Für ein Novum in der Geschichte der Stettener Gemeinschaftschule hat Noah Cabanillas aus Stetten am kalten Markt in den letzten Wochen gesorgt. Noah hat sein Praktikum, das in der achten Klasse bei Unternehmen in der näheren Umgebung durchlaufen wird, in Taufkirchen am Rande der Bayrischen Landeshauptstadt München absolviert. Der 13-jährige Schüler bringt von diesem außergewöhnlichen Praktikum Erlebnisse mit.

Der Name Airbus ist in der Region Vielen durch deren Werke in Friedrichshafen, Ulm und auch Lampoldshausen ein Begriff. Wie Noah Cabanillas im Gespräch mit dem SÜDKURIER erzählt, sei er vor zwei Jahren in den Sommerferien mit einem Airbus nach Griechenland geflogen: „Daher war mir wenigstens schon mal der Firmenname bekannt“, lächelt er. Doch habe ihn schon damals die Frage fasziniert, was sich hinter diesem Unternehmen verberge, bei dem sich alles rund um die Luft- und Raumfahrt dreht: „Und so reifte in mir der Wunsch, diesen spannenden, europäischen Konzern im Rahmen eines einwöchigen Berufsorientierungs-Praktikums genauer kennenlernen.“

"Besonders das Zusammentreffen mit dem CEO Dirk Hoke (links) bleibt mir unvergesslich", betont Noah Cabanillas.
"Besonders das Zusammentreffen mit dem CEO Dirk Hoke (links) bleibt mir unvergesslich", betont Noah Cabanillas. | Bild: Ada Magdalena Drazek

Ausschlaggebend für sein Praktikum sei letztlich die Suche nach Antworten auf Fragen wie „Was will ich eigentlich mal werden?“ oder „Was fasziniert mich?“ gewesen. Da habe es natürlich so einiges gegeben und so sei ihm die Entscheidung für einen Praktikumsplatz nicht gerade leicht gefallen. Er habe dann das große Glück gehabt, eine Zusage von Airbus Defence and Space in München/Taufkirchen zu bekommen. Und die Woche dort sei „zum unvergesslichen Erlebnis geworden“, schwärmt der Schüler.

Einblick in die Welt der Raumfahrt

Allerdings sei anfangs der Gedanke, eine Woche 200 Kilometer von Zuhause weg zu sein, einerseits aufregend, andererseits aber auch etwas beängstigend gewesen: „Doch was folgte war einfach nur fantastisch“, sagt Noah und strahlt dabei über alle Backen. Denn in seiner Praktikumswoche in der Kommunikations-Abteilung habe er die Gelegenheit bekommen, mehr über das Unternehmen zu erfahren und vieles auch mit eigenen Augen zu sehen. So hätten sich die Grafikdesigner, Fotografen, IT- und Kommunikationsmitarbeiter durchweg sehr viel Zeit genommen, ihn hinter die Kulissen ihrer Berufe blicken zu lassen. Zudem durfte er die Produktion der Ariane 5-Triebwerke, der Solarpanels und des Sentinel-4 Satelliten besichtigen. Besonders beeindruckt habe ihn dabei die Größe der Satelliten, die die Erde beobachten und den Menschen das TV schauen und das Navigieren per GPS ermöglichten: „Das war absolut faszinierend", sagt Noah.

Höhepunkt seiner Woche sei aber das Zusammentreffen mit Dirk Hoke, dem Chief Executive Officer von Airbus Defence and Space gewesen. Ihn und sein Team durfte er zu einer Podiumsdiskussion bei Google begleiten. Thema war „Gender Diversity“ und die Förderung von Frauen in technischen Berufen. Es sei auch darüber debattiert worden, wie man Schülerinnen für technische Berufe begeistern könne. „Dabei kam mir sofort in den Sinn, dass auch meine Mitschülerinnen sich für ihr Praktikum nicht für einen technischen Beruf oder ein entsprechendes Unternehmen entschieden haben“, sagt er. Vor dem Treffen mit Dirk Hoke sei er sehr nervös gewesen. „Wir hatten aber gleich einen guten Draht, da sein Sohn ebenfalls Noah heißt“, lächelt er. Ihn habe es allerdings sehr gewundert, dass ein Chef von über 30 000 Mitarbeitern so gelassen sei und „sich so viel Zeit mit mir genommen hat“. Und dennoch sei das Treffen insgesamt zu kurz gewesen, weil er Dirk Hoke gerne noch so vieles gefragt hätte. Aber vielleicht hat er ein weiteres Mal das Glück, den großen Boss zu treffen. Entweder als Auszubildender, Student oder gar als Mitarbeiter.