Im Beisein zahlreicher Dienststellenleiter, Kommandeure, Mitarbeiter und Vertreter zuständiger Behörden sowie von Garnisonsbürgermeister Maik Lehn wurde am vergangenen Mittwoch am Standort Stetten am kalten Markt das neu erbaute Familienbetreuungszentrum (FBZ) an die künftigen Nutzer übergeben.

Sie haben die Übergabe offiziell besiegelt (von links): Frank Schmid, Udo Eckbrett, Reinhold Wismüller, Gernot Weber, Armin Weber und Max Bühl. <em>Bilder: Gerd Feuerstein</em>
Sie haben die Übergabe offiziell besiegelt (von links): Frank Schmid, Udo Eckbrett, Reinhold Wismüller, Gernot Weber, Armin Weber und Max Bühl. Bilder: Gerd Feuerstein

Wie Oberstleutnant Udo Eckbrett in seiner Begrüßung betonte, komme in Zeiten der andauernden Auslandseinsätze der Bundeswehr der Betreuung der Daheimgebliebenen eine besondere Bedeutung zu, was gleichermaßen für Angehörige von Soldaten und Zivilbediensteten der Bundeswehr gelte. In der Bundeswehr werde dafür das Instrument der Familienbetreuungszentren genutzt und man habe in Stetten das Glück, nun ein neues, hoch modernes Betreuungszentrum am Standort zu haben.

Antworten auf alle Fragen zu Betreuung und Fürsorge

Eckbrett freute sich, dass mit dem neuen Gebäude nicht nur ein echter Hingucker entstanden sei, sondern mit dem neuen Angebot ein entscheidender Schritt zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegangen werde. Das betonte im Anschluss auch Oberstabsfeldwebel Frank Schmid. Der amtierende Leiter des FBZ zeigte auf, dass er und seine Mitarbeiterinnen als zentrale Ansprechpartner in allen Fürsorge- und Betreuungsfragen zur Verfügung stünden. "Und zwar in der Zeit vor, während und nach dem Einsatz und auch im Grundbetrieb", sagte Schmid.

Architekt Michael Bientzle (rechts) lässt den Bauverlauf Revue passieren und erläutert die Rahmenbedingungen und deren planerische Umsetzung, bevor die Gäste das Gebäude besichtigen.
Architekt Michael Bientzle (rechts) lässt den Bauverlauf Revue passieren und erläutert die Rahmenbedingungen und deren planerische Umsetzung, bevor die Gäste das Gebäude besichtigen.

Architekt Michael Bientzle vom Hochbauamt Stuttgart betonte, dass Stetten nicht nur ein Traditionsstandort, sondern zugleich der größte Standort Süddeutschlands, und ein Investitionsschwerpunkt der Bundeswehr sei. Der Planer zeigte die baulichen Rahmenbedingungen auf, die, maßgebend durch die Umgebungsbebauung definiert, tonangebend in die Entwurfsgedanken eingeflossen seien. "Der Neubau ist nicht nur ein Sonderbaustein innerhalb der Liegenschaft, sondern zugleich das verbindende Gelenk zwischen Alt und Neu innerhalb des Lagers Heubergs", formulierte Bientzle. So orientiere sich die Anordnung, Höhenabwicklung und Satteldachform des höheren Gebäudeteils an der umgebenden Bebauung und biete Raum für Verwaltungs-, sanitär- und dienende Aufgaben. Dagegen schirme der niedrigere Gebäudeflügel, dessen Flachdach begrünt sei, die dahinter liegende Spielwiese gegenüber der Straße räumlich ab. "Hierin befinden sich Sonderräume für die Familienbetreuung mit direkter Anbindung und Blickbezug zur Spielwiese", erläuterte der Planer.

Die rückwärtige Ansicht mit künftiger Spielwiese.
Die rückwärtige Ansicht mit künftiger Spielwiese.

Wie Bientzle wissen ließ, seien für sämtliche hölzernen Bauteile heimische Nadelhölzer aus dem Schwarzwald verwendet worden. "Sowohl die tragenden Teile der Holzständerkonstruktion als auch die vertikal verlaufende, vorvergraute Lamellenfassade wurde in Weißtanne erstellt." Das Erscheinungsbild der Holzfassade und die haptischen Qualitäten der Weißtanne im Innenraum würden die besondere Nutzung des Gebäudes unterstützen und dem Haus eine freundliche, nahbare und einladende Erscheinung verleihen. Auch in den Innenräumen werde die Holzhaptik des Gebäudes fortgeführt, bei dem durch bunt herausgearbeitete Einschnitte im Baukörper überdachte, barrierefreie Zugänge und eine überdachte Terrasse mit direktem Außenbezug zur Spielwiese entstanden seien.

An Nahwärmeversorgung angeschlossen

Wie Bientzle vor der Übergabe und Unterzeichnung der Verträge wissen ließ, erfolge die Beheizung des Bauwerks über das vorhandene Nahwärmeversorgungsnetz der Liegenschaft. "Geringe Vorlauftemperaturen für die Fußbodenheizung und die Konditionierung der Raumluft durch eine Be- und Entlüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung reduzieren den Energieverbrauch deutlich."