Was der Verein „Diabetes-Projekt The Gambia„ um den Vorsitzenden Roland Schindler und seine Frau Gudrun zusammen mit einem kleinen Helferteam Jahr für Jahr auf die Beine stellt, sorgt mittlerweile auf Bundesebene für Aufsehen.

Vorschlag kam vom Bürgermeister

So wurde das ehrenamtliche Wirken des Vereins im vergangenen Herbst bei der Charity-Gala der Deutschen Diabetes Hilfe im „Tipi vor dem Kanzleramt“ in Berlin anlässlich der Verleihung des Fuchsberger-Preises mit der gleichzeitig stattfindenden Spendengala bedacht. Bürgermeister Maik Lehn hatte den Verein dafür vorgeschlagen.

Roland Schindler (im Vordergrund) bei einem Workshop mit Typ-1-Diabetikern und deren Eltern in der Schwesternschule in Banjul. „Von den 80 Teilnehmern waren 60 direkt von Typ-1-Diabetes betroffen“, so Schindler.
Roland Schindler (im Vordergrund) bei einem Workshop mit Typ-1-Diabetikern und deren Eltern in der Schwesternschule in Banjul. „Von den 80 Teilnehmern waren 60 direkt von Typ-1-Diabetes betroffen“, so Schindler. | Bild: privat

Die Charity-Gala wurde vor Jahren ins Leben gerufen, um die Volkskrankheit Diabetes ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken und Spenden für Projekte zugunsten von Menschen mit Diabetes zu sammeln. „Dass wir dabei zum Zuge kamen, war für unser Projekt natürlich ein absoluter Glücksfall“, freute sich Roland Schindler und berichtete über den Gala-Abend mit Moderatorin Inka Bause, bei dem auch Schindlers langjährige Stellvertreterin Ilona Stiebitz und ihr Mann Bernd dabei waren.

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Schindlers durften dabei das Gambia-Projekt vor großem Publikum vorstellen: „Im Vorfeld war sogar ein Fernsehteam bei uns in Stetten, um einen Film über das Projekt zu drehen, der dann bei der Charity-Gala gezeigt wurde“, erzählte Roland Schindler und ließ den Clip jetzt in der Hauptversammlung unter dem Beifall der Anwesenden noch einmal laufen.

Noch mehr Hilfe für Betroffene

Wie der Vorsitzende in der jüngsten Versammlung weiter wissen ließ, sei bei dem Galaabend ein „satter fünfstelliger Betrag„ zusammengekommen, der dem Verein 2018 und im November 2019 je zur Hälfte zufließe: „Das stärkt unsere finanzielle Basis natürlich enorm. So sind wir nun in der glücklichen Lage, noch mehr Diabetikern in Gambia direkte Hilfe zukommen zu lassen.“

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Wie er erinnerte, belaufen sich die jährlichen Kosten für die Versorgung eines Typ-1-Diabetikers mit Insulin, Teststreifen, Spritzen und dergleichen dort auf rund 500 bis 600 Euro. „Inzwischen sind es 30 Diabetiker, die wir mit finanziellen Mitteln des Vereins direkt unterstützen“, informierte Schindler. Dabei gelte es, die finanzielle Unterstützung auch auf lange Sicht zu gewährleisten. Doch dass mit dieser direkten Finanzhilfe die ehrenamtlichen Hilfeleistungen des Vereins längst nicht erschöpft sind, kam in dem gut eineinhalbstündigen Bericht des Vorsitzenden mehr als deutlich zum Ausdruck.

Roland Schindler, Hermann Scheiyäck sowie Gudrun Schindler (hinten, von rechts) zu Besuch bei Familie Singateh in Lamin, deren zwölfjährige Tochter Fatoumata (neben Gudrun Schindler) an Diabetes leidet.
Roland Schindler, Hermann Scheiyäck sowie Gudrun Schindler (hinten, von rechts) zu Besuch bei Familie Singateh in Lamin, deren zwölfjährige Tochter Fatoumata (neben Gudrun Schindler) an Diabetes leidet. | Bild: privat

Mit Fotos ließ der Vorsitzende die Reisen nach Gambia mit seinem Helferteam im vergangenen Jahr Revue passieren, bei denen man die in Deutschland verladenen Container mit massenhaft medizinischem Gerät und Unmengen an Hilfsgütern direkt vor Ort in Empfang nahm und an Krankenhäuser, bedürftige Familien und „auch alte Bekannte“ verteilte.

Das bewährte Team mit (von links) Ilona Stiebitz, Roland und Gudrun Schindler und dem neuen Kassenverwalter Sebastian Kaiser.
Das bewährte Team mit (von links) Ilona Stiebitz, Roland und Gudrun Schindler und dem neuen Kassenverwalter Sebastian Kaiser. | Bild: Gerd Feuerstein

Bekanntlich ist der Verein neben der direkten Hilfe für Diabetiker auch stets bestrebt, seinen Schützlingen und deren Familien den Aufbau einer gesicherten Existenz zu ermöglichen: „Da haben so praktische Dinge wie gebrauchte mechanische Nähmaschinen, Werkzeuge, Fahrräder, Möbel, Matratzen und dergleichen schon viele wertvolle Dienste geleistet“, endete Schindler, ehe Kassierer Rüdiger Rabi einen detaillierten Blick in seine Bücher vermittelte.

Roland Schindler (links) dankt dem scheidenden Kassierer Rüdiger Rabi, der sein Amt aus familiären Gründen abgab.
Roland Schindler (links) dankt dem scheidenden Kassierer Rüdiger Rabi, der sein Amt aus familiären Gründen abgab. | Bild: Gerd Feuerstein

Nach fünf Jahren bat Rabi die Versammlung, aus familiären Gründen einen neuen Kassenverwalter zu bestimmen, was bei den anschließenden Wahlen auch problemlos erfolgte. Ansonsten wurde das Team um Roland Schindler für weitere drei Jahre im Amt bestätigt.