Ein eisiger Wind blies über den Schlosshof, auf dem sich Offizielle, Schüler und Vereinsvertreter zum Gedenkakt am Volkstrauertag eingefunden hatten. Nur wenige Einwohner, unter ihnen einige ehemalige Militärs, wohnten der Zeremonie bei. Einen jugendlichen Impuls steuerten elf Jungen und Mädchen aus dem Abschlussjahrgang der Gemeinschaftsschule bei: Die Jugendlichen trugen ihre Gedanken zum Volkstrauertag bei. Höhepunkt waren die Kranzniederlegungen durch Bürgermeister Maik Lehn und den Stettener Standortältesten Oberst Carsten Drümmer.

Für Maik Lehn ist der Volkstrauertag alles andere als nur die Erinnerung an vergangenes Leid aus zwei Weltkriegen und einer menschenverachtenden Diktatur. Der Rathauschef sagte zur Aktualität des Gedenktages: "Es ist schön, zu sehen, dass wir in der jetzigen Stunde und im Gedenken an die Opfer aus unserer Gemeinde sowie in der Welt eng zusammenstehen und uns hierdurch gegen Terror und Gewalt positionieren."

Der Volkstrauertag solle daran erinnern, dass der Friede eben keine Selbstverständlichkeit sei: "Auch wenn wir mit unseren ehemaligen Kriegsgegnern eine Aussöhnung erreichen und in den letzten 70 Jahren die längste Friedensphase unserer Geschichte erleben durften, darf die Gesellschaft nie aufhören, sich aktiv gegen Hass, Gewalt und Terror entschieden zur Wehr zu setzen." Das ist aus Sicht des Kommunalpolitikers nicht nur die Aufgabe des Staates oder der Gesellschaft. Alle seien verpflichtet, sich für Frieden und Menschenrechte einzusetzen.

Die Schüler zeigten in all ihren kurzen Stellungnahmen Mitgefühl für die Opfer aktueller Gewalt. Die jungen Leute richteten den Blick auf aktuelle Kriegsereignisse und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Verbrechen, die für viele Menschen der Grund seien, als Flüchtlinge ihre Heimat zu verlassen, erinnerten sie. Der Gedenkakt wurde von der Feuerwehrkapelle und dem Männergesangverein musikalisch gestaltet. Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz waren mit größeren Abordnungen bei der Gedenkfeier zum Volkstrauertag ebenfalls mit dabei.

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