Mit großer Spannung sehen die Menschen in Stetten a.k.M. und im Umland den geplanten Veränderungen beim „Netto-Markt“ und beim Discount-Markt „Treff 3000“ entgegen, die als Versorger in der Heuberggemeinde eine wichtige Funktion haben. Nach bestätigten Informationen dieser Zeitung wird der Treff-Markt im Oktober für knapp drei Wochen für einen Umbau geschlossen. Dieser Markt wird künftig als Netto-Markt geführt. Wie es mit dem bestehenden Netto-Markt weitergeht, ist unklar.

Seit längerer Zeit gibt es Gerüchte darüber, dass der SB-Markt „Treff 3000“ geschlossen wird. Als ein Signal dafür wird auch der Umstand gewertet, dass im „Treff 3000“ die Backstation seit dem 28. Juli geschlossen ist. Auf Anfrage des SÜDKURIER teilte Edeka-Südwest schriftlich mit: „Wir haben am 1. August die Hälfte der rund 160 "Treff 3000"-Märkte an die Netto Marken-Discount mit Sitz in Maxhütte-Haidhof abgegeben. Netto Marken-Discount ist ein Edeka-Tochterunternehmen, das damit sein Filialnetz im Südwesten Deutschlands weiter ausbaut. Netto beschäftige alle rund 600 Treff 3000-Mitarbeiter weiter.

Mit diesem Schritt würde die Nahversorgung in Stetten a.k.M. ausgebaut, so Edeka. So umfasse das Netto-Konzept eine größere Lebensmittelauswahl und ein breiteres Sortiment im Bereich Molkereiprodukte, Obst und Gemüse sowie Fleisch und Wurst. Mit der Übernahme des Stettener Treff 3000 würde eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit dieses Marktes geschaffen. Obendrein gebe es eine langfristige Perspektive für die Mitarbeiter vor Ort.

Auf Anfrage des SÜDKURIER bei der Netto-Zentrale teilte die Unternehmenskommunikation mit: Netto übernahm ab dem 1. August nach und nach 78 Treff 3000-Filialen von Edeka-Südwest. "Auch der Markt in der Lagerstraße 31 in Stetten a.k.M. gehört dazu. Die Filiale wird nach aktueller Planung am Mittwoch, 10. Oktober, geschlossen und nach kurzer Umbauphase am Dienstag, 30. Oktober, als Netto-Filiale wieder eröffnet. Was die Zukunft des bestehenden Netto-Markts in der Friedenstraße 3 in Stetten anlangt, teilt die Netto-Zentrale mit: "Dazu liegen noch keine Informationen vor.“

In einem Gespräch berichtete Stettens Bürgermeister Maik Lehn dieser Zeitung, dass er schon seit Jahren bei Edeka dafür werbe, auf dem Treff-Grundstück einen Vollsortimenter einzurichten. Aus der Bevölkerung werde weiterhin die Notwendigkeit und der Wunsch nach einem Vollsortimenter formuliert. Das Gemeindeoberhaupt untermauerte diese Forderung mit dem Hinweis, dass bereits heute schon viele Menschen aus Stetten a.k.M. nach Sigmaringen oder Meßstetten zum Einkauf fahren würden, weil sie dort alles bekommen würden.

Die Gemeinde sei nicht in die Überlegungen zu den Treff 3000-Märkten und Netto eingebunden gewesen, so Lehn. Bei Edeka und Netto handle es sich um zwei private Handelskonzerne, die ihre strategischen Überlegungen und Zukunftsplanungen leider nicht mit der Gemeinde abstimmen würden. Maik Lehn: „Ich habe erst von den Planungen gehört, als diese durch Gerüchte mehr und mehr durchgesickert sind. Da von Netto und Edeka niemand auf die Gemeinde zugegangen ist, bin ich selbst aktiv geworden und habe den Regionalbetreuer von Netto zu einem Gespräch ins Rathaus gebeten. Konkretes konnte der mir jedoch auch nicht sagen. Ich habe in diesem Gespräch jedoch keinen Hehl daraus gemacht, dass niemand verstehen kann, warum Stetten am kalten Markt zwei Netto-Märkte benötigt?"