimbewohner in die Sozialhilfe gedrängt. Daher fordere der Sozialverband VdK Baden-Württemberg, dass das Land pflegebedürftige Heimbewohner bei den Investitionskosten entlasten müsse: „Insgesamt sind bei der Aktion mehr als 100 000 Unterschriften zusammen gekommen, die zwischenzeitlich an den Sozialminister Manfred Lucha übergeben wurden“, informierte Joachim Löffler.

Zahlreiche Interessierte lauschten den Berichten des Vorstandsteams und dem anschließenden Referat.
Zahlreiche Interessierte lauschten den Berichten des Vorstandsteams und dem anschließenden Referat. | Bild: Gerd Feuerstein

Wie der Vorsitzende weiter wissen ließ, sei die Teilnahme des Ortsverbandes am Stettener Oktober ein voller Erfolg gewesen: „Unser Infostand war gut besucht und Sozialrechtsreferent Peter Norz vom Kreisverband Sigmaringen konnte vielen Besuchern wertvolle Informationen vermitteln“, sagte Löffler und zeigte sich „dankbar“ über die Unterstützung des Kreisverbandes. Ein Dankeschön Löfflers ging auch an die Adresse des Bürgertreffs 60Plus, dessen Verantwortliche seit nun mehr zehn Jahren die gemeinsame Weihnachtsfeier mit dem VdK organisieren: „Das ist für uns immer eine tolle Sache“, lobte Löffler.

Arbeit für sozial benachteiligte Menschen

Wie der Vorsitzende dabei wissen ließ, habe der Ortsverband der Gemeinde für die Anschaffung von Defibrillatoren für die Sporthallen in den Ortsteilen 200 Euro zukommen lassen, wofür sich Bürgermeister Maik Lehn herzlich bedankte. In seinem Grußwort attestierte Lehn dem aktuell 127 Mitglieder zählenden Ortsverband „wichtige Arbeit für sozial benachteiligte Menschen“ zu leisten.

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Eine Welle der Sympathie ging durch den Saal, als der stellvertretende Kreisvorsitzender Albert Gröner zusammen mit dem Vorsitzenden Gottfried Hagg zum Ehrenmitglied ernannte und Werner Bubser für seine 25-jährige Treue zum Ortsverband mit dem goldenen Treueabzeichen auszeichnete.

In unterhaltsamer Weise informierte Notar Daniel Jockisch zum Thema „Vererben und Verschenken“.
In unterhaltsamer Weise informierte Notar Daniel Jockisch zum Thema „Vererben und Verschenken“. | Bild: Gerd Feuerstein

Regelung des „Digitalen Nachlasses“ immer bedeutender

Mit Interesse lauschten die Anwesenden später einem gut anderthalbstündigen Vortrag von Notar Daniel Jockisch aus Albstadt. Dabei informierte der Experte über Themen wie die General- und Vorsorgevollmacht, die grundsätzlich über den Tod hinaus gelten sollte, sodass Angehörige auch in diesem Fall „handlungsfähig“ blieben. Auch die Regelung des „Digitalen Nachlasses“ werde immer bedeutender, verdeutlichte der Experte, der anhand zahlreicher Beispiele auch auf sogenannte „Fallstricke des Erbrechtes“ einging, und über die teilweise verschlungenen Pfade der gesetzlichen Erbfolge aufklärte. Sein klares Fazit lautete: Wer wirklich was zu vererben hat, tut gut daran, rechtzeitig einen Notar seines Vertrauens aufzusuchen, um seinen letzten Willen „wirklich unmissverständlich zum Ausdruck zu bringen“.