70 Jahre werden die Stettener Böcke im kommenden Jahr alt. Da wird die fünfte Jahreszeit unter dem Motto: „70 Jahre und immer noch“ natürlich gebührend gefeiert. Als Garant für Frohsinn und närrisches Treiben wurde Lukas Graf zum neuen Narrenbürgermeister gekürt. Mit dem großen Narrentreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) in Bad Cannstatt sowie der Teilnahme an den beiden Landschaftstreffen in Pfullendorf und Baienfurt stehen drei große Ausfahrten auf dem Programm.

Hallenkonzept geht auf

„S‘goaht dagega“: Das war am Martinstag im großen Saal des Soldatenheims deutlich zu spüren, als die Zunftkapelle zum Auftakt der traditionellen Hauptversammlung den Scheiffele-Marsch intonierte, und Böcke, Marktweiber, Narrenrat und die vielen Gäste den berühmten Stettener Narrensong aus voller Brust trällerten. Die Laune im Saal war bereits bestens, als Zunftmeister Oliver Beil mit einem dreifach ausgerufenen „Bock-Mäh“ die Sitzung offiziell eröffnete und das närrische Volk wissen ließ, was die Stunde geschlagen habe.

Zunftmeister Oliver Beil (links) stattet den neuen Narrenbürgermeister Lukas Graf mit den Insignien der Macht aus.
Zunftmeister Oliver Beil (links) stattet den neuen Narrenbürgermeister Lukas Graf mit den Insignien der Macht aus. | Bild: Gerd Feuerstein

Ausgiebig blickte Beil auf die letzte fünfte Jahreszeit zurück, in der die Böcke mit einem neuen Hallenkonzept den Nagel auf den Kopf getroffen hatten: „Die Sache hat sich bewährt und so werden wir das auch in der kommenden Fasnet beibehalten“, so Beil. Zwar müsse man an Kleinigkeiten noch etwas „rumfeilen“, aber die Organisation der bevorstehenden Saison laufe innerhalb der Zunft bereits auf Hochtouren. Schließlich hätten die Böcke im 70. Jahr ihres Bestehens „ordentlich was zu feiern“.

Ohne den traditionellen Bockschlag geht keine Versammlung der Stettener Zunft über die Bühne. Im Bild muss sich Patrick Bücheler unter dem Beistand von Zunftmeister Oliver Beil (links) und Hudl Ann Roland Klaß dem traditionellen Zeremoniell unterziehen.
Ohne den traditionellen Bockschlag geht keine Versammlung der Stettener Zunft über die Bühne. Im Bild muss sich Patrick Bücheler unter dem Beistand von Zunftmeister Oliver Beil (links) und Hudl Ann Roland Klaß dem traditionellen Zeremoniell unterziehen. | Bild: Gerd Feuerstein

Beils ausführlicher Rückblick, seine launige Vorschau und die Berichte von Schriftführer Michael Czesanne und von Säcklesmeister Uwe Kirndorfer ließen bei den Narren die Lust auf die kommende Saison merklich wachsen, wenngleich die Zahlen auch von dem gigantischen Aufwand zeugten, den die große Bockherde Jahr für Jahr zu schultern hat. Das unterstrich auch Schultes Maik Lehn in seinem Grußwort, der nicht zuletzt an die Organisation und Durchführung Herbstarbeitstagung der VSAN erinnerte, für die sowohl er als auch die Zunft „mit viel Lob von allen Seiten überschüttet“ worden seien. Lehn leitete anschließend auch die Wahl des Zunftmeisters, bei der Oliver Beil für weitere zwei Jahre einhellig bestätigt wurde. Auch die Wahl des gesamten Narrenrats ging zügig über die Bühne.

Zunftmeister Oliver Beil (Mitte) mit den Geehrten und den zu verabschiedenden Narrenräten (von links): Simon Herrmann, Gerhard Schittkowski, Laura Cabanillas und Patrick Bücheler.
Zunftmeister Oliver Beil (Mitte) mit den Geehrten und den zu verabschiedenden Narrenräten (von links): Simon Herrmann, Gerhard Schittkowski, Laura Cabanillas und Patrick Bücheler. | Bild: Gerd Feuerstein

Eine Welle der Sympathie ging durch den Saal, als die Zunft danach den ausscheidenden Gerhard Schittkowski für seine vielfältigen Verdienste zum Ehrennarrenrat ernannte. Lange Jahre gehörte Schittkowski dem Gremium an, musste nun aber seiner heimtückischen Krankheit Tribut zollen. Unter großem Applaus der Versammlung wurden ihm Urkunde und Orden überreicht.

Zahlreiche Ehrungen

Auch Laura Cabanillas und Miriam Simsir wurden aus dem Narrenrat verabschiedet, bevor mit Patrick Bücheler und Simon Herrmann zwei verdiente Maskenträger mit dem hohen Bockorden in Gold ausgezeichnet wurden. Unter großem Trommelwirbel fuhr der Hammer auf ihre Häupter nieder. Schließlich kürte Zunftmeister Oliver Beil den neuen Narrenbürgermeister Lukas Graf und verpflichtete per Handschlag Lorenz Halder und Sidney Mogg als Sprecher des Jahrgangs 2000.

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Bei leckerem Hammel- und Rindsgulasch und zünftigen Klängen der Zunftkapelle wurde noch lange in die Nacht hinein gesungen und geschunkelt, wobei nicht nur die Bockmilch an diesem Abend bereits wieder reichlich floss.