50 Jahre ist es her, dass im Juli 1969 erstmals ein Mensch seinen Fuß auf den Mond gesetzt hat. Auf der ganzen Welt saßen damals die Leute gebannt vor ihren Fernsehgeräten, nun, zum Jubiläum, kam die große Erinnerungswelle. Bis heute sind viele Menschen von den damaligen Geschehnissen fasziniert. So auch Siegfried Gebhard aus Frohnstetten, der in seinem Wohnzimmer eine ganz besondere Erinnerung, ein Skulptur aus Holz, stehen hat, die wohl weltweit Ihresgleichen sucht.

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Vater Hugo war von Mondlandung fasziniert

Die Faszination für Astronomie und Raumfahrt sowie deren Technik und Geschichte hat Siegfried Gebhard vermutlich genauso in die Wiege gelegt bekommen, wie er als begeisterter Bastler und Modell-Eisenbahnbauer ein besonderes Talent entwickelt hat. Es war jedenfalls sein Vater Hugo, der anno 1969 von der Mondlandung und den phänomenalen Leistungen des deutschen Raketentechnikers Wernher von Braun derart fasziniert war, dass er in jenen Jahren den Entwurf einer Skulptur zur Mondlandung zu Papier brachte, die ihn zeitlebens an das Ereignis erinnern sollte. Die ersten Zeichnungen seines Vaters Hugo sowie die vielen Unterlagen, Schreiben und Rechnungen zur Entstehungsgeschichte der einmaligen Holzskulptur hütet Siegfried Gebhard seit dem Tode seines Vaters wie einen Schatz.

Über den Burda-Verlag hat Hugo Gebhard der Witwe von Werner von Braun ebenso ein Foto seiner Skulptur zukommen lassen, wie er im März 1985 an den Astronauten Neil Armstrong schrieb, und um die Rücksendung eines signierten Foto bat. Das wurde von der Nasa allerdings abgelehnt, nachdem der Astronaut schon seit 1971 derartige Ansinnen abgelehnt hatte.
Über den Burda-Verlag hat Hugo Gebhard der Witwe von Werner von Braun ebenso ein Foto seiner Skulptur zukommen lassen, wie er im März 1985 an den Astronauten Neil Armstrong schrieb, und um die Rücksendung eines signierten Foto bat. Das wurde von der Nasa allerdings abgelehnt, nachdem der Astronaut schon seit 1971 derartige Ansinnen abgelehnt hatte.

Jahre von der ersten Skizze bis zu Umsetzung

Aus den Unterlagen lässt sich entnehmen, dass von den ersten Skizzen des Vaters bis zur praktischen Umsetzung seiner Idee etliche Jahre vergangen sind. Es war schließlich der Holzbildhauer Alfred Seßler aus Straßberg, der sich ans Werk machte und die einzigartige Skulptur fertigte, von der sich Hugo Gebhard schriftlich explizit bestätigen ließ, dass diese einmalig bleibe: „Das war meinem Vater besonders wichtig“, erzählt Siegfried Gebhard beim Besuch des SÜDKURIER.

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„Mein Vater ist 2002 verstorben und seither halte ich die Skulptur in Ehren.“
Siegfried Gebhard

Ende 1975 konnten Vater und Sohn die als Relief gefertigte Skulptur des Straßberger Holzschnitzers erstmals komplett bestaunen, die schließlich vom Frohnstetter Künstler und Kirchenrestaurator Albin Oswald kunstvoll ausgemalt wurde: „Mein Vater ist 2002 verstorben und seither halte ich die Skulptur in Ehren“, schwärmt Siegfried Gebhard, der das Kunstwerk nach eigenem Bekunden „nie und nimmer“ aus dem Haus geben würde. Dafür sei es „viel zu wertvoll“ und die Statik überdies derart ausgefuchst, dass sie bei einem Transport möglicherweise Schaden nehmen könnte: „Ich bin guter Dinge, dass meine Erben die Skulptur genauso hoch halten, wie mein Vater und ich“, sagt er auf Nachfrage und nickt zustimmend mit dem Kopf.

Auf dem Sockel sind die Namen der drei Astronauten, das Datum der Mondlandung sowie Wernher von Braun und Dr. Kurt Debus in Goldbuchstaben verewigt. In der Hand hält Siegfried Gebhard das Buch mit dem detaillierten Report der ersten Mondlandung, in dem er immer wieder gerne blättert.
Auf dem Sockel sind die Namen der drei Astronauten, das Datum der Mondlandung sowie Wernher von Braun und Dr. Kurt Debus in Goldbuchstaben verewigt. In der Hand hält Siegfried Gebhard das Buch mit dem detaillierten Report der ersten Mondlandung, in dem er immer wieder gerne blättert.

„Columbia, hier spricht Adler!“

Siegfried Gebhard lässt die Geschichte der ersten Mondlandung einfach nicht los – genau wie einst seinen Vater. So schmökert er immer wieder gerne in der Biografie Wernher von Brauns oder liest im Report der ersten Mondlandung „Columbia, hier spricht Adler!“ Wort für Wort nach, was sich in jenen Tagen auf dem Mond genau abgespielt hat und wie der Funkverkehr zwischen den Astronauten und der Nasa verlief. Dass für den Raumfahrtbegeisterten Siegfried Gebhard natürlich auch ein Erkundungsbesuch am Cape Canaveral in Florida auf dem Programm stand, braucht da wohl kaum mehr erwähnt zu werden.

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