Drei Jahre geplant und gebaut

Nach einer dreijährigen Planungs- und Bauphase wurde am vergangenen Freitag das Nahwärmenetz im Stettener Ortsteil Storzingen offiziell eingeweiht und seiner Bestimmung übergeben. Neben Bürgermeister Maik Lehn, Ortsvorsteher Bruno Pozzi sowie der grünen Landtagsabgeordneten Andrea Bogner-Unden ergriffen auch der Geschäftsführer der Firma Solarcomplex, Bene Müller, sowie der Geschäftsführer der Nahwärmegesellschaft Region Sigmaringen mbH (NRS), Oliver Dreher das Wort, während ein Bläserquartett der Stettener Feuerwehrkapelle für die musikalische Umrahmung sorgte.

Storzingen ist Bioenergiedorf

Im Beisein von Sigmaringens neuem Bürgermeister Marcus Ehm zeigte sich Stettens Schultes stolz, dass man mit der Einweihung des Storzinger Nahwärmenetzes "einen weiteren Schritt zur Nutzung von regenerativen Energien vor unserer Haustür" gehe. Er stellte fest, dass Energiewende und Klimaschutz "die drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit" seien, die mit Nachdruck angegangen werden müssten. Dafür brauche es keine schönen Worte mehr, sondern "die tatkräftige Unterstützung vieler Einzelner, sich gemeinsam auf den Weg zu machen", so wie das die Storzinger getan hätten: "Storzingen ist Bioenergiedorf – und das ist gut so", freute sich Maik Lehn.

Intensive Gespräche im Ort

Dem pflichtete auch Ortsvorsteher Bruno Pozzi bei, der die dreijährige Planungs- und Bauphase in einer launigen Ansprache Revue passieren ließ. Zwar könne die Energiewende in Stuttgart oder Berlin beschlossen werden, doch brauche es unzählige Organisationen und Bürger, die bereit seien, "Kosten und Mühen auf sich zu nehmen". Die intensiven Debatten im Ort, die komplizierten Planungs- und Umsetzungsverfahren sowie das permanente Abwägen des Für und Wider seien für ihn "ein ungewollter Crashkurs in Sachen Kommunalpolitik und Meinungsbildung im Dorf" gewesen, schmunzelte Pozzi. Wie zuvor der Bürgermeister unterstrich auch der Ortsvorsteher die positiven Nebeneffekte des Projektes. Neben der Verlegung von Glasfaserleerrohren seien auch mehrere Ortsstraßen saniert und "die ewige Engstelle in Richtung Wecksteinhalle endlich entschärft" worden.

Die grüne Abgeordnete Andrea Bogner-Unden gratulierte den Storzingern zur Inbetriebnahme des Nahwärmenetzes, die ein kleiner, aber wichtiger Beitrag sei, "unsere Welt ein wenig besser zu machen". Trotz große Hitze, Dürre und Trockenheit sei am Ende des Sommers "der Ruck durch die Gesellschaft leider ausgeblieben", bedauerte Solarcomplex-Geschäftsführer Müller. Während sich die Gesellschaft offenbar schleichend an den Zustand gewöhne, sei die Politik in Berlin "schlichtweg abgetaucht" und gehe die drängendsten Aufgaben einfach nicht an. Umso wichtiger sei es, gemeinsam umzusteuern und die Energiewende im Kollektiv – so wie in Storzingen geschehen – zu vollziehen: "Mit ihrem Nahwärmenetz sind sie für die nächsten 50 Jahre für jede Energieform bestens gerüstet", attestierte Müller, bevor man sich bei Speis und Trank gemeinsam stärkte und auf das Projekt anstieß. Im Anschluss bot sich die Gelegenheit, die neue Heizzentrale zu besichtigen und sich von den Experten die Finessen der Technik erläutern zu lassen.