Freundschaftliche Bande zwischen der Stettener Bockzunft und Einheiten der Bundeswehr haben in der Heuberggemeinde eine lange Tradition. Mit den früheren Panzerbataillonen oder einem seiner damaligen Kommandeure, dem späteren Generalinspekteur der Bundeswehr Wolfgang Schneiderhan, pflegte die Zunft gar Verbindungen bis ins Verteidigungsministerium.

Treffen werden immer weniger

Gemeinsam ausgerichtete Fastnachtsbälle und viele weitere Aktionen gehörten wie selbstverständlich zum kulturellen Kalender Stettens. Auch wenn die Kaserne am Schmotziga Dunnschtig weiter gestürmt wurde, so sorgten Auflösungen von Einheiten und permanente Umstrukturierungen am Standort dennoch dafür, dass die früher engen Beziehungen und regelmäßigen Treffen immer weniger wurden: "Die traditionelle Kasernenstürmung und der eng gestrickte Kalender am Schmotziga reichten einfach nicht mehr aus, um sich näher kennenzulernen und freundschaftliche Kontakte zu pflegen", betonte Säcklesmeister Uwe Kirndorfer.

Zunft rennt offene Türen ein

Umso wichtiger sei es der Zunft gewesen, schon bald nach Verlegung des Artilleriebataillons 295 von Immendingen nach Stetten a.k.M. mit den Soldatinnen und Soldaten in Kontakt zu kommen. "Beim amtierenden Kommandeur Kim Oliver Frerichs, seinem Spieß Sven Reinhardt und den Soldatinnen und Soldaten des Stabes haben wir mit unserem Ansinnen sofort offene Türen eingerannt", freute sich Kirndorfer. Während sämtliche Einheiten des Bataillons schon zu Zeiten ihrer Stationierung in Immendingen Patenschaften mit Gemeinden wie beispielsweise Waldshut-Tiengen, Bad Dürrheim, Scheer oder Zwiefalten pflegten, und diese auch in Zukunft fortführen werden, war der Stab bislang noch keine Patenschaft eingegangen: "Was lag da näher, als fortan mit der traditionsreichen Stettener Bockzunft zu kooperieren", sagt der Kommandeur.

Bockherde revanchiert sich bei Soldaten

Nach einem ersten Treffen zu Jahresbeginn folgte für die Zunft eine Einladung zum Grillfest in die Albkaserne. Vor wenigen Tagen nun revanchierte sich die Bockherde ihrerseits bei den Soldaten. "Solche Treffen sind für beide Seiten eine Bereicherung", unterstrich Oberstabsfeldwebel Sven Reinhardt und war sich dabei mit allen Anwesenden einig. Die Stimmung unter den Böcken, Marktfrauen, Zunfträten und den zahlreich teilnehmenden Soldatinnen und Soldaten des Stabes war jedenfalls prächtig. Und als zur Überraschung der Gäste auch noch die Ladykracher des TSV auftraten, war man sich einig, dass man auch in Zukunft an diesen unterjährigen Treffen festhalten wolle, wie die Chefin des Stabszugs, Hauptmann Catharina Pawoloskij, betonte. "Für uns Soldaten ist das die ideale Gelegenheit, Freundschaften zu knüpfen und die Gemeinde und ihre Bürgerinnen und Bürger besser kennenzulernen".