An der Schwelle zum 41. Jahr seines Bestehens ist der Tennisclub Stetten a.k.M. (TCS) zum ersten Mal ohne einen Vorsitzenden. Bei der Jahreshauptversammlung am Freitag im Tennisheim gelang es nicht, einen Nachfolger für Rolf Niemczewski zu finden. Der 67-Jährige stellte sich nach zehn Jahren Amtszeit nicht mehr für dieses Amt zur Verfügung. Bis ein neuer Vereinschef gefunden ist, übernimmt der stellvertretende Vorsitzende und Sportleiter Thomas Ritter kommissarisch die Clubführung. Wie Niemczewski im SÜDKURIER-Gespräch erklärte, werde zunächst vereinsintern nach einem Nachfolger gesucht. Sollte diese Suche erfolglos bleiben, kann sich der Senior eine Doppel- oder sogar eine Dreifachspitze für den Sportverein vorstellen. Der tennisbegeisterte Pensionär wurde zum Höhepunkt der Versammlung zum Vorsitzenden ehrenhalber ernannt.

Bisherige Versuche fehlgeschlagen

Ob dieser neuerliche Suchdurchlauf wirklich zum Erfolg führt, ist indes fraglich. Denn schon im Vorfeld der Hauptversammlung waren, wie der ehemalige Berufsoffizier berichtet, alle Versuche fehlgeschlagen, einen Nachfolger aus den eigenen Reihen zu finden. Seine Analyse der bisherigen Bemühungen bringt Niemczewski auf einen einfachen Punkt: "Niemand will mehr die Verantwortung übernehmen, die das Amt des Vorsitzenden mit sich bringt."

Dabei scheint die Vereinswelt beim TC Stetten a.k.M. durchaus in Ordnung nun sein. Das ergibt sich aus den einzelnen Rechenschaftsberichten, die am Freitagabend vorgetragen wurden. Wie Petra Glücker als Kassenwartin ausführte, ist mit einem Plus von rund 17 000 Euro ein ausreichendes Finanzpolster vorhanden. Genau an diesem Punkt machte Thomas Ritter in seiner Laudatio auf den bisherigen Vorsitzenden eine der größten Leistungen Niemczweskis während seiner Amtsdekade aufmerksam. Ritter: "Als Rolf sein Amt antrat, war der TCS noch mit 34 000 Euro verschuldet. Bereits seit 2013 sind wir schuldenfrei und haben heute dieses Finanzpolster."

Auch in Sachen Sport, Jugendarbeit und Breitensport konnten die Referenten Nicolas Alexandre (Jugend), Thomas Ritter (Sport) und Carmen Dreher (Breitensport) von einem befriedigenden Jahr berichten. Doch zeichneten sich bei allen Drei auch die Sorgen des Vereins ab. Die Zahl der Mitglieder, die sich im sportlichen oder vereinsmäßigen Rahmen innerhalb des Tennisclubs aktiv zeigen, könnte sich nach Ansicht der Vorstandsmitglieder deutlich erhöhen. Alexandre bestätigte zwar ebenfalls ein geringes Interesse der Vereinsjugend am Sportbetrieb. Gleichzeitig konnte der Jugendwart aber auf eine positive Entwicklung hinweisen. Die Teilnahme des TCS am Stettener Kinderferienprogramm sei im vergangenen Sommer erfolgreich gewesen. Zum ersten Mal konnten sich nach dem Schnuppertag mit 20 Jungen und Mädchen zwei Kinder für eine Mitgliedschaft im Tennisclub entscheiden. Die Teilnahme am Vereinspokalschießen, am Ausflug oder am Bändeleturnier zeugen nach Einschätzung von Carmen Dreher von einem guten zwischenmenschlichen Klima.

Gerade im Kinder- und Jugendbereich müsse der Club wie bisher auch in Zukunft ein möglicherweise noch deutlicheres Schwergewicht legen. Diesen Appell gab Rolf Niemczweski in seiner Abschiedsrede an die Vereinsbasis weiter. Dazu gehöre der Ausbau der Zusammenarbeit in diesem Bereich mit den Tennisfreunden aus Schwenningen ebenso wie die Kooperation mit dem örtlichen Schulzentrum. Über die Ehrungen wird der SÜDKURIER noch berichten.

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